Sonntag, 18. Oktober 2009
Prominenter Reform-Kleriker verurteilt Nuklearwaffen
Quelle (Englisch): http://www.zamaaneh.com/enzam/2009/10/prominent-reform-cleric-c.html
Übersetzung ins Deutsche: Julia
Bei Weiterveröffentlichung bitte Link zu diesem Post angeben.
Ayatollah Hossein Ali Montazeri antwortete auf einen Brief des reformorientierten Klerikers Mohsen Kadivar mit der Aussage, der Bau von Nuklearwaffen sei “unislamisch.”
Unter Berufung auf seine Autorität als islamischer Gelehrter erklärte Ayatollah Montazeri:
“Investition, Produktion, Lagerung und Anwendung von Atomenergie für Waffentechnologie und die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen ist für jedes Land verboten." Sein Standpunkt, der über seine Informationszentrale veröffentlicht wurde, zielt darauf ab, dass derartige nukleare Aktivitäten "nicht nur nationale Ressourcen verschwenden, sondern auch Nachbarländer bedrohen und Misstrauen in die internationalen Beziehungen tragen."
Die Westmächte haben mehrfach ihre Besorgnis geäußert, dass Iran möglicherweise an der Entwicklung von Nuklearwaffen arbeitet. Diese Vermutungen waren von iranischen Behörden zurückgewiesen worden, die betonten, dass sämtliche Nuklearprogramme Irans friedlicher Natur seien. Sie haben sogar behauptet, dass Nuklearwaffen "keinen Platz in der Islamischen Verteidigungsdoktrin" hätten.
Ayatollah Montazeri schreibt, die Menschheit, insbesondere die Moslems, müssten dafür kämpfen, dass die Nutzung von Nuklearwaffen beendet wird.
In seinem Brief an Ayatollah Montazeri hatte der progressive Geistliche Mohsen Kadivar die Regierung der Islamischen Republik beschuldigt, sie würde "lügen" und hinzugefügt, dass die "heuchlerische" Konfrontation der Bürger durch die Regierung einen "nie dagewesenen Vertrauensverlust gegenüber der iranischen Führung auf internationaler Ebene" zur Folge gehabt habe.
Kadivar schließt mit der Frage: Wenn ein System seine Bürger derartig "leichtfertig" belügt, wie soll diesem System dann auf internationaler EbeneVertrauen entgegengebracht werden?
Samstag, 26. September 2009
Eltern der Kahrizak Opfer wollen Gerechtigkeit für ihre Kinder + Interview mit Dr. Rouholamini
Übersetzung: Julia
Mittwoch, 23 September 2009 02:23Uhr
Die letzte Ausgabe der iranischen Wochenmagazins "Panjareh" berichtet über die unvergessliche Tragödie der "Kahrizak-Morde" und beleuchtet die Auswirkungen und die Aktionen der Regierung und der Eltern der Opfer.
“Tabnak” berichtet, dass neben den Interviews mit Dr. Abd Al Housein Rouholamini, Najaf Abadi, Ali Javadifar und Ali Kamrani, den trauernden Vätern von Opfern, zwei weitere Stellungnahmen anonym gebliebener Eltern in Form von Notizen und kurzen Briefen zum Thema vorliegen.
Die Zusammenfassung der Notizen und Interviews:
Ali Javadifar, der Vater des Getöteten Amir Javadifar (ermordet während seines Haft in Kahrizak), schreibt folgendes:
“Als Reaktion auf den Wunsch (des Volkes) nach Gerechtigkeit"
Vor Kurzem hatte ich ein Treffen mit dem Aufseher des Kahrizak-Gefängnisses. Das Treffen endete mit verbalen Ausfällen und tätlichen Angriffen. Ich zeigte ihm ein Foto meines ermordeten Sohnes und fragte ihn, "Wissen Sie, wer (die Person) auf dem Bild ist? Das ist dieselbe Person, die Sie und Ihre Lakaien zusammengeschlagen haben, weil er im Schatten gesessen hatte". Vor einigen Tagen besuchte ich den Generalstaatsanwalt, der mit dem Fall betraut ist, und er informierte mich über die Maßnahmen, die ergriffen wurden, um Beweise und Zeugenaussgen zu sammeln.Er versprach mir zudem, dass er den Fall mit aller Entschlossenheit und kompromisslos verfolgen werde und dass das Gericht seine Arbeit baldmöglichst aufnehmen wird."
“Bedenkt man, dass der Oberste Führer persönlich gefordert hat, dass diese Angelegenheit untersucht wird, so werden meiner Meinung nach diese Morde ernst genommen werden. Da er eine starke Position bezogen hat, wird man mit den Schuldigen und ihren Partnern rasch verfahren können."
