Samstag, 17. Oktober 2009
Freitagsgebet 15.10.2009: Ayatollah Janati fordert hartes Vorgehen am 4. November
(Quelle: Radio Zamaaneh)
Quelle (Englisch): http://www.payvand.com/news/09/oct/1162.html
Deutsche Übersetzung: Julia
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Ayatollah Janati, der heute das Freitagsgebet in Teheran hielt, rief zu unerbittlicher Konfrontation der Protestteilnehmer am 4. November/13. Aban) auf.
Der 4. November 1979, der Tag, an dem iranische Studenten die Amerikanische Botschaft in Teheran besetzten, wird im Iran jedes Jahr als Wendepunkt in der Geschichte der Islamischen Republik gefeiert. in diesem Jahr haben Gegner der Präsidentschaftswahl im Juni angekündigt, dass sie sich an diesem Tag den Märschen anschließen werden, um nochmals ihren Protest gegen die Regierung zu äußern.
IRNA zitierte den konservativen Geistlichen Ayatollah Janati mit den Worten: "Der 4. November muss als Tag des Kampfes gegen die weltweite Unterdrückung geehrt werden. Jeder muss an diesem Tag teilnehmen und ihn ehren. Doch einige, die zu Bauernopfern anderer geworden sind, wollen ihre amerikanische und israelische Natur zeigen."
Der oberste Geistliche des Wächterrats fügte hinzu: "Seit langer Zeit werden diese Aufständischen von einem nicht identifizierten Zentrum aus geführt worden, und sie haben gewisse Pläne für die Zukunft. Diese Leute sind Bauernopfer, ob es ihnen bewusst ist oder nicht."
Er führte an, dass die Justiz und die Sicherheitskräfte "den Islam, das Volk, die Revolution und die Märtyrer verraten, wenn sie den Aufständischen mit Schwäche begegnen".
Zur Vorgehensweise der Regierung gegen Demonstranten erklärte Ayatollah Janati: "Wer schenkt seinem eigenen Mörder Blumen? Warum also sollte die Islamische Republik denen Blumen schenken, die sie zerstören, wo sie doch noch immer mit ihren kriminellen Aktionen weitermachen?"
Ayatollah Janatis Äußerungen fallen zusammen mit Ban Ki Moons besorgtem Bericht an die UN-Generalversammlung über die Unterdrückung von Dissidenten in Iran.
Janati beschreibt die Proteste nach der Wahl als tief verwurzeltes Problem für die Islamische Republik, das nicht einfach von der Hand zu weisen sei.
Er erklärte, dass die aufrührerischen Pläne für den 4. November ebenso entschärft werden würden, wie die für den Quds-Tag und die Eröffnung der Universitäten neutralisiert wurden.
Am diesjährigen Quds-Tag am 18. September hatten Oppositionsführer und ihre Anhänger Demonstrationen veranstaltet, die mit dem offiziellen Quds-Marsch gegen Israel konkurrierten. Die Demonstranten hatten Parolen gegen Mahmoud Ahmadinejads Regierung gerufen, die ihrer Meinung nach in den diesjährigen Präsidentschaftswahlen vom Juni durch Wahlbetrug an die Macht kam.
Auch an den Universitäten haben sich seit Beginn des Herbstsemesters unzählige Studentenproteste abgespielt.
Mittwoch, 14. Oktober 2009
4. November: Opposition lässt die Muskeln spielen
Veröffentlicht auf mowjcamp.com am 13. Oktober 2009
Quelle (Englisch): http://english.mowjcamp.com/article/id/47100
Übersetzung: Julia
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Nach der erfolgreichen Übernahme des Quds-Tages ("Jerusalem-Tag"), der seit vielen Jahren von einer bestimmten radikalen Gruppierung innerhalb des Staates als Plattform genutzt wird, um das Thema Palästina vor ihren eigenen Karren zu spannen, sieht die iranische Opposition nun begierig dem 4. November entgegen - einem weiteren Tag, um der Putschregierung in Erinnerung zu rufen, dass das Thema der Wahlen noch lange nicht vom Tisch ist.
Seit den ersten Tagen der Revolution wird der 4. November im Iran mit von der Regierung organisierten Demonstrationen im Gedenken an die Besetzung der US-Botschaft in Teheran durch eine Gruppe von iranischen Studenten begangen (vom 4. November 1979 bis zum 20. Januar 1981, d. Übers.). In diesem Jahr jedoch ist es die Grüne Bewegung, die den Ton dieser Demonstration angeben wird, wie sie es schon am Quds-Tag tat: Eine Bewegung, die nicht in der Regierung vertreten, aber fähig ist, das Schicksal des Landes zu gestalten.
Jede dieser von der Regierung in Auftrag gegebenen Anlässe ist eine Chance für uns, um den Geist des Widerstandes gegen eine Regierung wiederzubeleben, die ihr eigenes Volk so offen und schamlos belügen kann, ohne irgendetwas von irgendjemandem zu befürchten, während ihre Schläger diejenigen töten, einsperren und foltern, die es wagen, sich gegen ihre drakonischen Vorgehensweisen zu erheben. Jeder Anlass ist eine Gelegenheit für die Iraner, auf die Straßen zu gehen und das zurückzuverlangen, was rechtmäßig ihnen gehört. Der 4. November ist ein solcher Anlass.
Die Regierung Ahmadinejad hat wieder und wieder unter Beweis gestellt, dass sie vor nichts Halt machen, sogar den Forderungen des Auslands nachgeben wird, um die Illegitimität im Inneren zu kompensieren, wenn es darum geht, an der Macht zu bleiben. Sie greift weiterhing auf Maßnahmen zurück, die nur totalitäre Regimes nutzen in der Hoffnung, ihren Griff um die Macht zu festigen.
Der 4. November ist für die Grüne Bewegung eine Gelegenheit, die Obrigkeit aufzufordern, zur Besinnung zu kommen und jene zu befreien, die die Islamische Revolution verwirklicht haben und nun in Irans berüchtigten Gefängnissen ihr Dasein fristen.
Unsere Bewegung wird aber nicht von einem einzelnen Führer, einer Gruppe oder einem Kern angeführt. Ihr Erfolg ist eng verflochten mit dem Willen und der Entschlossenheit der Menschen, die ihre Grünen Symbole mit Solz tragen und für eine Veränderung in ihrem Heimatland auf die Straße gehen. Die wahre Kraft unserer Bewegung liegt in den Bindungen und sozialen Netzwerken, die wir vor dem 12. Juni so sorgsam geknüpft haben. Der 4. November ist eine weitere Gelegenheit für uns, um diese Bindungen zu verbessern und zu erweitern und unsere Grüne Bewegung noch mehr als zuvor zu stärken, wie es Mir Hossein Mousavi so hervorragend ausdrückte.
Die Ereignisse der letzten Monate haben gezeigt, dass wir als Individuen, und niemand sonst, die wahre Quelle der Kraft der Grünen Bewegung sind.
In diesem Sinne ruft Mowjcamp alle Grünen Aktivisten auf, Ideen, Gedichte, Artikel, Weblogs, Bilder, Plakate, Audio- und Videomaterial beizusteuern, um den 4. November zu einer Demonstration der Kraft der Grünen Bewegung zu machen.
Schreibt uns E-Mails mit euren tollen Ideen, die für die Grüne Bewegung von Anfang an immer eine treibende Kraft waren, und denkt daran, dass der gemeinsame Erfolg unserer Bewegung vor allem von unserer individuellen Überzeugung für unsere gute Sache beeinflusst wird.
Samstag, 10. Oktober 2009
Hardliner stellen iranische Reformer als Khomeini-feindlich dar
Veröffentlicht am 9. Oktober auf www.zamaaneh.com
Übersetzung: Julia
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Zum wiederholten Male haben iranische Hardliner die Opposition und deren jüngste Demonstrationen angegriffen und den auf den "republikanischen" Aspekt des Staatssystems der Islamischen Republik gerichteten Fokus der Opposition kritisiert. Sie beharren darauf, dass die Aktivitäten der Opposition den Ansichten des Revolutionsführers von 1979 Imam Khomeini widersprechen.
In seiner Freitagspredigt in Teheran sagte Ahmad Khatami: "Jeder, der das Wort 'demokratisch' im Zusammenhang mit der Islamischen Republik verwendet, ist unser Feind... und jeder, der eine 'Republik' will, ist unser Feind, denn er ist ein Feind des Islam."
Wie IRNA berichtet, beschuldigte Ahmad Khatami diejenigen, die den Terminus "Iranische Republik" zum Motto erhoben hätten, die Situation des Landes auszunutzen. Er sagte: "Die, die diese Parole benutzen, sind gegen den Imam."
Kritiker des Wahlsiegs von Mahmoud Ahmadinejad in den Wahlen im Juni behaupten, die
Wahl sei gefälscht worden, um Ahmadinejad eine weitere Amtszeit zu bescheren. Die unmittelbar auf die Wahlen folgenden Massendemonstrationen und Proteste wurden durch die Sicherheitskräfte gewaltsam niedergeschlagen; am "Quds-Tag" am 18. September - seit 30 Jahren ein Tag der inszenierten pro-palästinensischen Demonstrationen - gingen die Gegner des Wahlergebnisses jedoch wieder auf die Straße, und Zehntausende Menschen konterten die üblichen israelfeindlichen Parolen mit ihren eigenen Slogans, um ihren Zweifeln an der Legitimität ihrer Regierung und ihren Forderungen nach Reformen Gehör zu verschaffen.
Einer der wichtigsten Slogans der Demonstranten am Quds-Tag war "Unabhängigkeit, Freiheit, Iranische Republik!" Ahmad Khatami verurteilte die Versuche der Opposition, diesen Slogan mit der Ideologie des Revolutionsführers Imam Khomeini in Verbindung zu bringen.
Mir Hossein Moussavi, der Hauptgegner Mahmoud Ahmadinejads im Vorfeld der Wahlen, hat wiederholt juristische Einwände gegen die Durchführung der Juni-Wahlen und die darauf folgenden Konsequenzen der Regierung geltend gemacht - und sich dabei auf die Positionen von Imam Khomeini bezogen.
Ahmad Khatami prangerte die ausländischen Medien an, sie hätten die Demonstrationen am Quds-Tag übertrieben und ihr Hauptaugenmerk auf die, wie er sagte "kleine Gruppe von ein paar Tausend" gerichtet und die "Millionen" vernachlässigt, die "sich der Veranstaltung angeschlossen" hätten, um gegen Israel zu protestieren.
Auch für den stellvertretenden Beauftragten des Obersten Führers für die Revolutionsgarden, Mojtaba Zolnour, standen die Ereignisse vom Quds-Tag gestern im Vordergrund. Wie er sagte, widerspricht es der Linie des Imam Khomeini - der diesen Tag der Solidarität mit Palästina ins Leben gerufen hatte - diese Demonstrationen gegen das System und zu Gunsten von Amerika und Israel zu nutzen.
Zolnor erklärte: “Revolutionsfeindliche Gruppen, islamische Nationalisten, Nehzat-e Azadi (Freiheitsbewegung), ja sogar Marxisten und Anhänger der liberalen Demokratie waren darauf aus, das System durch Aufstände und Ablenkungsmanöver zu stürzen; selbst die Baha'i traten erstmals bei den Wahlen in Erscheinung, um einen bestimmten Kandidaten zu unterstützen.”
Zolnour wiederholte die Feststellungen iranischer Behörden, dass die Proteste im Voraus von Feinden der Islamischen Republik geplant worden seien, und viele prominente Persönlichkeiten des Systems hätten aus dieser Verschwörung Vorteile gezogen.