In einer dem Gericht übermittelten Zeugenaussage habe ich darum gebeten, dass das Gericht jede einzelne beteiligte Person belangen möge, angefangen bei denen, die die Befehle gaben bis hin zu denen, die assistierten und die Befehle ausführten. Mir geht es nicht um eine bestimmte Person, sondern ich glaube, dass jeder, der an den "Kahrizak-Morden" und der Ermordung meines geliebten Sohnes beteiligt war, vom einfachsten Soldaten bis hin zum höchstrangigen Offizieren, belangt und verurteilt werden muss.
Meiner Meinung nach würde das iranische Volk vom Richter dasselbe verlangen, nicht nur, um die Familien emotional zu unterstützen, sondern auch, um die am Vergießen unschuldigen Blutes beteiligten Verbrecher in maximaler Ausschöpfung des Gesetzes zu verfolgen.
Ali Kamrani, der Vater des verstorbenen Mohammad Kamrani (ein Mordopfer von Kahrizak) schreibt folgendes:
Mein Wunsch: “Auge um Auge”
Seit meine Frau und ich in der Justizabteilung vorgesprochen haben, um unserer Zeugenaussage als Kläger zu machen, haben wir nichts mehr gehört. Sollte es in dem Fall Fortschritte gegeben haben, so weiß ich nach wie vor nichts davon. Wirkliche Fortschritte wird es nur dann geben, wenn die Beschuldigten gestehen und wir von diesen Geständnissen erfahren.
Wir haben die entsprechenden Behörden, mit denen wir in Kontakt stehen, darüber informiert, dass wir erst zufrieden sein werden, wenn alle Schuldigen in voller Ausschöpfung der gesetzlichen Möglichkeiten belangt worden sind, damit meine ich "Auge um Auge". Dies, und nur dies, fordern wir und Familien anderer Opfer, und nur damit werden wir uns zufrieden geben.
Ich reiche keine Klage gegen eine Einzelperson ein, sondern gegen alle Beteiligten an diesen furchtbaren Morden. All diese Leute müssen nach dem Gesetz bestraft werden, ungeachtet ihrer Position, ihres Amtes oder ihrer Amtsgewalt. Die Regierung selbst muss dies in die Hand nehmen, und Gerechtigkeit muss ausnahmslos walten.
_____________
Zur Zeit werden die Akten aller Familien, die einen Angehörigen in Kahrizak verloren haben, zusammen mit den Akten der ehemaligen dort Inhaftierten zusammen in einem einzigen Gericht bearbeitet. Herr Rouholamini, der an einem Treffen mit dem für all diese Akten verantwortlichen Richter teilnahm, berichtete mir am Telefon, dass in allen Fällen große Fortschritte zu verzeichnen seien.
Ich bin der Meinung, dass diese Fälle öffentlich verhandelt werden müssen, damit die Menschen den Verbrechern Gesichter zuordnen können und die Wahrheit für alle sichtbar wird. Auf diese Weise werden die Verbrecher und ihre Mitarbeiter sich in ihrer Verteidigung weniger auf Lügen berufen.
Interview mit Dr. Rouhalamini:
Der ehemalige Direktor des Pasteur-Instituts in Iran war kein Unbekannter in Irans politischen und wissenschaftlichen Kreisen, aber die schrecklichen Ereignisse nach den Wahlen haben ihn direkt ins Rampenlicht befördert.
Obwohl 60 Tage vergangen sind, seit sein Sohn unerwartet auf tragische Weise ermordet wurde, trauert er noch immer und trägt die traditionelle schwarze Tracht [1] in Trauer um den Verlust seines Sohnes, dessen bekannter Fall Licht auf die jetzt als "Gräuel von Kahrizak" bezeichnete Ermordung vieler anderer geworfen hat, die während der Unruhen nach den Wahlen verhaftet wurden. Dr. Rouholamini sammelt aktiv Beweise [2], juristische Dokumente und Zeugenaussagen, um dem Gericht einen soliden Fall präsentieren und Gerechtigkeit für seinen Sohn und die anderen Opfer fordern zu können. Nach mehrmaligem Nachfragen wurde das folgende Interview mit Dr. Rouholamini in seinem Büro im Wissenschaftlichen Pharmazeutischen Institut der Medizinischen Universität in Teheran geführt:
Wir wissen, dass dies sehr schwer für Sie sein muss, aber wir würden sehr gern mit einigen Worten über Mohsen (Dr. Rouholaminis verstorbenen Sohn) beginnen.
Der Märtyrer Mohsen Rouholamini war erst 25, als er ermordet wurde. Obwohl er Computerwissenschaften an der Technischen Hochschule der Universität Teheran studierte, gab er sich nicht damit zufrieden, um des Studierens Willen zu studieren. Also brach er ab, um als Programmierer zu arbeiten. Seinen Kommilitonen zufolge war er "ruhig und konstruktiv", ein Freigeist, neugierig und immer auf der Suche nach der Wahrheit.
Wie viele der heutigen Jugendlichen war er schwer zufrieden zu stellen, denn anders als unsere Generation gab er sich niemals mit klischeehaften Antworten zufrieden. Mein Sohn hatte immer Probleme mit Heuchelei und Unehrlichkeit, und als der reine und gute Mensch, der er war, setzten ihm die Entwicklungen emotional mehr und mehr zu. Er machte sich Sorgen um unser Volk und unser Land. Mein Sohn machte sich wie so viele andere junge Iraner Gedanken um die Zukunft des Landes und des iranischen Volkes, und er suchte beständig nach Lösungen, ohne dabei jemals irgendjemandem zu schaden.
Dr. Rouhalamini, Sie sind bekannt und innerhalb des Regimes eine akzeptierte Figur; was sind Ihre Gedanken bezüglich der Gräuel, die nach der Wahl stattgefunden haben?
Wir können diese Sache nicht einfach wegwischen, auch wenn es der einfachste Weg zu sein scheint, um mit der Tragödie fertig zu werden. Ich muss hinzufügen, dass Probleme entstehen und die Luft vergiftet wird, sobald die Sache politisch kompliziert wird. Es wird schwieriger, ehrliche Meinungen zu bekommen und Dinge anhand ihrer wahren Bedeutung zu beurteilen.
Auch wenn wir diese Sache, wie der Oberste Führer erwähnte, mit den gegenwärtig verfügbaren Mechanismen und Möglichkeiten weiter verfolgen können, so können die Unruhen nach der Wahl nicht als Entschuldigung für Angriffe auf Leben und Besitz der Menschen herangezogen werden. Wir müssen die Tatsache akzeptieren, dass viele der Proteste von den Menschen ausgingen; leider führten viele engstirnige Entscheidungen, Übertreibungen und Sachlichkeit (? dispassion) dazu, dass die Situation auf die denkbar schlechteste Weise gehandhabt wurde, was beim iranischen Volk einen sehr bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat.
Sind Sie als einer der Beschwerdeführer gegen die Kahrizak-Gräuel bereit, auf Gerechtigkeit zu verzichten?
Es ist eindeutig unmöglich, dass ich die Ermordung meines unschuldigen Sohnes nicht verfolge, noch werde ich zulassen, dass sein Tod umsonst war. Ich werde diesen Fall so lange verfolgen, bis alle Schuldigen verhaftet sind und dem Recht vollständig Genüge getan ist. Denn ich meine, dass es nun, wo mein "Mohsen" nicht mehr bei uns ist, zwingend notwendig ist, all die "Mohsens" (bezogen auf den freien Geist und die Wahrheitsliebe seines Sohnes) in der Gesellschaft zum Vorschein zu bringen. Auch wenn ich die Gerechtigkeit auf anderen Wegen verfolge als viele der anderen Beschwerdeführer, so tue ich es unter dem Banner der Gerechtigkeit und nutze unser Rechtssystem, an das wir glauben sollten und an das wir uns auf der Suche nach Gerechtigkeit halten müssen. Wenn Gott will, werden meine Bemühungen Früchte tragen. Ich werde um die Rechte meines toten Sohnes und die der anderen "Mohsens" kämpfen, ohne Kompromisse, aber auch ohne einen emotionalen Ansatz, der, was Gott verhüten möge, zu einem Missbrauch oder einer Fehlinterpretation meiner Bemühungen führen könnte. Meine Familie und ich verfolgen die Schlüsselfragen: Warum ist eine solche Tragödie in unserem Land möglich? Was muss getan werden, um zu verhindern, dass sich so etwas wiederholt?
Es ist nicht richtig, dass wir das Vertrauen in das Regime und in den Obersten Führer verloren haben. Wir glauben noch immer an das System, anders als die, die bei der kleinsten Kränkung die Legitimität des Systems als Gegner ihrer Selbstkontrolle in Frage stellen. Ich glaube an das System, dass auf dem Verlust hunderter Märtyrer aufgebaut wurde. Tatsache ist, dass das Vertrauen der Menschen in die Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Eignung vieler Beamter des Justizsystems, aber auch in die Polizei und in den Sicherheitsapparat des Landes gelitten hat. Diese Beamten müssen beseitigt werden, damit die Menschen nicht ihr Vertrauen in das System als Ganzes verlieren. Die Regierung muss so handeln, dass im Ergebnis unsere Situation verbessert wird und nicht - Gott bewahre - anders herum. Wir sollten nicht zulassen, dass uns ein paar der unbedachten Aktionen, Meinungsverschiedenheiten und kriminellen Vorgehensweisen, die es gegeben hat, vom richtigen Weg (der Unterstützung des Regimes) abbringen.