Die Proteste nach der Wahl haben wachsende Spaltungen und Risse im Establishment der Islamischen Republik zu Vorschein gebracht, die die Konservativen zu verdecken versuchen. Ayatollah Rafsanjani, der Vorsitzende es Expertenrats und der Expertenversammlung ist wahrscheinlich die bekannteste politische Persönlichkeit, die sich zeitweise der Sache der Demonstranten angeschlossen hat, indem er eine Untersuchung der Wahl und die Freilassung der Häftlinge aus den Wahl-Protesten forderte.
Der Enkel von Ayatollah Khomeini ist ein weiterer Prominenter, der die Protests offen unterstützt hat, indem er sich weigerte, an Mahmoud Ahmadinejads Amtseinführung teilzunehmen.
Freitag, 9. Oktober 2009
Einladung zur Demonstration am 13. Aban/3. November

Macht mit, meine Lieben. Am 13. Aban/3. November werden wir die Anti-Riot-Police und die Sicherheitskräfte mit Blumen begrüßen. Wir werden still auf den Straßen sitzen und mit unserer Einheit die Nacht zum Tag und den Tag zu Nacht machen.
Dies ist eine Einladung der Studentischen Gesellschaft, Büro zur Konsolidierung der Einheit (Daftar-e Tahkim-e Vahdat), Universität Teheran und der Grünen Bewegung der Menschen und Studenten.
Donnerstag, 8. Oktober 2009
"Mussten diese Kinder sterben?" Die Mutter des getöteten Sohrab Arabi meldet sich zu Wort
Veröffentlicht von/Autor: homylafayette am 8.10.2009
Übersetzung: Julia
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Der frühere Parlamentssprecher und derzeitige Chef des Legislativkomitees für Kultur hatte letzte Woche gesagt, dass die drei Todesfälle in Kahrizak "nicht zumHauptthema" werden sollten. Das iranische Regime hat offiziell nur drei Todesfälle in der berüchtigten und barbarischen Haftanstalt zugegeben.
Die Äußerung hatte weithin für Empörung gesorgt und Parvin Fahimi, die Mutter des getöteten Demonstranten Sohrab Arabi, veranlasst, einen in scharfem Ton gehaltenen Brief an Hadad Adel zu schreiben, der als besonders regimetreu gilt, weil seine Tochter mit Mojtaba Khamenei, dem Sohn des Führers Ali Khamenei, verheiratet ist. Fahimi hat diese Woche auch mit den Radiosendern Voice of America und Radio Farda gesprochen und neue Einzelheiten über Sohrabs Tod genannt.
In ihrem Brief schreibt Fahimi, Haddad Adels Äußerungen seien "Salz in den Wunden derer, die ihre geliebten Angehörigen durch das gewaltsame Vorgehen nach der Wahl verloren haben."
'Würden Sie auch so urteilen, wenn Ihr eigener Sohn, so wie der Sohn von Herrn Rouholamini und unsere Kinder, gefoltert oder auf der Straße getötet worden wären?", fragt sie in Anspielung auf Mohsen Rouholamini, 25, der in Kahrizak zu Tode geprügelt wurde.
Sohrab Aarabi verschwand während der Massendemonstrationen in Teheran am 15. Juni, es ist jedoch unklar, wann, wo und wie er getötet wurde. Die Behörden informierten Frau Fahimi am 11. Juli über seinen Tod. Sie war 26 Tage lang zwischen Gefängnis, Leichenschauhaus, Gericht und Krankenhaus hin- und hergelaufen und hatte ihren Sohn vergeblich gesucht.
Gastgeber:
Einer der in den Unruhen nach der Wahl Getöteten ist der 19jährige Sohrab Arabi. Seine Mutter sagte Farideh Rahbar, sie wolle, dass der Mörder ihres Sohnes identifiziert wird; sie wartet noch immer auf die Rückgabe der persönlichen Dinge ihres Sohnes.
Parvin Fahimi:
Eine Woche nach Sohrabs Begrägnis engagierte ich einen Anwalt und reichte Beschwerde ein. Alles, was man mir sagte war, dass er aus 3 bis 5 Meter Entfernung von einer Kalaschnikow angeschossen wurde. Der Gerichtsmediziner hat keine Unterlagen darüber, wer meinen Sohn ins Leichenschauhaus gebracht und seinen nackten Körper dort abgegeben hat. Sie haben uns noch immer keine Antwort auf die Frage gegeben, wer ihn getötet hat und wo.
Farideh Rahbar:
Sie haben Herrn Haddad Adel einige Dinge mitgeteilt. Was erwarten Sie von den Behörden?
Parvin Fahimi:
Es ist sehr wichtig für mich, dass der Mörder identifiziert und vor ein Gericht mit fairen Richtern gebracht wird. Sie müssen uns sagen, wer das getan hat und warum. Wo wurde mein Sohn getötet? Ich habe einen Brief an Herrn Haddad Adel geschrieben, weil er gesagt hat, dass drei Menschen in Kahrizak gestorben sind und dass das keine große Sache, nicht die Hauptsache sei. Aber als Mutter habe ich das Recht, als Bürgerin dieses Landes ist es mein Recht zu wissen, was geschehen ist, was mein Sohn furchtbares durchgemacht hat. Wenn er getötet wurde.. er hatte sein Mobiltelefon bei sich.. warum wurde ich nicht informiert? Sie haben mich 25 Tage lang im Ungewissen gelassen. Immer wieder bin ich zum Revolutionsgericht und nach Evin gefahren. Monate später wissen wir noch immer nichts. Ich habe Briefe an das Parlament geschickt, an die Justizbehörde... Sie müssen mir antworten.
Aber stattdessen streuen sie Salz in die Wunden. Haben wir nicht genug gelitten? Als Mutter, als Chefin dieses Haushalts, erwarte ich, dass sie reagieren. Warum geben sie mir die persönlichen Dinge meines Sohnes nicht zurück? Sein Mobiltelefon? Wenn jemand sein Telefon verliert oder es ihm gestohlen wird, gehen sie dem nach und finden es innerhalb eines Monats. Aber seit dem Tag seines Verschwindens ist das Telefon meines Sohnes noch nicht gefunden worden. Sie haben seine Sachen nicht zurückgebracht... diese Sachen mögen in ihren Augen nichts wert sein, aber für mich haben sie einen emotionalen Wert.
In einer Interviewsendung von Radio Farda gestern sagte Frau Fahimi, sie habe an den Parlamentssprechen Ali Larijani, den Justizchef Sadegh Larijani, den ehemaligen Justizchef Mahmoud Hashemi Shahroudi, das Komitee für Nationale Sicherheit im Parlament und an das Komitee Artikel 90 geschrieben. Sie hat noch keine Antwort erhalten. - Das Komitee Artikel 90 befasst sich mit Beschwerden gegen die drei Regierungsgewalten.
Frau Fahimi erwähnte Radio Farda gegenüber weitere Einzelheiten über Sohrabs Verletzungen. "Seine Arme hingen herunter. Die Kugel hatte ihn so getroffen, dass sie seinen linken Arm brach und unter seinem Herzen entlagn seine Lunge schlug. Es ist aber unklar, ob er in ein Krankenhaus gebracht wurde oder nicht", sagte sie.
"Wie konnten sie diese Kinder töten, in einem zivilen Protest, wegen ihrer Stimmen", fragt sie. "Mussten diese Kinder ermordet werden?"
Auf die Frage, ob sie glaube, dass ihr Sohn umsonst gestorben sei, antwortete sie: "Nein. Er ist für seine Überzeugungen auf die Straße gegangen, und diese Kinder werden ewig weiterleben. [...] Ich bin sicher, dass dieser Kampf durch andere junge Menschen fortgesetzt wird, und wir sehen ja, dass es noch immer weitergeht."
Mittwoch, 30. September 2009
Ich sehe euch! Was Iran mitbekommt
Übersetzung: Julia
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veröffentlicht am 29. September 2009 von persianumpire

Mehrere Leute haben mich in letzter Zeit gefragt, wie viel von dem, was außerhalb vor sich geht, im Iran wahrgenommen wird. Wenn ihr nicht direkt von mir gehört habt, nehmt dies bitte als meine Antwort.
Es ist eine schwierige Frage, aber ich will versuchen, sie bestmöglich zu beantworten: Wir sehen alles. Na ja, wahrscheinlich ein bisschen weniger, da nicht alles von allem, was überall passiert, von überall gesehen wird. Aber wir bekommen trotzdem ziemlich viel mit.
Dementsprechend führt uns das zu der Frage, wie gut diese Informationen innerhalb Irans verbreitet wird. Wenn man das gesamte Spektrum der iranischen Gesellschaft betrachtet, vom englischsprechenden Iraner mit Internetanschluss bis hin zu dem alten Bauern, der nicht einmal einen Zeitungskiosk zur Verfügung hat, können wir sehen, wie schwierig das zu beurteilen ist. Weitere Komplikationen entstehen, wenn man die Banbreite der Internet-User bedenkt - Schätzungen sprechen von gut 20 Millionen - die zwischen "Monster-Surfern" und denen, die "gelegentlich virtuelle Post super finden". Aber ich sollte die Frage beantworten.
In diesem Post müssen die Worte "wir" und "alle" auf die kleine Blase bezogen werden, in der ich lebe und die sich mit einigen anderen Blasen überschneidet, die wiederum hoffentlich weitere Blasen überschneiden. Es gibt also einen Wermutstropfen dabei, aber so funktioniert es:
Nachrichten von außerhalb erreichen uns hauptsächlich über Fernsehnetzwerke wie BBC Persian und VOAPNN sowie das Internet. Wir empfangen Fernsehsendungen über Satellitenschüsseln, und man kann ziemlich sicher sagen, dass die meisten Dächer in Teheran damit ausgestattet sind. Wenn man Teheran verlässt und in kleinere und abgelegenere Städte kommt, sieht man weniger davon, aber man sieht sie.
Auch wenn BBC Persian ein relativ neuer Dienst ist, scheint es mit besseren Programmen un besserer Berichterstattung das Publikum von VOA zu schlucken. Ab und zu schickt die Regierung ein paar Störsignale, was dann bedeutet, dass wir den Satellitenmann rufen, die Schüssel neu ausrichten und ein paar neue Codes in unsere Empfänger hauen müssen, und schon sind wir wieder im Geschäft.
Dann gibt es da das Internet. Die großen Medien sind im Internet natürlich auch vertreten, und wir besuchen sie, um die großen Nachrichten mitzukriegen, die es bis dahin schaffen. Wir wissen auch, dass sie die kleineren Sachen nicht bringen bzw. in die Fallen tappen, die sie von dem ablenken, was wir wichtig finden. Aber für die Farbnuancen und feineren Schattierungen, gute Analysen und Kommentare begeben wir uns in andere Ecken des Netzes.
Wir sehen eure Tweets, Bilder, Posts, das, was durchsickert, Facebook-Walls, Gerüchte, Artikel, Flames, Trolls, unterstützende Botschaften, Slogans, Kommentare, Witze, Videos und alles andere, was ihr macht. Nehmen wir Twitter, eine wichtige Quelle für uns besonders für neueste Schlagzeilen selbst über das, was im Iran passiert. Ein Beispiel: die Studentenproteste in dieser Woche. Für alle, die keinen Twitter-Account haben, gibt es Webseiten, die die öffentlichen Tweets von jedem Hashtag senden. Überraschenderweise werden manche dieser Seiten noch nicht gefiltert. In den Fällen, wo gefiltert wird, benutzen wir Proxies, um diese Informationen zu bekommen. Es gibt auch RSS-Feeds, die wir wir benutzen können, um über netzbasierte E-Mail-Dienste an unsere Nachrichten zu kommen und die Filter auf andere Weise zu umgehen. Es ist nicht möglich, uns zu blockieren, es sei denn, man unterbricht das ganze Internet, was die Regierung nicht ohne weiteres tun kann, weil einige wichtige Kommunikationswege wie z. B. Bankwesen davon abhängen. Wenn sie sich jemals entschließen sollten, das zu tun, wird dazu eine Reihe kritischer Überprüfungen und das Auslaufenlassen von Verbindungen in Wohngebieten erforderlich sein. Selbst in diesem Fall werden wir immer noch Internet und am Ende Ferneinwahl haben. Wenn ich 200$ pro Monat zahlen muss, um zu lesen, was ihr schreibt, dann ist es eben so.
Also, wie kann eine Minderheit, die sich durch die Ecken und Winkel des Internet arbeitet, die Mehrheit informieren? Informationen von Webseiten werden zuerst über Chats und E-Mail verbreitet, und dann tut die Mundpropaganda ihr Bestes. In den letzten drei Monaten drehten sich die Gespräche bei jedem Abendessen in jedem Haus wo ich war um Politik und die aktuelle Situation. Meine Taxifahrten und Besuche im Gemüseladen sind durchsetzt mit aktuellen Nachrichten und Politik. So lange die Ereignisse in jedermanns Bewusstsein sind, zirkulieren Nachrichten auf sehr effiziente Weise.
Außer durch Mundpropaganda werden Informationen auch in materieller Form durch dasn iranische Sneaker-Net verbreitet. Vermutlich tun sich nicht viele Leute das an, aber manche. Zum Beispiel weiß ich von ein paar jungen Leuten, die wichtige Nachrichten ausdrucken, Fotos und Videos auf CDs brennen, die man auf normalen CD-Geräten abspielen kann, und dies dann zu ihren Familien außerhalb Teherans bringen, wenn sie sie am Wochenende besuchen. Es ist wichtig, das Regime in seinem Versuch, die Realität zu verschleiern, zu entwaffnen.
Als aktuelles Beispiel haben wir gesehen, gehört und gelesen, wie entgegenkommend New York City Ahmadinejad bei seiner Reise behandelt hat, und wie wohl er sich dort gefühlt hat. Ich bedanke mich herzlich bei allen Beteiligten und wünschte, ihr würdet ihn dort behalten, da wir keine weitere Verwendung für ihn haben. Er wirkte auch ziemlich zufrieden damit, leere Reden in leeren Hallen zu halten.
Wo wir über Twitter sprechen - wahrscheinlich wisst ihr, dass wir hier im Iran einen ähnlichen Dienst haben. Ich habe schon einmal etwas darüber geschrieben. Eigentlich war dieser Dienst einmal dafür gedacht, Slogans zu verbreiten und die Regierung daran zu erinnern, dass wir noch da sind. Aber vor Kurzem haben manche damit begonnen, dieses Mittel in ein Nachrichtensystem zu verwandeln. Ich habe sogar schon Grüne Poesie darauf gesehen. Wir müssen uns auf wenige Buchstaben begrenzen, um das Wesentliche der Nachricht an unsere Leser weiterzugeben. Es ist billig, immer verfügbar und sehr effektiv. Das Einzige ist, dass wir uns mit den Tweets nicht identifizieren, und es gibt keine Garantie dafür, dass die User nur bestätigte Nachrichten drucken. Aber was macht das schon? Wir befinden uns in einem Informationskrieg. Dies hier:

wird in Kürze Informationen über den aktuellen Kauf von TCI durch die Revolutionsgarden enthalten und in anderer Leute Geldbörsen gesendet werden.
Es ist nicht zu vermeiden, dass manche im Dunkeln bleiben, aber ich kann sagen, dass ich oft überrascht war, wenn ich in Gesprächen mit zufälligen Gesprächspartnern nicht nur in Teheran, sondern auch an entfernteren Orten bemerkte, wie gut sie über die Ereignisse im Iran und auch außerhalb informiert sind. Ich habe viele getroffen, die danach fragen, was die Außenwelt über uns denkt, und ich merke, dass ich nur gute und ermutigende Geschichten weitergebe.
So neugierig ihr auf das seid, was wir tun, so neugierig sind wir, was ihr tut. Die Unterstützung war immens und hat viele überrascht. Das Gesicht eines Gärtners aufleuchten zu sehen, wenn er das Bild von schwedischen Polizisten mit einer iranischen Flagge am Handgelenk sieht, ist nicht zu bezahlen.
Dienstag, 22. September 2009
Akbar Ganji: Die Welt sollte den Iranischen Präsidenten meiden
Übersetzung: Julia
CNN — In dieser
Woche werden sich die Staatsoberhäupter der Welt in New York zur jährlich stattfindenden UN-Generalversammlung treffen. Obgleich der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad dabei sein wird, weisen die Iraner seinen Führungsanspruch zurück. Sie sprechen sich vehement gegen jedes Treffen und jede Anerkennung Ahmadinejads insbesondere durch Präsident Obama aus.Die Demokratiebewegung im Iran ist sich heute einig darüber, dass er seine derzeitige Position "genießt", denn er wurde wieder zum Präsidenten ernannt, nachdem er bei der Präsidentschaftswahl am 12. Juni mehrere Millionen Stimmen gestohlen hatte.
Volksdemonstrationen gegen diese Zustände wurden vom iranischen Regime mit Kugeln beantwortet. Tausende wurden verhaftet, Dutzende getötet. Oppositionsanhänger wurden im Gefängnis gefoltert, und es sind glaubwürdige Berichte über Vergewaltigungen aufgetaucht.
Hört man den demokratischen Stimmen der Iraner und der Führungsfiguren der Grünen Bewegung zu, so bemerkt man die einhellige Meinung, dass Ahmadinejads Politik die nationalen Interessen Irans ernsthaft unterminiert und er unbeabsichtigterweise die Interessen Israels bedient hat.
Obwohl das Regime mit Hilfe strenger Unterdrückung die Kontrolle wiedererlangen konnte, haben die jüngsten Ereignisse zu einer wichtigen sozialen Transformation im Iran geführt. Heute beziehen viele prominente Namen öffentlich Position gegen den Obersten Führer Ali Khamenei. Viele offene Briefe waren im Umlauf, in denen er erstmals direkt kritisiert wird. Auch die US-Politik unter Obama hat eine konstruktive Rolle gespielt. Das Fehlen militärischer Drohungen und neuer wirtschaftlicher Sanktionen hat den demokratischen Aktivisten mehr Raum für Manöver gelassen, mit denen sie das Regime vor neue Herausforderungen stellte.
Khameneis einzige Option, um mit dieser internen Krise fertigzuwerden, besteht darin, die Aufmerksamkeit auf die Beziehungen Irans mit der Außenwelt, insbesondere mit den Vereinigten Staaten, zu lenken. Mit immer mehr verbalen Attacken gegen den Westen und verschärften regionalen Konflikten hofft er, die Aufmerksamkeit sowohl der Iraner als auch der Welt von den systematischen Menschenrechtsverletzungen im Iran abzulenken.
Irans nukleare Ambitionen sollten nicht als größter Schwachpunkt des Regimes angesehen werden. In begrenztem Ausmaß können Khamenei und seine Jünger die nationale Stimmung der Iraner zu diesem Thema manipulieren.
Die Achillesferse des Regimes sind heute die verbreiteten und systematischen, am eigenen Volk begangenen Menschenrechtsverletzungen. Vermehrte Aufdeckung und genaue Untersuchungen dieses Schlüsselthemas werden eine größere öffentliche Unzufriedenheit mit der iranischen Führung zur Folge haben. Khamenei kann angesichts dieser massiven Menschenrechtsverletzungen die Loyalität zum Regime oder die Billigung desselben nicht aufrecht erhalten. Es sind eben diese organisierten Unterdrückungsmaßnahmen, die der Internationale Strafgerichtshof in anderen Zusammenhängen als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" bezeichnet hat.
Obwohl der Iran, genau wie die Vereinigten Staaten und Israel, kein Mitglied im ICC (Internationalen Strafgerichtshof) ist, kann durch den UN-Sicherheitsrat Anklage gegen das iranische Regime erhoben werden - ähnlich dem Prozess, der den Haftbefehl gegen den sudanesischen Führer Omar Al Bashir herbeiführte.
Wir in der iranischen Menschenrechtsbewegung können mit Zertifizierung durch internationale Anwälte dokumentieren, dass die Führung des iranischen Regimes sich gemäß Artikel 7 des Römischen Statuts zur Gründung des ICC des Verbrechens gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht hat.
Heute brauchen die Menschen im Iran moralische und spirituelle Unterstützung von Menschen in der ganzen Welt. Unter den gegenwärtigen Umständen bestünde die wichtigste Form der Unterstützung in einer Beförderung der Anklage gegen die Führungspersonen Irans wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und darin, dazu beizutragen, dass diese Initiative sich verbreitet und zur zentralen Linie im Umgang der internationalen Gemeinschaft mit dem Iran wird.
Von Akbar Ganji — Exklusiv für CNN
Die Übersetzung dieses Artikels (ins Englische, d. Übers.) erfolgte durch Nader Hashemi , Juniorprofessor für Politik des Mittleren Ostens und Islamische Politik an der Josef Korbel School of International Studies an der Universität Denver.
Anmerkung der Redaktion: Akbar Ganji ist ein führender iranischer Dissident und demokratischer Aktivist. Er verbüßte eine sechsjährige Haftstrafe im Evin-Gefängnis in Teheran, weil er über Menschenrechtsverstöße im Iran berichtet hatte. Die Menschenrechtsorganisation mit Sitz in London hat Ganji in Artikel 19 als "iranischen Vaclav Havel" bezeichnet. Er hat mehr als ein Dutzend Auszeichnungen in den Bereichen Menschenrechte, Pressefreiheit und Demokratie erhalten. Er ist der Autor von “The Road to Democracy in Iran” (MIT Press, 2008).
Montag, 14. September 2009
Karroubis Brief an das iranische Volk 14.9.2009
Übersetzung Persisch-Englisch via Twitter (Danke!)
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia
Die Übersetzung darf gern weiterveröffentlicht werden, sofern ein Link zu diesem Blog als Quelle angegeben wird.
Wie Sie wissen, habe ich als Ihr Diener mehrere Briefe bezüglich der Ereignisse nach der Wahl an die Behörden geschrieben. Ich hätte niemals voraussehen können, dass friedliche Demonstrationen des Volkes in der Islamischen Republik mit Knüppeln und Kugeln beantwortet werden. Ich bin auf den Straßen und in den Gassen Zeuge des Undenkbaren geworden. Ich habe Szenen gesehen, die mich an meine Jugend erinnerten.Während die Zeit verging, hörte ich von Folter in den Gefängnissen und unvorstellbaren Handlungen, begangen in namenlosen und unbekannten Haftanstalten, in unbekannten Gebäuden und von unbekannten Menschen.
Häftlinge wurden auf beschämende und unanständige Weise behandelt. Man zwang sie, einander nackt gegenüber zu sitzen und urinierte ihnen ins Gesicht. Jungen und Mädchen wurden in Handschellen am Stadtrand ausgesetzt. Und als sei das noch nicht genug, kamen mir auch noch Berichte von Vergewaltigungen zu Ohren. Was ist drei Jahrzehnte nach der Revolution und zwei Jahrzehnte nach dem Tod des Imams [Khomeini] aus uns geworden?
Also schrieb ich einen Brief an die Behörden und bat um eine Untersuchung dieser Dinge. Ihre Antwort bestand aus einem Bombardement an Schmähungen und Drohungen gegen mich. Die Freitagsimame im ganzen Land verunglimpften mich auf Befehl. Ich sagte mir, wenn solche Gräueltaten nicht passiert sind, sollten sie sie doch einfach abstreiten. Stattdessen wurde ich von den Tribünen der Freitagspredigten und ihren Medien angegriffen. Also beschloss ich, hart zu bleiben.