Manche versuchen, die Gräuel von Kahrizak mit einem Schwächerwerden des gesamten Regimes in Verbindung zu bringen und sagen, dass diejenigen, die die Verhaftungen, Transfers, Arrests und Schläge der Gefangenen angeordnet haben, das Regime als Ganzes repräsentieren. Haben diese Ansichten in unseren (sic, wahrsch. gemeint: "Ihren", d. Übers.) Augen irgendein Gewicht?
Es gibt keine Zweifel, dass diese Gräueltaten, falschen Vorgehensweisen und Handlungen angesprochen werden müssen, doch ebenso unzweifelhaft ist es, dass die Inkompetenz, Unmoral und Unfähigkeit dieser Leute nicht dazu benutzt werden kann, um das Regime als Ganzes in Frage zu stellen. Wir glauben, dass unser Sohn aus einem bestimmten Grund ermordet wurde, und dass sein unschuldiges Blut dazu führen wird, dass viele dieser sozialpolitischen Probleme und Mismanagements dadurch reformiert und herausgefiltert werden können, entweder systematisch oder individuell. Diese Barrieren für unser Wachstum, unseren umfassenden Erfolg und Fortschritt werden beseitigt werden und der Weg zum Fortschritt wird frei. Wir in diesem Land sind Mitglieder einer großen Familie, und jeder von uns ist um das Wohlergehen des Landes besorgt. Unser Mohsen war einer dieser Menschen. Wir können nicht den Obersten Führer und das System verantwortlich machen; die Inkompetenz und das schändliche Verhalten bestimmter Beamter müssen getrennt davon gesehen werden. Wir haben ganz sicher eine viel höhere Kapazität für das Regieren in uns, und wenn wir ein multivariables Problem nicht lösen können, müssen wir unsere Fähigkeiten überdenken. Wir müssen die Menschen überdenken, die wir mit der Führung unserer Regierung beauftragt haben, und nicht das Problem in eine univariable Formel verwandeln und versuchen, die Folgen unserer Inkompetenz auszuradieren.
Glücklicherweise zeigt die Art und Weise, wie mit den Gräueln von Kahrizak umgegangen wird, dass das System nicht willens ist, zu Lasten des richtigen Weges Kompromisse einzugehen. Obwohl viele Schuldige dieser Gräuel versuchen, die Schuld dafür den Gegnern des Regimes zuzuschieben und um ihre eigene Reputation zu schützen darauf beharren, dass ihre Rolle für die Sicherheit des Landes weiter bestehen muss, hat der Oberste Führer dankenswerter Weise klargestellt, dass die jetzigen Positionen und früheren Aktivitäten dieser Personen sie nicht davor schützen werden, dass ihre aktuellen Verbrechen ein Nachspiel haben. Wir erwarten, dass die Justiz die Schuldigen der Gräuel von Kahrizak und anderer Verbrechen bis ins Letzte verfolgt, ohne Rücksicht auf Verbindungen, Posten, revolutionäre Geschichte oder die Macht ihrer Unterstützer.
Wer glauben Sie sind die wahren Opfer der Unruhen nach der Wahl?
Ich denke, das bis jetzt größte Opfer ist die Islamische Republik Iran, und wir alle müssen dafür arbeiten, dass der Schaden, der dem System durch diesen Tumult zugefügt wurde, behoben wird. Die Vorgehensweisen niederer Beamter sind leider mit dem Regime in Verbindung gebracht worden, und hochrangige Beamte klammern sich an ihre Positionen, so als ob ihre Entlassung oder Beseitigung aus dem Amt nachteilig für das Regime wäre. Ein weiteres Problem ist, dass wir von Worten wie "Es tut mir Leid" und von Konzepten des Übernehmens von Verantwortung weit entfernt sind. Wenn im Osten, einem Land wie Japan, in der eigenen Abteilung oder im eigenen Verantwortungsbereich eine Tragödie geschieht, ist das erste, was man tut, entweder zurückzutreten oder sich zumindest für den begangenen Fehler zu entschuldigen.
Im Westen kann ein Zug entgleisen, und der zweit- oder dritthöchste Regierungsbeamte übernimmt die Verantwortung und tritt zurück. In unserem Land denken die Beamten, dass ihre Person (und keine andere, d. Übers.) in dem von ihnen bekleideten Amt für den Erfolg ihres Landes gebraucht wird, obwohl es eigentlich nicht so ist.