Zum Beispiel berichtete ich ihnen von einer Person, die vergewaltigt worden war. Die Justizbehörden arrangierten ein Treffen. Sie befragten diese Person zwei Stunden lang. Nach der zweiten Sitzung sagte diese Person zu mir: "Diese Leute haben etwas anderes im Sinn".
Der Staatsanwalt hatte diese Person aufgefordert, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Ich sagte, er solle das tun. Sie befragten diese Person weiter und sagten zu ihm, er hätte im Interesse seiner selbst und seiner Familie besser geschwiegen und hätte nicht zulassen dürfen, dass irgendein Politiker ihn benutzt. Einige Tage später kam dieser junge Mann zu mir und sagte, sie hätten seine Eltern und Nachbarn aufgesucht. Er sagte, seine Eltern hätten von der Vergewaltigung nichts gewusst, und sein Vater hätte seither nicht mehr aufgehört zu weinen. Der Junge ging, und ich habe nichts mehr von ihm gehört.
Am letzten Dienstag kam sein Vater zu mir zu Besuch und sagte, er mache sich Sorgen um seinen Sohn. Er sagte: "Wir sind gute Moslems, warum tun sie uns das an?" Er sagte: "Sie haben mit all unseren Nachbarn und allen Ladenbesitzern in unserer Nähe gesprochen". Er sagte, sie würden ständig an der Tür klingeln und dann verschwinden. Er sagte, er habe einen kräftigen Mann auf einem Motorrad beobachtet, der sein Haus gefilmt habe.
Was sie diesem Zeugen angetan haben, war mir eine Lehre - ich stellte der Staatsanwaltschaft keine weiteren Zeugen vor.
Der zweite Fall, den ich anhand von Dokumentationen an sie herantrug war der eines jungen Mädchens, das bei einer Demonstration verhaftet worden war. Sie sagte, dass sie im Auto auf dem Weg zum Gefängnis ihre Brüste berührt und damit gespielt hätten.
Im Gefängnis hätten die Befrager sie aufgefordert, ihre Hosen auszuziehen. Sie weigerte sich. Als sie auf dem Boden lag, zogen sie ihr die Hosen aus. Als sie um Hilfe schrie, kam ein Vorgesetzter herein, um nachzusehen. Die Befrager sagten zu ihm: "Dieses Mädchen hat ihre Hosen ausgezogen und versucht, uns zu entehren".
Der dritte Fall war der eines jungen Menschen, der Mitglied in einer legalen politischen Partei war. Seine Eltern nahmen Kontakt zu mir auf. Sie hatten bereits eine CD angefertigt und waren im Besitz des medizinischen Berichts. Dieser Mensch behauptete nicht, vergewaltigt worden zu sein. Er sagte, er habe unter den heftigen Schlägen das Bewusstsein verloren und wisse nicht, was sie mit ihm gemacht hätten. Im Bereich seines Rektums hatte er Schwellungen und Rötungen. Die medizinische Untersuchung bestätigte dies und schlug vor, den Fall dem Justizministerium zu übergeben, damit es weitere Untersuchung anstelle. Dieser Mensch war fünf Tage lang in Haft und wurde schwer geschlagen. Ihm wurde gesagt, dass er nach Evin käme, doch er wurde in Handschellen und mit verbundenen Augen jenseits der Stadtgrenze ausgesetzt.
Ich hatte Dokumente für diese drei Fälle, die ich dem juristischen Gremium vorlegte. Mündlich informierte ich sie über zwei weitere Fälle. Der erste war Taraneh Mousavi. Ich sagte ihnen, dass ihre Familie nicht mit mir sprechen wolle und bat darum, weitere Untersuchungen anzustellen, um die Wahrheit herauszufinden. Der Zeuge in Taranehs Fall sagte ebenfalls, dass ihre Familie nicht mit ihm/ihr sprechen wolle. Wir sahen das gefälschte Interview mit den falschen Eltern Taranehs im Fernsehen. Sie hatten dieser falschen Familie gesagt, sie bräuchte sich keine Sorgen um irgendetwas zu machen, man würde sich um alles kümmern.
Offenbar bestand das Verbrechen Mehdi Karroubis darin, dass er Taranehs Fall, der dem der Massenmorde ähnelt, enthüllt hatte. Dies war der Grund für die Schließung meiner Zeitung Etemaad-e Melli.
Ich beschrieb ihnen Taranehs Fall so, wie ich ihn gehört hatte. Taraneh und ihre Freundinnen wurden [vermutlich am 28. Juni] vor der Qoba-Moschee verhaftet. Die Mädchen tauschten ihre Telefonnummern aus, damit jede, die entlassen wird, die Familien informieren könne. Während der Fahrt zu einem anderen Ort bemerkte ein Mädchen, dass Taraneh nicht dabei war. Dieses Mädchen nahm nach ihrer Entlassung Kontakt zu Taranehs Familie und zu den Behörden auf, um sie zu informieren, dass Taraneh vermisst wird. Offenbar hatte Taranehs Mutter Angst und sagte dem Mädchen, sie solle keinen Kontakt mehr aufnehmen. Ich bat das dreiköpfige Gremium darum, diesen Fall zu untersuchen und die Wahrheit hinter all dem herauszufinden.
[An dieser Stelle geht Karroubi auf die vielen Diskussionen um Saeedeh Pouragahie ein. Er sagt, er habe bemerkt, dass sie nicht die Tochter eines Märtyrers sei und erläutert seine Gespräche mit Saeedehs Stiefschwester. Er spricht auch darüber, wie er herausfand, dass sie eine Ausreißerin war. Dann beschreibt er, wie er alle Informationen über Saeedeh herausgegeben und das Gremium um weitere Nachforschungen ersucht hat.
Weiter spricht er über ein Mädchen, das während einer Demonstration festgenommen wurde. Das Mädchen sagte ihm, sie und ein weiteres Mädchen seien in einem Transporter auf dem Weg zum Gefängnis vergewaltigt worden. Das Mädchen bat Karroubi darum, ihre Identität nicht preiszugeben, denn wenn ihre Eltern davon erführen, würde sie sich umbringen.
Karroubi erwähnt außerdem den Fall einer Krankenschwester, der ähnlich verlief. Er veröffentlichte keine Informationen und Fotos davon. Er sagt, die Krankenschwester sei vergewaltigt worden und habe immer noch Blutergüsse am Körper.
Dann spricht Karroubi darüber, wie gut das Treffen mit dem Gremium verlief und dass sie sich in einer guten Atmosphäre trennten.]
Doch anstatt all die von mir vorgelegten Fälle zu untersuchen, verhafteten sie am folgenden Tag [Alireza] Beheshti und [Morteza] Alviri, beschlagnahmten Dokumente aus meinem Büro und dem Büro der Partei Etemaad-e Melli.
Jetzt, wo ich schnell diesen Bericht schreibe, weiß ich, dass sie lediglich versuchten, die Angelegenheit schnell irgendwie zu Ende zu bringen. Sie sagen, ich hätte keine Beweise und meine Vorwürfe seien unbegründet. Das Gremium hat das Justizministerium aufgefordert, mich zu verklagen. Wissen sie nicht, dass am Ende das Volk sein eigenes Urteil fällen und entscheiden wird, wer die Wahrheit sagt?
Dienstag, 8. September 2009
Revolutionsgarden wappnen sich für Studentenproteste
| Veröffentlicht: 8. September 2009 |
Revolutionsgarden bereiten sich auf Studentenproteste vor
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2009/09/revolutionary-guards-prep.html
Übersetzung: Julia
Tehran University
Kommandant Ali Fazli, der Berichten zufolge eine wichtige Rolle bei der Niederschlagung der Proteste nach den Wahlen spielte, hat ein Treffen mit Mitarbeitern der Teheran-Universität einberufen, um Maßnahmen zum Vorgehen gegen mögliche Unruhen in den Universitäten zu koordinieren. Der Nachrichtenagentur ILNA gegenüber sagte er, man müsse wachsam bleiben, da er von Gerüchten über Vorbereitungen von Protesten durch Universitäten gehört habe.
Das neue Semester an den iranischen Universitäten wird in zwei Wochen beginnen, und der Oberste Führer hatte in einem früheren Treffen mit Studenten der Universitäten diese ermahnt, wachsam zu sein gegenüber Gefahren "feindlicher Versuche", in den Universitäten Unruhe zu stiften.
Regierungsstellen befürchten, dass die Öffnung der Universitäten eine neue Protestwelle auslösen könnte.
In der ersten Woche nach den Präsidentschaftswahlen im Iran im Juni hatte eine Gruppe Zivilpolizisten die Studentenwohnheime in Teheran und Isfahan überfallen und einige Studenten brutal geschlagen und verhaftet. Zur Zeit ermittelt ein parlamentarischer Ausschuss die Identität der Angreifer. Ergebnisse wurden jedoch noch nicht veröffentlicht.
Human Rights Watch und Amnesty International haben sich wiederholt gegen die anhaltenden Verhaftungen von Studenten im Iran ausgesprochen und ihre Freilassung gefordert.
Donnerstag, 3. September 2009
Karroubis Rede in Gorgan 18.August 2009
Quelle: http://enduringamerica.com/2009/08/18/iran-text-of-latest-karroubi-statement/#more-15479
Mehdi Karroubi hat seine Kampagne gegen die Regierung insbesondere im Hinblick auf die Behandlung von Häftlingen fortgesetzt und ein neues Statement bei Saham News sowie eine kurze Version davon bei Aftab Yazd veröffentlicht. Diese englische Übersetzung sollte in Verbindung mit Karroubis Brief vom 29. Juli an Hashemi Rafsanjani und seinem Interview mit Saham News von letzter Woche gelesen werden.
(Links zu den genannten Dokumenten in englischer Sprache finden sich im Text der Quelle, d. Übers.)
Es gibt
Menschen, die denken, dass diese Beleidigungen und Diffamierungen [als Antwort auf [Karroubis Brief über Missbrauch von Häftlingen] mich zum Rückzug zwingen werden. Ich rate den Herren, einen Blick in die Geschichte zu werfen und festzustellen, dass nach der Revolution und am Ende des 3. Parlaments [1992] viele Menschen über mich alles gesagt haben, was sie konnten, mich unter anderem beschuldigten, Geld veruntreut und ins Ausland gebracht zu haben. Wer war derjenige, der hartnäckig blieb?In der letzten Woche war ich Ziel vieler harscher Angriffe von Parlamentsmitgliedern, der IRIB [Islamic Republic of Iran Broadcasting], den Medien und einigen Geistlichen. Wenn diese Tendenz anhält, werde ich Dinge sagen, die [diese Personen] lieber ungesagt ließen..
Nach der 10. Präsidentschaftswahl [vom 12. Juni] sind in unserem Land furchtbare Dinge geschehen. Es gab Gewalt, Gesetzlosigkeit, Verantwortungslosigkeit von Personen ohne offizielle Position, die sich im Namen des Schutzes für das Establishment einmischten, von paramilitärischen Gruppen und von Zivilsicherheitskräften.
Die Ereignisse sind derart, dass verantwortungsvolle, besorgte und informierte Menschen Vorsicht und Selbsterhaltung beiseite schieben und alles tun müssen, was sie können, um eine Wiederholung dieser Vorkommnisse zu verhindern und alle Wurzeln für Konfrontationen dieser Art zu zerstören...
In jedem Teil der Welt ist es möglich, dass Menschen bei Demonstrationen verhaftet werden. Aber ich bezweifle, dass die Verhafteten zu speziellen Orten gekarrt und dort der Gnade ihrer Gefängniswärter überlassen werden.
Hier werden sie zuerst an einen so unbekannten Ort gebracht, dass selbst der Justizchef und der Oberstaatsanwalt behaupten, die Gefangenen würden in offiziellen Gefängnissen unter unserer Rechtssprechung keiner solchen Behandlung unterzogen.
All dies ist geschehen, weil die Öffentlichkeit gegen die Ergebnisse einer Wahl protestiert. Ist das die richtige Art und Weise mit Menschen umzugehen, die lediglich wissen möchten, was mit ihren Stimmen geschehen ist? Normalerweise gibt es ein Protokoll und Regeln, um Geständnisse zu erhalten... Angesichts der Tatsache, dass es eine solche Gesetzlosigkeit in den Methoden zur Gewinnung von Geständnissen gab, muss ich sagen, dass diese Geständnisse gewaltsam von schlecht informierten, unklugen und törichten Individuen erzielt wurden...
Ich bedaure sagen zu müssen, dass die SAVAK [die Sicherheitskräfte des Schahs] sich humaner verhalten haben als die Personen, die für die Verhaftungen der letzten Zeit zuständig waren....
Der Chef dieser Zeitung [Kayhan], die solche Lügen über die Kinder der Revolution verfasst, ist ein naher Freund und Kollege von Said Emami [ein stellvertretender Informationsminister, der angeblich die reihenweise Ermordung von Intellektuellen und Dissidenten in Teheran veranlasst hat]... das Oberhaupt der Freitagsgebete, der mich als Terrorist und als antirevolutionär bezeichnet hat, ist derselbe Mann, der zu Zeiten des Schahs, als alle von uns Geistlichen verfolgt wurden, nach Pakistan geflüchtet ist, vorgeblich, um Missionsarbeit für den Ayatollah zu leisten...
Einige meiner Freunde im Parlament, die sich gegen mich geäußert haben, sollten nicht vergessen, das sie ihre Sitze nur haben, weil [der Wächterrat] ihre Rivalen von einem Rennen gegen sie disqualifiziert hat…. Die Reaktion mancher Mitglieder der Streitkräfte auf mich ist zu erwarten, weil diese Personen sehr viel politische und wirtschaftliche Macht angesammelt haben, aber sie müssen auch wissen, dass Ideen grenzenlos sind und nicht von ein paar Einzelpersonen abhängen, und sie erreichen auch Familien. Und in der Tat gibt es Mitglieder in euren eigenen Familien, die Meinungsverschiedenheiten mit euch haben...
Vor 48 Jahren, in Mashaad, als das Ereignis mit der Moschee von Goharshad war, wollten einige unwissende Sicherheitskräfte [des Schahs] die Bewegung des Imam Khomeini mit einer Desinformationskampagne vereiteln, aber die Wahrheit sickerte durch und vereitelte ihre Pläne... Wie können die Behörden denken, dass im modernen Teheran im Zeitalter der Kommunikation irgendetwas geschehen kann, ohne dass es herauskommt?
Ihr habt nun eine Situation herbeigeführt, in der niemand sich traut, offen zu sprechen, ich sage euch nochmals, dass dieses Verhalten und die Atmosphäre der Angst, die ihr verursacht habt, mich nicht zum Schweigen bringen werden. Und wenn es erforderlich wird, werde ich die relevanten Punkte anbringen.
Mittwoch, 2. September 2009
Karroubi: Vergewaltigungsopfer verschwunden
Quelle (Englisch): http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iueCOHmT-8oLUcZLqCaRzwGBUPhg
Übersetzung: Julia
02.09.2009 (AFP)
TEHERAN — Der iranische Oppositionsführer Mehdi Karroubi, der Vorwürfe über Vergewaltigungen von Häftlingen der Wahlunruhen erhoben hatte, teilt mit, dass eines der Opfer nach einem Verhör verschwunden ist. Dies berichtete seine Webseite Etemaad-e Melli am Mittwoch.
Wie die Webseite berichtet, sagte Karroubi, die Justizbehörden hätten das anonym gebliebene Opfer bei der Befragung "eingeschüchtert" und "abgeurteilt".
Das Opfer soll unter den Protestteilnehmern gewesen sein, die verhaftet und später freigelassen worden waren.
Karroubi sagte nichts darüber, ob der Mann freiwillig untergetaucht sei, sich möglicherweise etwas angetan haben könnte, oder ob die Behörden nach seiner Entlassung gegen ihn vorgegangen seien.
Karroubi erweckte den Zorn der Hardliner mit seiner Behauptung, dass einige der während der Straßenproteste gegen Mahmoud Ahmadinejads Wiederwahl verhafteten jungen Männer und Frauen in der Haft vergewaltigt wurden.
Am 24. August hatte das mutmaßliche Opfer auf der Webseite Etemaad-e Melli einen Bericht über ein Treffen mit Vertretern der Justizbehörde am 20. August veröffentlicht, bei dem es um seine Vergewaltigungsvorwürfe ging. In diesem Bericht sprach er davon, dass er stundenlang zu Dingen befragt worden sei, die für den Fall "irrelevant" seien.
Das Opfer berichtete, er sei gefragt worden, ob er bestochen worden sei, damit er die Behauptungen aufstelle. Weiterhin habe man ihm peinliche Fragen gestellt, zum Beispiel nach dem "Grad der Penetration" und ob "die andere Person (der Vergewaltiger) befriedigt worden" sei.
Der neue iranische Justizchef Ayatollah Sadeq Larijani hat den Hardliner-Staatsanwalt Mortazavi entlassen, der auch hinter den Massenprozessen gegen Protestteilnehmer stand.
Dutzende Menschen wurden bei den Demonstrationen getötet, 4000 wurden zunächst verhaftet.
Das Gefängnis Kahrizak südlich von Teheran wurde geschlossen, nachdem die Fälle dreier Protestteilnehmer bekannt geworden waren, die an den ihnen im Gefängnis zugefügten Verletzungen gestorben waren.
Copyright des Englischen Originals © 2009 AFP
Dienstag, 1. September 2009
Ali Khamenei fürchtet die Geisteswissenschaften
Ali Khamenei, der oberste Führer der Islamischen Republik, äußert sich besorgt über die mehr als 2 Millionen Studenten geistewissenschaftlicher Fächer im Iran
Ali Khamenei ist beunruhigt darüber, dass 2 Millionen Studenten an Universitäten geisteswissenschaftliche Fächer studieren. "Das Lehren von Geisteswissenschaften an Universitäten wird dazu führen, dass Zweifel bezüglich der Fundamente von Religion und Glaube wachsen", sagte er.
Der Führer der Islamischen Republik Iran unterstrich am Sonntag, dass ungefähr 2 Millionen der 3,5 Millionen Studenten im Iran ein geisteswissenschaftliches Hauptfach belegen und sagte: "Dies gibt Anlass zur Besorgnis, denn die Kapazitäten unserer wissenschaftlichen Zentren und Universitäten auf den Gebieten lokaler Studiengänge und Islamforschung in den Geisteswissenschaften sowie die Zahl der Universitätsprofessoren, die an die islamische Ideologie glauben und auf Geisteswissenschaften spezialisiert sind, stehen in keinem ausgeglichenen Verhältnis zur Ausbildung einer solchen Zahl an Studenten."
Während seiner Rede vor Universitätsprofessoren und -administratoren fügte er hinzu, dass viele geisteswissenschaftliche Fächer auf Philosophien basierten, die sich mit Materialismus und der Ablehnung von Monotheismus und islamischer Lehre befassen. Eine Ausbildung von Studenten auf diesen Gebieten führe verbreitet zu Unglaube und Zweifel an den Grundfesten von Religion und Glauben.
Er forderte die Regierung Ahmadinejad, das Islamische Parlament und den Hohen Kulturrevolutionären Rat auf, sich diesem Problem ernsthaft zu widmen.
Der Führer der Islamischen Republik ist ein strenger und unnachgiebiger Befürworter der Islamisierung von Universitäten, Forschung und Wissenschaft. Er befürwortet eine Überarbeitung aller geisteswissenschaftlichen Curricula und beklagt, dass der Lehrstoff westlichen Theorien entnommen sei und den Säkularismus fördere.
Seit 18 Jahren fordert er immer wieder die Islamisierung von Universitäten und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen.
Im Juli letzten Jahres hatte Mohammad Mehdi Zahedi, Minister für Wissenschaft, Technologie und Forschung erklärt, dass die Islamisierung auf der Agenda stehe und dass viele Bildungs- und Forschungseinrichtungen - darunter das von Mohammad Taghi Mesbah Yazdi geleitete "Imam Khomenini Research Institute" - daran arbeiteten.
Im selben Zug hat Zahedi den "Rat für die Islamisierung der Universitäten" gegründet und Hojatol-Eslam Rouhallah Shateri zum Vorsitzenden ernannt. Später bildete er am Ministerium für Wissenschaft eine Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Anordnungen des Obersten Führers an das Wissenschaftsministerium zur Islamisierung von Universitäten.
Diese Arbeitsgruppe erstellte eine Sammlung von Vorschlägen, die dem Hohen Kulturrevolutionären Rat vorgelegt und von diesem gebilligt wurden. Die Umsetzung der Vorschläge auf den drei Gebieten "Dozenten", "Textbücher" und "Studenten" begann.
Mesbah Yazdi, einer der hochrangigsten konservativen Geistlichen der Islamischen Republik und ein großer Befürworter von Ahmadinejads Regierung, hatte bei einem Treffen mit Wissenschaftsminister Zahedi im November 2005 von der Administration eine zügige Umsetzung des Islamisierungsprojekts an Universitäten gefordert.
Zahedi hatte zugesagt, dass die Universitäten des Landes innerhalb der nächsten fünf Jahre islamisch werden "in einem Maße, dass wir mit organisierten und koordinierten Anstrengungen erreichen, dass wir beim Betreten jeder beliebigen Universität spüren, dass es sich um eine islamische Universität handelt."
Die Aktivitäten der Regierung Ahmadinejad zur Islamisierung der Universitäten fallen in eine Zeit, wo innerhalb der letzten vier Jahre Dutzende Professoren aus verschiedenen Gebieten der Geisteswissenschaften entlassen oder in den Ruhestand gezwungen wurden. Kritiker beklagen, dass das eigentliche Ziel der letzten wie auch der jetzigen Regierung sei, eine neue Kulturrevolution zu initiieren und Universitäten von Dissidenten - Studenten wie Lehrkräften - zu säubern.
"Studentische Religiosität"
Der Führer der Islamischen Republik hat in seiner Rede am Sonntag eine Ausweitung der spirituellen Atmosphäre gefordert und sagte: "Je religiöser die Studenten sind, desto mehr sind ihre Handlungen, ihr Verhalten und ihr Denken vor Schäden gefeit."
Ayatollah Khamenei sagte, "Freiheit im islamischen Regime" sei die "wahre Freiheit". Seiner Meinung nach verweigert sich die Islamische Republik vollständig den irrealen Freiheiten der westlichen Länder. Die Islamische Republik werde keine moralischen Hemmungen haben, sich dem Westen hinsichtlich dieser "irrealen Freiheit" zu widersetzen.
Es ist erwähnenswert, dass auch Abdolhossein Rouholamini bei dieser Veranstaltung anwesend war. Rouholamini ist der Vater von Mohsen Rouholamini, der nach den auf die Verkündung der Wahlergebnisse folgenden Protesten im Gefängnis Kahrizak sein Leben verlor. Khamenei verwies auf die jüngsten Ereignisse, die auf die Präsidentschaftswahl gefolgt waren und sagte: "Alle, die während dieser Ereignisse verletzt wurden, sollen wissen, dass die Regierung nicht beabsichtigt, gleichgültig zu bleiben." Er fügte hinzu: "Ebenso wie denen, die ausdrücklich gegen das Regime sind, mit Mitteln von Recht und Gesetz begegnet wird, so wird die Regierung mit den Ausführenden dieser Handlungen, die dabei ein Verbrechen begehen, ebenfalls nach Recht und Gesetz verfahren."