Was ist der erste Schritt für die Islamische Republik, um sich von ihrem gegenwärtigen Status als größtes Opfer zu befreien?
Gegenwärtig sind wir Zeugen davon, wie die Schuldigen versuchen, weitere Spannungen zu schaffen, ihre Handlungen zu vertuschen und sogar Beweise zu vernichten, in der Hoffnung, einer gerichtlichen Verfolgung zu entgehen. Der einzige Weg, auf dem das islamische Regime aus diesem Stadium herauskommen kann, besteht darin, sich mit diesen Schuldigen zu befassen. Wir müssen zurück zu den Fundamenten des Regimes und noch einmal erklären, was die Islamische Republik bedeutet und was das Regime nicht ist. Jeder von uns, besonders die hochrangigen Beamten, müssen unsere Handlungen und unser Verhalten genau beobachten und daran arbeiten, dass sich das Vertrauen der Menschen in das Regime verbessert und kein weiteres Misstrauen aufkommt. Die Wahrheit ist, dass der Islam, der Oberste Führer, der Koran und Demokratie die Säulen unserer Regierung sind. Allerdings sind manche kilometerweit vom Konzept der Regierung durch Hohe Rechtsgelerte [3] entfernt, andere sind in der Zeit erstarrt, manche fühlen sich stark zu den Gebeten des Monats Shaban [4] hingezogen bis hin zu dem Punkt, an dem sie die Edikte des Obersten Führers missachten.
Ich würde sagen, dass der Staat und das Volk nicht voneinander getrennt werden können; der Oberste Führer, der Islam und der Republikanismus sind separate Konzepte, aber greifen dennoch ineinander. Bei den Unruhen nach der Wahl hat der Staat viel verloren und ist zum größten Opfer geworden.
Einige glauben, dass zwischen der Unterstützung des Regimes und dem Erlangen eigener Rechte ein Interessenkonflikt besteht. Was ist Ihre Meinung dazu?
Manche denken, den Staat zu verteidigen bedeute eigene Rechte aufzugeben. Das ist nicht der Fall. In Wirklichkeit ist es die Verantwortung des Staates, Gerechtigkeit für unsere Angehörigen anzustreben, und der Staat hat uns gegenüber das Vorrecht auf die Suche nach Gerechtigkeit. Wie der Koran sagt, ist in der Suche nach Gerechtigkeit (Auge um Auge) Leben verborgen, was bedeutet, dass die Suche nach Gerechtigkeit der Gesellschaft Leben einhaucht. Ich hoffe, dass eine Haltung aus Kompetenz, Verantwortlichkeit und Transparenz von den diversen Organen unserer Regierung Besitz ergreift, damit die Feinde ihre Hoffnung aufgeben und realisieren, dass sie ihre Zeit verschwenden. Bei meinem kürzlichen Besuch bei Großayatollah Javadi Amoli kam er auf seine Versuche zu sprechen, mein Herz zu zügeln (? to quell my heart) : "Wenn ich sage, es geht mich nichts an und es geht Sie nichts an, dann wird irgendjemand kommen und sagen, es gehe keinen von uns beiden etwas an!" Damit will er sagen, dass die Suche nach und die Umsetzung von Gerechtigkeit Angelegenheit des Staates ist, und unsere Angelegenheit ist es, die Ergebnisse dieser Aktivitäten zu bewerten und über die Ungerechtigkeiten, die wir sehen, zu berichten. Wir werden unserer Verantwortung weiterhin voll und ganz so nachkommen, dass wir die Ergebnisse sehen, anders als die, die über Verantwortung sprechen, aber keine Ergebnisse erzielen.
Sie und einige andere Universitätswissenschaftler haben den Obersten Führer besucht. Was waren seine Gedanken zu Ihren Ansichten?
Ich habe ihm gesagt, dass Einstellungen sich ändern müssen, wenn wir eine noch viel schwerere Krise in der Zukunft vermeiden wollen, denn wiederkehrende Handlungsmuster werden die Reputation der Islamischen Republik beschädigen. Er stimmte zu und sagte, dass in den vergangenen Jahren Bedauerliches geschehen sei und es Menschen gebe, die sich vom Gesetz entfernt hätten. Viele haben gefordert, diese Menschen im Licht ihrer vorangegangenen Verdienste zu betrachten, er jedoch glaubt, dass jede Handlung einzeln auf der Grundlage ihres Wertes gewichtet werden muss. Wenn jemand sich eines Vergehens schuldig gemacht hat, muss dieses Vergehen auf der Grundlage seiner Auswirkung und seines Gewichtes bestraft werden. Ich persönlich glaube an die Gerechtigkeit und die Macht des Gesetzes, und wenn Beamte innerhalb des Staatskörpers irregegangen sind, muss das Gesetz angewendet werden, um sie zu bestrafen.