Obwohl seit der Niederschlagung der Straßenproteste gegen den Wahlausgang, bei denen Dutzende ihr Leben verloren, bereits zwei Monate vergangen sind, stehen Maßnahmen der Regierung der Islamischen Republik gegen die Verantwortlichen für diese Todesfälle noch immer aus.
Während offizielle Angaben der Regierung von mindestens 30 Toten bei den Protesten sprechen, berichtet die Opposition von 69 Toten und vielen Vermissten infolge der unangemessenen Reaktion seitens der Bereitschaftspolizei und der Basiji.
Quelle: http://www.radiofarda.com/
Sonntag, 30. August 2009
"Trauernde Mütter" im Laleh-Park, 29. August 2009
Übersetzung Persisch-Englisch: Suzy Mansourian (http://www.facebook.com/home.php#/topic.php?uid=249669090695&topic=9695)
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia
Zusammenkunft der Trauernden Mütter im Laleh-Park im Beisein von Rakhshan Bani-Etemad und Shahla Lahiji
Mehr als 80 Mütter kamen am Samstag im Laleh-Park zusammen, um die "Trauernden Mütter" zu unterstützen, die den Tod ihrer Märtyrer der Grünen Bewegung betrauern.
Der Weblog "Mourning Mothers" berichtet: Es wurde beschlossen, den Marsch um den Teich herum nicht um 19 Uhr zu beginnen, sondern ihn auf das Ende der Zusammenkunft zu verlegen, damit die Polizei die Zusammenkunft nicht so leicht auflösen kann.
Die Versammlung wurde mit der Zeit immer größer. Um 19:30 Uhr, kurz vor Sonnenuntegang, setzten sich alle langsam in Bewegung, und diejenigen, die um den Teich herum saßen, unterstützten die marschierenden Mütter mit aufmunternden Rufen und dem Siegeszeichen. Der Marsch dauerte bis 20:00 Uhr, und als der Ruf zum Abendgebet erklang, brachen diejenigen, die Ramadan begehen, mit Datteln das Fasten. Die Menschen im Park waren mit dem Marsch vertraut, und sie beteten für seinen Sieg.
In dieser Woche konnte man bekannte Gesichter im Laleh-Park sehen - Künstler, Schriftsteller, Frauenrechtlerinnen wie die Regisseurin und Frauenrechtlerin Rakshan BaniEtemad, die Schriftstellerin, Übersetzerin und Frauenrechtlerin Shahla Lahiji und die Frauenrechtlerin und Aktivistin der "One-Million-Signature"-Kampagne, die alle mit Freunden gekommen waren.
Glücklicherweise gab es keine Konflikte, obwohl viel Polizei im Park präsent war und sowohl in als auch um den Park herum viele Polizeiautos und -busse geparkt waren.
Der Weblog gibt außerdem bekannt, dass die Mütter beschlossen haben, ihre Zusammenkünfte wegen der Dämmerung Samstags von 18 - 19 Uhr abzuhalten.
Donnerstag, 27. August 2009
Beheshte Zahra July 13-15 - Deutsch
Übersetzung Farsi-Englisch: Suzi Mansourian
Übersetzung Englisch-Deutsch: Julia
"Was geschah auf dem Behesht-e Zahra-Friedhof am 13., 14. und 15. Juli 2009?"
Ich bin Studentin an der Universität. Ein Mitglied meiner Familie arbeitet auf dem Behesht-e Zahra-Friedhof. Wir gehören einer wirtschaftlich schlecht gestellten Klasse an, und wir alle unterstützen Ahmadinejad (ob es euch gefällt oder nicht!) Aber wir glauben, dass es einen Wahlbetrug gegeben hat! Wir sind für die Regierung Ahmadinejad, weil sie alle Angestellten des Friedhofs (besonders uns) mit Wohnungen versorgt hat. Ich glaube daran, dass es eine andere Macht ist als Ahmadinejad, die all diese Verbrechen begeht, und wenn er [Ahmadinejad] von diesen Verbrechen wüsste, würde er ganz sicher gegen sie vorgehen. Vielleicht kann er aus irgendeinem Grund nicht zeigen, dass er gegen diese Verbrechen ist - lasst uns hier nicht darauf eingehen.
Meine Mutter, die seit langem auf dem Friedhof arbeitet und Nachtschichten in der Serviceabteilung macht, erzählte uns, dass sie am 13., 14. und 15. Juli Informationen bekamen, dass Leichen von mehreren Unfallopfern erwartet würden, die bei Nacht begraben werden sollten! Wir alle waren überrascht, und ich hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmte.
Ich fragte meine Mutter immer wieder nach den Leichen von den Menschen, die während der Proteste getötet wurden, aber sie wollte meine Gefühle schonen und sprach gewöhnlich nicht darüber, sondern sagte, ich solle mich lieber auf mein Studium konzentrieren. Dieses Mal aber sollten [die Bestattungen] während der Nachtschichten stattfinden. Zwar gab es öfter nächtliche Beerdigungen, wenn es Unfälle gegeben hatte und man wegen Verspätungen mehr Zeit brauchte. Dieses Mal aber waren es drei Nächte hintereinander! Ich wollte meine Mutter eigentlich hinbringen, aber sie sagte, sie würde abgeholt.
Sie kam um 6 Uhr morgens nach Hause, und ich fragte sie, was los gewesen sei. Sie antwortete nicht, aber ich konnte Sorge und Trauer in ihrem Gesicht sehen. Ich fragte noch einmal. Sie sagte mir, ich solle schlafen gehen! Sie hatte am nächsten Tag frei und kümmerte sich um den Haushalt. Ich sah ihre Hände, auf denen Stempelfarbe zu sehen war, so als ob sie ihren Fingerabdruck irgendwo hingesetzt hätte. Ich fragte sie "Möchtest du mir nicht sagen, was passiert ist? Waren das wirklich Unfallopfer?" Sie sagte, ich solle still sein und dass sie sich nicht gut fühlt. Ich fragte nicht weiter.
Um Mitternacht bekam sie einen Anruf auf ihrem Handy, dann wurde sie wieder abgeholt. Dieses Mal kam sie am nächsten Morgen um 7 Uhr zurück und sah sehr traurig und müde aus. Sie ging schlafen. Um 9 Uhr hörte ich sie weinen. Ich stand auf und sagte zu ihr "Entweder sagst du mir jetzt sofort, was los ist, oder ich fahre nach Behesht-e Zahra und finde es selbst heraus". Sie sagte, es sei nichts. Ich sagte: "Dann rufe ich jetzt Tante Mahin (ihre Kollegin) an und frage sie". Meine Mutter sagte, Tante Mahin wisse nichts darüber. Ich sollte erwähnen, dass die Arbeit meiner Mutter sehr hart ist und dass sie deswegen sehr stark ist. Ich habe niemals vorher erlebt, dass sie wegen ihrer Arbeit weint, obwohl sie ein sehr weiches Herz hat.
Ich bestand darauf, dass sie mir sagt, was vor sich geht. Ich musste bei dem Grab meines Vaters schwören, nicht weiterzusagen, was sie mir erzählen würde. Ich willigte ein. Sie holte den Heiligen Koran, und ich musste mich waschen, meine Hand darauf legen und schwören, niemals etwas zu erzählen (ich habe mich sehr gewundert! Es schien sehr wichtig für sie zu sein, all das zu "vertuschen". Nie zuvor hatte sie von mir verlangt, einen solchen Schwur zu leisten). Sie sagte, sie würde dabei hauptsächlich an meine Sicherheit denken.
Jedenfalls leistete ich den Schwur, so wie sie es wünschte. Dann begann sie:
"Vorletzte Nacht (am 13. Juli), als ich in die Abteilung kam, sah ich ungefähr 30 gefrorene Leichen, die zum Auftauen dort lagen. Es waren viele bärtige Männer da, sie brachten mich und meine Kollegen in ein Zimmer. In dem Zimmer war ein älterer Mann mit einem Stempelabdruck auf seiner Stirn. Er sagte uns, dass wir in mehreren Nächten die Leichen einiger Feinde begraben müssten. Er sagte, sie seien antirevolutionär gewesen und hätten sie angegriffen und mehrere ihrer Soldaten getötet. Sie erklärten uns, dass sie die Leichen zur Identifizierung ins Land gebracht hätten, und dass sie abseits von Medien und den Augen von Spionen begraben werden müssten.
Er sagte, wenn wir darüber mit irgendjemandem sprechen würden, wäre unser und das Leben unserer Familien in großer Gefahr. Dann mussten wir unsere Nachnamen sagen, und er schrieb sie auf. Am Ende nahmen sie unsere Fingerabdrücke und erinnerten uns noch einmal daran, was er gesagt hatte. Dann brachten sie uns zurück an unsere Arbeitsplätze. Die meisten Leichen waren männlich, und es gab unter uns auch mehr männliche Arbeiter. In der Frauenabteilung waren wir nur wenige. In dieser Nacht gaben sie uns fünf Leichen von Frauen und Kindern, vollständig gefroren, aber ich glaube, in der Männerabteilung waren mehr als 20 Leichen.
Der Direktor des Friedhofs war auch da, und er sagte uns, dass wir bis 5 Uhr morgens, also vor Sonnenaufgang fertig sein müssten, selbst wenn wir es nicht schaffen würden, alle fünf Leichen vollständig zu waschen und zu begraben. Auf den Gesichtern der Frauen war gefrorenes Blut, und wir konnten schwere Verletzungen in ihren Gesichtern erkennen. Drei von ihnen waren in mittlerem Alter, zwei waren zwischen 20 und 30 Jahre alt. Der Kopf einer der Jüngeren war vollkommen aufgebläht. Das Eis schmolz nur schwer, und sie waren hart wie Holz. So haben wir sie begraben."
Meine Mutter wollte nicht weiterreden über die Dinge, die sie am 14. Juli gesehen hatte, aber ich bestand darauf.
Sie fuhr fort:
"Heute nacht sind wir wieder hingefahren, und es waren vier Mal so viele Leichen dort! Über 100! In der Frauenabteilung gab man uns 23 Leichen ohne Identität. Von den bärtigen Männern (Zivilpolizisten) gab es ebenfalls drei- oder vier Mal mehr als in der Nacht zuvor. An den Toren zum Friedhof standen Wachen, alle Eingänge wurden kontrolliert. Wir fingen an zu arbeiten. Aber wir sagten, dass wir bis 5 Uhr morgens nicht fertig werden könnten. Der ältere Mann mit dem Stempel auf der Stirn kam herein, und wir protestierten, denn Männer waren in der Frauenabteilung nicht erlaubt. Er sagte uns, dass all diese Frauen Prostituierte, Mörderinnen und Landesverräterinnen seien. Er sagte, er würde uns Verstärkung aus der Männerabteilung bringen! Aber es gab auch viele Leichen dort. Jedenfalls kamen drei der männlichen Mitarbeiter (zum ersten Mal) in die Frauenabteilung und halfen uns. Was mich am meisten empörte, war der Anblick der gefrorenen Mädchenleichen, die nicht nur gebrochene Kiefer, sondern auch geronnenes Blut an ihren Genitalien hatten. (Als Karroubi die sexuellen Übergriffe enthüllte, war ich sehr schockiert, denn wir hatten vermutet, dass mit diesen Frauen in der Haft so etwas geschehen sein könnte.)