Hatten Sie Gelegenheit, mit Familien anderer Opfer der Gräuel von Kahrizak zusammenzutreffen, und wenn ja, wie sehen sie zu dieser Frage?
Ja, ich habe alle von ihnen getroffen. Wir alle vertrauen der Islamischen Republik und verfolgen den Fall.
Angesichts des nahenden Beginns der ersten Verhandlungsrunde in den Prozessen gegen die Schuldigen der Gräuel von Kahrizak - was glauben Sie wird geschehen und bei den Prozessen herauskommen?
So Gott will, hoffe ich, dass die Prozesse zu einem zufriedenstellenden Schluss kommen. Zur Zeit gibt es ziemlich viele Bemühungen seitens des Justizsystems. Ich hoffe, dass die Prozesse nicht in eine Verurteilung niederer Henker und regionaler Beamter münden, sondern dass sie auch die Hauptschuldigen und die hochrangigen Beamten identifizieren, die im Hintergrund agierten. Der Gerechtigkeit wird erst dann Genüge getan, wenn diejenigen, die die Anweisungen gegeben und die Gräueltaten ermöglicht haben - viele von ihnen gehören hohen Regierungsebenen an - vor Gericht gestellt und verurteilt werden. Meine Überzeugungen basieren nicht auf naiven oder übermäßig optimistischen Anschauungen, sondern darauf, dass wir einen Weg eingeschlagen haben, der zu Ergebnissen führt, einen Weg auf der Grundlage des Gesetzes, und dass wir auf politischen Lärm und die Medien verzichtet haben. Wenn andere doch nur denselben Weg gewählt hätten.
Glauben Sie, dass die Beschuldigten diese tragischen Morde und Schläge ohne Wissen oder Einverständnis ihrer Vorgesetzten begangen haben? Wenn nein, warum werden diese Vorgesetzten dann nicht auch vor Gericht gestellt?
Es ist buchstäblich unmöglich, dass diese Dinge ohne Einverständnis der Vorgesetzten im Sicherheitsapparat und im Justizministerium geschehen sind. In dieser Situation sollte man die Beteiligten auf den höheren Befehlsebenen nach juristischen und islamischen Maßgaben verfolgen, anderenfalls werden wir uns der Verfolgung der Schwachen schuldig machen, und die Prozesse werden keine wirkliche Reform herbeiführen. Dies wiederum wird dazu führen, dass die Menschen ihre Hoffnung indas Justizsystem verlieren, wohingegen ihr Vertrauen zurückkehrt, wenn die Verbrecher belangt werden.
Was mir Sorgen macht ist, dass diese Menschen von einem Posten auf den nächsten, vielleicht sogar auf einen höheren versetzt werden und das dann so dargestellt wird, als habe man sie bestraft. Bei den Ereignissen des 7. Tir starb nur ein Mensch, aber der Chef der Teheraner Polizei wurde vor Gericht gestellt und entlassen. Hier nun haben wir viele Opfer, die zu Tode geprügelt wurden, und noch viel mehr, die schrecklich geschlagen wurden. Das Mindeste, was die Familien der Opfer erwarten können, ist, dass die beteiligten Militär- und Justizmitarbeiter entlassen und vor Gericht gestellt werden.
Haben Sie sich außer mit dem Obersten Führer auch mit anderen hochrangigen Beamten getroffen, um über die Gräuel von Kahrizak zu sprechen?
Ja. Ich habe mich mit dem Justizchef und mit dem Parlamentssprecher getroffen. Darüberhinaus habe ich Ayatollah Javadi Amouli getroffen, der sagte, dass das Regime in diesem Fall Gerechtigkeit als ein Islamisches Prinzip verfolgen müsse.
Wir haben gehört, dass im Zusammenhang mit den Gräueln von Kahrizak 7 Personen verhaftet worden sind. Stimmt das?
Ja. Eigentlich sind es mehr. Noch einmal - wir können nicht nur diejenigen im Sinn haben, die die Befehle ausführten oder die Offiziere der mittleren Dienstgrade, die die Arbeit ermöglichten. Die hochrangigen Beamten, die von diesen Dingen wussten, müssen ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden, auch mit ihnen muss man sich beschäftigen.