Heute Nacht waren die Leichen nicht so stark gefroren, aber wir konnten die Markierungen sehen, die das Eis auf ihnen hinterlassen hatte. Unter ihnen waren Mädchen, die jünger als 20 waren. Wir arbeiteten sehr schnell, und mit der Hilfe der Männer waren wir um 4 Uhr morgens mit 14 von ihnen fertig. Dann brüllten die Männer uns an, wir sollten die anderen begraben, ohne sie zu waschen und einzuwickeln. Das haben wir auch getan. Bis 5 Uhr hatten wir 17 Leichen begraben. Sie sagten uns, wir sollten die letzten sechs zudecken und sie begraben lassen, aber ihr Boss sagte, dass es bereits zu spät sei und nur noch wenig Zeit war bis Sonnenaufgang, so dass der Rest in der folgenden Nacht erledigt werden müsste."
Meine Mutter hatte Tränen in den Augen. Sie sagte, sie müsse morgen wieder hingehen, es wäre die letzte Nacht. Meine Mutter hatte von ihren Kolleginnen gehört, dass diese Leichen alle von den jüngsten Protesten gegen die Wahl stammten. Am 15. Juli fuhr sie wieder nach Behesht-e Zahra, und ich konnte nicht schlafen. Ich wartete auf sie. Sie kam gegen 7 Uhr morgens zurück. Ich lief zu ihr und griff nach ihren Händen. Sie setzte sich hin und sagte, ich solle nicht weitersagen, was sie mir erzählt hätte. Sie sagte, dass sie in dieser Nacht die Leichen ohne Vorbereitung begraben hätten, und dazu noch die restlichen Leichen der vorigen Nächte.
Einige Wochen später hörte meine Mutter, dass nicht alle Leichen nach Behesht-e Zahra gebracht worden waren, sondern einige auch an unbekannte Orte. Einer der Angestellten des Bestattungsdienstes, mit dem wir befreundet sind, sagte, dass sie einige Gräber leer lassen mussten, und wenn jemand seinen verstorbenen Angehörigen beerdigen lassen wollte, sollten sie diese leeren Gräber benutzen. Die Nummern der Gräber brauche ich nicht zu sagen, denn die wurden ja von BBC genannt.
Ich sollte noch sagen, dass sie [BBC?] in ein paar Tagen mit dem Direktor von Behehst-e Zahra darüber sprechen werden, warum er Nummern statt Namen für die Gräber verwendet hat. Ich gebe diese Informationen weiter, obwohl ich geschworen habe, es nicht zu tun. Es ist mir egal, was passiert. Auch wenn sie für Mousavi waren und ich gegen sie war, so waren sie trotzdem meine Mitbürger, und mein Leben ist nicht mehr wert als ihres.
Mittwoch, 26. August 2009
Student in Mashhad verhaftet - Bericht 26. August
Englische Quelle: Übersetzung aus dem Persischen auf Facebook-Gruppe "English Translations of Persian Articles" (http://www.facebook.com/group.php?gid=249669090695#/group.php?gid=249669090695)
Persische Quelle: http://www.autnews.cc/
Einen Monat nach seiner Verhaftung berichtet ein Student der Ferdowsi-Universität in Mashhad über seine Entführung und brutale Schläge.
Khabarnameh, der Newsletter der Amirkabir-University of Technology, berichtet, dass A. G., ein Student der Ferdowsi-Universität in Mashhad, am 14. Juli 2009 von Sicherheitskräften im Pounak-Distrikt in Teheran verhaftet wurde. Er wurde geschlagen und beleidigt und dann an einen unbekannten Ort verbracht.
Nach den brutalen Schlägen verhafteten ihn die Sicherheitskräfte und die Zivilpolizisten, ohne einen Haftbefehl vorzuzeigen, und brachten ihn in ein ihm unbekanntes Internierungslager.
Eine Woche nach seiner Verhaftung wurde er dann von diesem Ort aus ins Evin-Gefängnis verlegt, wo er in Einzelhaft kam. Wie Khabarnameh schreibt, wurde ihm trotz seiner Verletzungen und Schädel- und Fingerfrakturen von den Gefängnisbeamten nicht gestattet, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Während der Verhöre waren ihm stets die Augen verbunden. In mehreren Fällen wurde er von schwarz maskierten Befragern schwer geschlagen und physisch und mental misshandelt.
Während seiner Haft wurden ihm verschiedene Vergehen vorgeworfen, darunter Blasphemie, Verbindung zu ausländischen Quellen, Aktionen gegen die nationale Sicherheit, Ruhestörungen und Beteiligung an der Zerstörung öffentlichen Eigentums.
Wegen seines kritischen physischen Zustands wurde er gegen eine Kaution von 50.000 $ aus dem Evin-Gefängnis entlassen, um medizinisch behandelt zu werden.
Samstag, 22. August 2009
"Basiji in the Islamic Republic" - auf Deutsch
Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Quelle: "Devouring their own - Basiji in the Islamic Republic"
http://www.huffingtonpost.com/narges-bajoghli/devouring-their-own-the-b_b_264939.html
von Narges Bajoghli
Amir Hosseini* folgte dem Aufruf Ayatollah Khomeinis zur Verteidigung der Nation und der Revolution, als Irak am 22. September 1980 in den Iran einmarschierte. Er fand sich im benachbarten Hauptquartier der Basij ein und meldete sich mit 17 Jahren freiwillig an die Front. Die Basij entstanden kurz nach der iranischen Revolution von 1979 als "große Volksmiliz", in den Worten Ayatollah Khomeinis, der der Höchste Führer der neu gegründeten Islamischen Republik wurde. Diese paramilitärische Gruppe stand unter der Federführung der Revolutionsgarden, und beide spielten im Iran-Irak-Krieg von 1980 bis 1988 eine große Rolle. Amir Hosseini schloss sich 1980 ihren Truppen an und ging kurz darauf an die Front.
Als hingebungsvoller Basiji, der zu einem versierten Kämpfer geworden war, kehrte Amir jedoch schon 1986 auf das Schlachtfeld zurück. Ein Jahr später, in einem Minenfeld im Süden des Landes, verlor er beide Beine und musste für den Rest seines Lebens im Rollstuhl sitzen, während die Chemikalien allmählich seine Lungen verätzen.
Amir ist einer dieser Männer, die mit grimmigem Stolz zu ihren Jahren an der Front stehen. Seine Jugend verbrachte er in den Schützengräben im Kampf gegen die Iraker (die von Europa und Amerika mit ausgeklügelten Waffen ausgestattet waren), während dieser ersten grausigen Schlachten mit nichts anderem als Maschinengewehren und Molotovcocktails, um die Iraker von iranischem Terrain zu vertreiben. Er ist ein Veteran des längsten Krieges des 20. Jahrhunderts, der mehr als 1 Millionen Menschenleben sowohl in Iran als auch in Irak forderte.
Zu Beginn der auf den Krieg folgenden Wiederaufbauphase im Iran wurde Amir jedoch zunehmend desillusioniert über die Mächtigen. Er erkannte, dass das, wofür er gekämpft hatte, nichts mit dem zu tun hatte, was die politische Elite im Namen des Krieges tat. Er sah, wie "Kriegsveteranen", die ihren gesamten Dienst in Büros weitab der Front verbracht hatten, lukrative Geschäfte zugeschanzt bekamen, er war Zeuge, wie die Wandbilder seiner toten Freunde allmählich als Werbung die Anschlagtafeln in ganz Teheran zu zieren begannen: ihr gerechter Kampf wurde wie ein Wunder-Reinigungsmittel verkauft, mit dem alle Flecken und Makel, die ganze Korruptheit der Regierung beseitigt werden sollten.
Der Krieg war vorbei, die Anstrengungen zum Wiederaufbau des Landes waren im Gange, und die Revolutionsgarden waren nicht mehr länger eine Institution zum Schutz der Nation und der Revolution - sie wurden zum größten unabhängigen Wirtschaftsimperium innerhalb des Regimes. Durch die Kombination der Wirtschaftspolitik unter Präsident Rafsanjani (1989 - 1997) mit den politischen Manövern des neuen Höchsten Führers, Ali Khamenei, ist die Islamische Republik trotz der Warnungen Ayatollah Khomeinis zu einem militarisierten Staat geworden. Tatsächlich hatte Khomeini in den 1980er Jahren erklärt, dass das Militär und die Revolutionsgarden sich aus der Politik heraushalten müssten. In seinem Testament, das ein Manifest für die Islamische Republik in der Ära nach Khomeini ist, schrieb Khomeini:
"Mein ausdrücklicher Rat an die Streitkräfte ist, sich an die Regel der Nichteinmischung des Militärs in die Angelegenheiten der politischen Parteien zu halten. Die Streitkräfte einschließlich der Armee, der Polizei der [Revolutions]Garden, der Basij und anderer dürfen keiner politischen Partei beitreten und müssen sich von politischen Manövern fernhalten. Die Revolution gehört dem Volk, und ihr Schutz ist die Pflicht aller, es ist die patriotische und islamische Verpflichtung der Regierung, des Volkes, des Verteidigungsrats und des Majlis [Parlament, d. Übers.], sich den Streitkräften sofort entgegenzustellen, wenn sie - seien es die Befehlshaber und die oberen Ränge oder die niederen Ränge - gegen das Interesse des Islam und des Landes handeln oder wenn sie politischen Parteien beitreten oder sich an politischen Manövern beteiligen wollen, was sie ohne Zweifel ruinieren wird. Es ist die Pflicht des Führers und der Revolutionsgarde, derartige Aktoinen mit Gewalt zu verhindern, um Schaden vom Land abzuwenden." (1989: 45).
Nichtsdestotrotz hat Rafsanjanis Wirtschaftspolitik zum Wiederaufbau des Landes ihn dazu gebracht, die Erhöhung der Einkünfte zur Priorität für alle Regierungsbehörden zu machen. Während des Krieges selbst hatten die Revolutionsgarden ihre wirtschaftliche Macht über die iranische Gesellschaft vergrößert. Ihr riesiges Budget war im Majles (Parlament) nicht rechenschaftspflichtig, und ihre Partnerschaften mit der einflussreichen und mächtigen Märtyrer-Stiftung (Bonyad-e Shaheed) und der Stiftung der Unterdrückten (Bonyad-e Mustazafen), beide direkt nach der Revolution gegründet, unterlagen keiner Aufsicht. Diese Stiftungen gehören zu den am großzügigsten ausgestatteten Organisationen im Staat.
Im Juli 2007 erklärte das Energieministerium, dass die Auftragnehmer der Revolutionsgarden alle öffentlichen Infrastrukturprojekte einschließlich Wasser, Elektrizität und Brücken zunächst in Westiran leiten würden. Viele dieser Verträge wurden (und werden immer noch) ohne Ausschreibung vergeben, was gegen das iranische Gesetz ist, das offene Ausschreibungen vorschreibt. Zusätzlich zu ihren Verträgen betreiben die Revolutionsgarden auch ihre eigenen "Freihandelshäfen", in denen der durchschnittliche iranische Geschäftsmann, der Waren importieren oder exportieren möchte, hohe Zölle zahlen muss.
Mit einer Mischung von Wirtschaftspolitik und politischen Manövern haben die Revolutionsgarden und die Basij alle Bereiche des öffentlichen Lebens im Nachkriegsiran betreten.
Nach den Studentenprotesten von 1999 in Teheran erklärten 24 führende Offiziere der Revolutionsgarden in einem an Khatami adressierten Brief in der konservativen Zeitung Jomhuri-e Eslami, die Revolutionsgarden könnten "diese Situation nicht länger tolerieren" und würden handeln, sollte Khatami seine Politik nicht ändern. Als Khatamis Präsidentschaft zu Ende ging, wurden die reformorientierten Mitglieder der Revolutionsgarden in den Hintergrund gedrängt, während ihre konservativen Kollegen innerhalb der politischen und wirtschaftlichen Gefilde gut positioniert wurden, um ihre Macht zu vergrößern.