[1] In der persischen Tradition ist es üblich, dass die Familie eines Verstorbenen 40 Tage lang schwarz trägt, wobei der 40. Tag ein symbolisch für das Vorwärtsgehen steht. Normalerweise kommen Freunde und der Familie Nahestehende am 40. Tag zur sogenannten "chehleh"-Zeremonie oder Zeremonie des 40. Tages. Während dieses Besuchs bitten sie die Familie, nach vorn zu schauen und nach diesem Tag kein Schwarz mehr zu tragen. Der Autor sagt, dass dieser Vater noch nicht bereit ist, nach vorn zu schauen und auch 60 Tage nach dem Tod seines Sohnes noch trauert und Schwarz trägt.
[2] Das iranische Justizsystem ist relativ primitiv im Vergleich zu den Rechtssystemen, die wir im Westen kennen. Der Staatsanwalt und der Richter sind oft eine und dieselbe Person, und ein Kläger muss selbst Beweise erbringen, wobei die Polizei und die Justiz eine unterstützende Rolle spielen, wohingegen sie beim Aufbau eines Falles die führende Rolle haben.
[3] Dies ist eine Referenz an den Obersten Führer; in der Islamischen Republik ist der Oberste Führer (oft auch der "Rahbar" genannt) ein allumfassender Regent des Systems, der die Regierungszweige Exekutive, Legislative, Militär und Judikative in ihrer Arbeit beaufsichtigt. Die Interpretationen der dem Rahbar zugemessenen Rolle werden viel diskutiert.
[4] Dies bezieht sich auf die Hojatiyeh-Sekte, der Ahmadinejad und seine Anhänger angehören. Diese Sekte glaubt, dass wir in der Zeit des Erscheinens des 12. Imams leben, einer mystischen Figur des schiitischen Islam, von dem es heißt, er sei verschwunden und werde am Ende der Zeit wiederkehren.
Sonntag, 13. September 2009
Die Säulen der Mullahkratie: Verachtung für Iran
Übersetzung: Julia
Die Islamische Re
publik wurde von Menschen geschaffen, die alles und alles Iranische hassen. Das Regime ist nicht nur auf eine Theokratie gegründet, die bezüglich Verletzung von Bürgerrechten und Gleichheit ihre eigenen Probleme hat, sondern auch auf eine anti-iranische Philosophie.
Der Kampf des iranischen Volkes ist ein zweifacher Kampf - einer für Freiheit und Demokratie, ein weiterer für seine nationale Identität. Als Ergebnis des kürzlichen Volksaufstandes für eine säkulare Demokratie befürchtet der Oberste Führer und designierte Stellvertreter Gottes auf Erden, Ayatollah Khamenei, dass die in iranischen Schulen unterrichteten Fächer nicht so islamisch sind, wie sie sein sollten und eine zusätzliche Radikalisierung von Unterrichtsmaterialien geboten sei.
Das Regime in Teheran beschädigt seit Langem methodisch die iranische Geschichte und Archäologie mit dem Ziel, Nationalismus zu zerstören. Es gibt unzählige Berichte über Organisationen, die sich dem nationalen Erhalt verschrieben haben und die unter der mutwilligen Sabotage und dem Finanzmangel der Regierung leiden. Alte präislamische Stätten wie Prathian Kuheh Khajeh, achämenidische Überreste bei Bushehr, Sasanian Barm-e-Dalak, das Grab von Kurosh dem Großen, Susa, Persepolis und unzählige andere sehen sich unbekümmerter Vernachlässigung und unverhohlener Zerstörung durch vorsätzliche Bauprojekte und ungenügende Sicherheitsvorkehrungen ausgesetzt. Vor Kurzem wurde berichtet, dass das noch nicht fertiggestellte Gebäude für die Ferdowsi-Stiftung in Isfahan scheinbar ohne Grund vom Regime zerstört wurde.
Ferdowsis Shahnameh ("Das Buch der Könige"), geschrieben in nahezu makellosem Persisch, ist ein anerkanntes nationales Meisterwerk für alle Menschen iranischen Ursprungs. Über seine historische Bedeutung hinaus repräsentiert das Epos die Essenz der iranischen Sprache und Ferdowsis Bemühungen, eine von den arabischen Invasionsmächten bedrohte Sprache wiederzubeleben.
Die Islamische Republik hat iranische Literatur und Geschichte emsig gefälscht und verzerrt, unter anderem mit subtilen strategischen Veränderungen wie dem Ersetzen iranischer Eigennamen und Worte durch arabische. Islamisierung ohne Arabisierung ist unmöglich. Da die Alltagssprache und die nationale Geschichte ein Volk definieren, erleben die Iraner einen kulturellen und sozialen Genozid. Zum Beispiel haben die meisten Figuren in Textbüchern jetzt, im Gegensatz zu früheren Regimes, arabische Namen wie Amin und Akram. 10 der 16 Buchstaben in einem Sprachbuch für das 1. Schuljahr haben arabische Namen im Gegensatz zu 3 mit iranischen Namen.