In den Präsidentschaftswahlen von 2005 waren fünf der sieben Bewerber für das Amt entweder Mitglieder der Revolutionsgarden oder hatten irgendwann die Revolutionsgarden befehligt. Die Wahl von 2005 war der Wendepunkt, an dem die konservativen Mitglieder der Revolutions-garden und Basij die wichtigsten politischen Ämter im Land beanspruchten. Nachdem Mahmoud Ahmadinejad (selbst ein ehemaliges Mitglied der Revolutionsgarden) die Wahl von 2005 gewonnen hatte, waren viele seiner Kabinettsmitglieder und fast 80 Parlamentsmitglieder formal Mitglieder der Revolutionsgarden.
Am 13. Juni, nach der Verkündung der Wiederwahl Ahmadinejads zum Präsidenten mit einer großen Stimmenmehrheit, gingen Amir, seine Frau und ihr 25-jähriger Sohn auf die Straße und schlossen sich Millionen von Iranern an, die gegen das Wahlergebnis protestierten.
Auch am zweiten Tag gingen sie mit Millionen friedlicher Demonstranten, in einem Schweigemarsch, um ihre Stimmen hörbar zu machen. Angespornt von der unglaublichen Energie der Straße verließen Amir und seine Familie auch am dritten Nachmittag ihre Wohnung. Sein Sohn schob Amirs Rollstuhl, und sie schlossen sich der Menschenmenge an. Es war der Tag, an dem die Basij (dieselbe Gruppe, der Amir einst voller Stolz beigetreten war) seinen Sohn mit ihren Schlagstöcken und Gift attackierten. Amir schrie sie von seinem Rollstuhl aus an, appellierte an ihr Erbarmen. Um ihn zum Schweigen zu bringen, wandten sie sich ihm zu, schlugen ihn, um dessen Handgelenke die grünen Bänder von Mir Hossein Moussavi gewickelt waren, bis er aus seinem Rollstuhl fiel. Blutig und zerschrammt wurde er von seinen Nachbarn nach Hause gebracht. Obwohl das im Vergleich zu seinen Kriegswunden nichts war, weinte Amir in dieser Nacht unkontrolliert. Er war nicht imstande zu glauben, dass das System, für das er während seiner ganzen Jugend gekämpft hatte, das System, für das er stolz und ohne sich zu beklagen seine beiden Beine verlor, sich gegen ihn gewendet hatte. Er hatte 20 Jahre ohne seine Beine gelebt und seine Abende am Beatmungsgerät verbringen müssen, weil seine Lungen nicht mehr selbstständig atmen konnten. Und jetzt hatten sie ihn geschlagen.
Am nächsten Tag erlitt Amir einen Herzinfarkt.
Er liegt noch immer auf der Intensivstation in einem Krankenhaus in Teheran, seine Familie und seine Freunde aus Kriegszeiten sind bei ihm. "Dafür haben wir nicht gekämpft", sagen sie zu mir, und Ärger klingt in ihren Stimmen mit. "Diese Kinder da draußen mit den Schlagstöcken, die sind wie ein Krebsgeschwür für unsere Gesellschaft", sagt einer, mit Augen, die rot sind vor Ungläubigkeit und Empörung.
* Der Name wurde zum Schutz seiner Identität geändert
Narges Bajoghli, Doktorandin der soziokulturellen Anthropologie an der Universität New York, Wissenschaftlerin am MacCracken-Institut, beschäftigt sich mit der Produktion von Medien in revolutionären Gesellschaften, insbesondere mit der Rolle der Basij in der Medienproduktion im Iran.
Iranian boy tells of prison rape - Deutsch
Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original: http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/middle_east/article6805885.ece
von Homa Homayoun



Der 15-jährige sitzt weinend in einem Unterschlupf irgendwo in Zentraliran, gebrochen in Körper und Geist. Reza geht nicht hinaus - er hat schreckliche Angst, allein gelassen zu werden. Er sagt, er will seinem Leben ein Ende setzen - warum, ist nicht schwer zu verstehen: Weil er es wagte, das grüne Armband der iranischen Opposition zu tragen, wurde er 20 Tage lang eingesperrt, geschlagen, wiederholt vergewaltigt und dem Abu-Ghraib-Stil sexueller Demütigung und Missbrauch unterzogen, für den das iranische Regime die Vereinigten Staaten anprangert.
Reza ist ein lebendiger Beweis für die von Oppositionsführer Mehdi Karroubi erhobenen Anschuldigungen, dass Gefängnisbeamte systematisch sowohl männliche als auch weibliche Gefangene vergewaltigen, um ihren Willen zu brechen. Das Regime hat Karroubi beschuldigt, die Feinde Irans durch Verbreitung von Lügen zu unterstützen und gedroht, ihn zu verhaften.
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Rezas Tortur begann Mitte Juli, als er mit ca. 40 anderen Teenagern während einer Demonstration der Opposition in einer großen Provinzstadt verhaftet wurde. Viele von ihnen waren zu jung, um zu wählen. Sie wurden an einen Ort gebracht, den er für einen Stützpunkt der Basij-Miliz hielt. Dort verband man ihnen die Augen, zog sie bis auf die Unterwäsche aus, peitschte sie mit Kabeln aus und sperrte sie dann einen Frachtcontainer aus Stahl.
In der ersten Nacht wurde Reza von drei Männern in Zivil ausgewählt, die sich als Häftlinge ausgaben. Während die anderen Jungen zusahen, stießen sie ihn zu Boden. Einer drückte seinen Kopf nach unten, ein anderer setzte sich auf seinen Rücken, und sie urinierten auf ihn, bevor sie ihn vergewaltigten.
Dann wurde Reza hinausgebracht, an einen Metallpfahl gebunden und die ganze Nacht dort gelassen. Am nächsten Morgen kam einer der Männer zurück. Er fragte, ob Reza seine Lektion gelernt hätte. “Ich war wütend. Ich spuckte ihm ins Gesicht und fing an, ihn zu beschimpfen. Er stieß mir ein paar Mal seinen Ellbogen ins Gesicht und schlug mich." Zwanzig Minuten später, so Reza, kam der Mann mit einer Tüte voller Exkremente zurück, drückte sie Reza ins Gesicht und drohte damit, dass er ihn zwingen würde, sie zu essen.
Später wurde Reza in ein Verhörzimmer gebracht, wo er seinem Befrager erzählte, dass er vergewaltigt worden war. "Ich habe einen Fehler gemacht. Er klang freundlich, aber meine Augen waren verbunden. Er sagte, er würde der Sache nachgehen, und ich war voller Hoffnung", sagte Reza.
Dann wurde Reza gewzungen, ein "Geständnis" zu unterschreiben, in dem er sagte, dass ausländische Kräfte ihn und seine Freunde angewiesen hätten, Gebäude von Banken und staatlichen Medien in Brand zu setzen. Er wurde aufgefordert, als Rädelsführer einen 16-jährigen Freund zu identifizieren, der so schlimm geschlagen worden war, dass er im Krankenhaus lag.
Am nächsten Tag wurden Reza und andere Häftlinge in eine polizeiliche Arrestanstalt überführt, wo er eine weitere Woche festgehalten wurde.
Am dritten Tag kamen Polizisten mitten in der Nacht in die Zelle, verbanden ihm die Augen und brachten ihn zur Toilette, wo er wieder vergewaltigt wurde. "Meine Hände haben angefangen zu zittern, meine Beine waren schwach und ich konnte nicht richtig aufstehen. Ich fiel hin und stieß meinen Kopf heftig gegen den Boden, um mich umzubringen. Ich fing an zu schreien und sie zu rufen, damit sie mich umbringen. Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen. Ich hasste mich selbst", sagte er und weinte bei der Erinnerung daran.
Am darauffolgenden Morgen wurde er von einem Polizeikommandanten einbestellt, der ihn fragte, warum er in der Nacht so geschrieen habe. Er erklärte es und wurde daraufhin aufgefordert, seinen Vergewaltiger zu identifizieren. Der Junge sagte, er habe verbundene Augen gehabt. Der Kommandant schlug ihn und beschuldigte ihn der Lüge. Er wurde gezwungen, einen Brief zu unterschreiben, in dem er zugab, grundlose Anschuldigungen gegen die Sicherheitskräfte erhoben zu haben.
Rezas Tortur war noch lange nicht vorüber. Er wurde mit ca. 130 anderen Gefangenen zum Revolutionsgericht der Stadt gebracht, wo sie in einem Hof zusammengetrieben wurden. Der Richter sagte, er würde diejenigen hängen, die sich der Islamischen Revolution gewaltsam widersetzt hätten, und las die Namen von zehn Teenagern vor, darunter auch Rezas Name. Die Botschaft war klar: Sollten sie weiterhin sagen, dass sie vergewaltigt wurden, würden sie hingerichtet.
Der Richter schickte sie in das Hauptgefängnis der Stadt, wo Reza Handschellen angelegt wurden. Er wurde mehr als 10 Tage lang mit sechs anderen Jungen zusammen in einer kleinen Zelle festgehalten. Abends wurden die Jungen von Polizisten geschlagen und verhöhnt: "Ihr wolltet eine Revolution verursachen?"
Ab und zu kam der diensthöchste Polizist und brachte die Jungen weg, immer drei auf einmal. "Wenn sie zurückkamen, waren sie sehr still und bedrückt", sagte Reza. Als er an die Reihe kam, wurden er und die anderen in einen kleinen Raum geführt, wo man ihnen befahl, sich auszuziehen und miteinander Sex zu haben. "Er sagte zu uns, dass wir dadurch gereinigt würden - wir würden so zerrüttet sein, dass wir einander nicht länger ansehen könnten. Das würde uns helfen, uns zu beruhigen."
Nach 20 Tagen konnte Rezas Familie endlich seine Entlassung bewirken - gegen eine Kaution von ca. 45.000 £ und mit einer letzten Warnung, nichts über seine Behandlung im Gefängnis zu sagen. Sein Bruder sagte: "Ein Freund von mir arbeitet in dem Gefängnis, in dem Reza war. Er hat mir erzählt, dass er krank war. In der Nacht seiner Entlassung weinte er unkontrolliert, dann brach er zusammen und erzählte meiner Mutter alles."
Die Familie konnte eine Krankenhausärztin, die sie kannten, dazu überreden, ihn zu behandeln, obwohl sie sich damit in Gefahr brachte. Sie hat seine körperlichen Verletzungen behandelt und ihm Antibiotika und Sedativa gegeben, kann aber keine inneren Untersuchungen durchführen. Reza ist schwer traumatisiert, hat schreckliche Angst, wieder ins Gefängnis zu kommen und schläft kaum.
Die Ärztin sagte der Times, dass andere Häftlinge ähnliche Schicksale erlitten hätten. "Wir haben im Krankenhaus viele Fälle, aber wir können sie nicht melden. Sie lassen uns keine Akte anlegen. Sie wollen keine Dokumentation", sagte sie.
Drewery Dyke, ein Rechercheur von Amnesty International Iran, sagte, Rezas Fall "stimmt mit anderen Berichten überein, die wir bezüglich des Ausmaßes der Missachtungen der menschlichen Würde, der ungehinderten Misshandlungen ohne irgendwelchen rechtlichen Rückhalt, der Involvierung in die Vergewaltigungen sogar von juristischen Personen und die Vorenthaltung des Grundrechts auf medizinische Versorgung erhalten haben."
Reza hat zumindest überlebt, um der Welt seine Geschichte zu erzählen. Der 16-jährige Freund, den er als Rädelsführer nennen musste, ist mittlerweile im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben.
Die Identität aller in diesem Artikel genannten Personen wurde zurückgehalten.