Eine im Jahr 2007 durchgeführte unabhängige Studie über iranische Textbücher legt unzählige direkte Zitate vor, die zeigen, wie Schüler im Schiismus als einziger legitimer Definition des Islam mit den faschistischen politischen und sozialen Ansichten des Regimes indoktriniert werden. Die folgenden Auszüge sind klare Beispiele für die Bemühungen des Klerus, iranisches Erbe und iranische Kultur ihrer verdrehten Agenda anzupassen. In der Einleitung eines Literaturlehrbuches für das 9. Schuljahr heißt es: "Der Islam befürwortet Fachwissen und Wissenschaft, doch nur solches Fachwissen und solche Wissenschaft, die dem Islam dienen." In einem Soziologielehrbuch für die 5. Klasse liest man: "Wenn es im Koran einen Befehl Gottes gibt, oder wenn etwas durch den Propheten, die Imame oder den Führer des Islamischen Gesellschaft gesagt wird, so muss das gesamte Volk gehorchen, ohne es zu hinterfragen"; die höchste Form des Opfers sei der Märtyrertod.
In der Einleitung eines Sprachlehrbuches für die 10. Klasse wird der Oberste Führer Khamenei zitiert: "Der beste Weg für die materielle und die spirituelle Welt ist, auf den Idealen Khomeinis zu beharren, sogar das eigene Leben für sie zu opfern." Im Religionsunterricht für Oberschulen wird die jährliche Pilgerreise nach Mekka als "Schlachtplan für das Trennen der Feindeshände von islamischen Händen" bezeichnet.
Im Religionslehrbuch für die 10. Klasse wird eklärt: "... im Islamischen Staat müssen das Establishment und die Säulen der Regierung auf dem Islam beruhen und der Führer muss ein strenggläubiger Moslem sein, den Gott für diese Position erwählt hat. Diese Position heißt Imamat." Im Islamunterricht für die Oberstufe wird erklärt, dass der Iran militärisch sein muss und eine seiner Pflichten die Konfrontation von Ungläubigen und "globalen arroganten Mächten" sei. Im Lehrbuch der Weltgeschichte für die 11. Klasse liest man, dass Hitler der Ansicht war, Verräter und Juden seien für Deutschlands Niederlage verantwortlich. Das Geschichtslehrbuch der 11. Klasse betrachtet das Wahlrecht für Frauen als "klaren Akt der Feindseligkeit gegen den Islam".
Um einem Volk den Sinn für seine Identität und nationalen Stolz zu nehmen, muss seine Geschichte verzerrt werden. Zum Beispiel beschreiben Textbücher der Islamischen Republik den Gründer des vorigen Regimes (Reza Schah Pahlavi) als ungebildeten Diktator, der von Großbritannien etabliert wurde, um die Iraner zu unterdrücken und das Islamische Theologische Priesterseminar zu zerstören. Ein weiteres der im Überfluss vorhandenen Beispiele für Verzerrungen durch die Mullahs ist das Sprach- und Lesebuch für das 4. Schuljahr, in dem Arash Kamanghir, der berühmte weltliche Nationalheld aus dem Buch der Könige mit religiösen Gefühlen in Verbindung gebracht wird.
Das iranische Volk kämpft für mehr als persönliche Freiheit, Gleichheit und politische Ausdrucksmöglichkeiten. Es kämpft für den Iran und seine nationale Identität. Die Islamische Republik fürchtet nichts mehr als den vorislamischen Lebensstil mit seiner Neigung zu Freiheit und dem Recht auf freie Entscheidung, wie sie durch die Achämenidische Geschichte verzeichnet ist. Seine Verachtung für den Iran wird des Regimes Ruin sein.
Sheda VasseghiSheda Vasseghi hat einen Master in Alter Geschichte mit Schwerpunkt Geschichte des alten Persien. Sie ist verantwortlich für Public Relations für persepolis3d.com und Mitglied der Azadegan-Stiftung. Frau Vasseghi schreibt regelmäßig für politische Magazine wie WorldTribune.com
Montag, 7. September 2009
Theology of Torture by Mohammad Reza Nikfar
http://nilgoon.org/archive/mohammadrezanikfar/articles/Nikfar_Theology_of_Torture.html
Translation Farsi-English: Suzi Irani on
http://www.facebook.com/topic.php?topic=9837&post=38738&uid=249669090695
published on this blog by courtesy of Suzi Irani
A German translation is in the progress!
Title: Theology of torture
Written by MohammadReza Nikfar
This article starts by introducing prison as the perfect place to see a religion-based government. Then we will talk about this religion and its God. The God of torturers, who is naturally a torturer as well. Then we ask: who is responsible for this God? Afterwards, we talk about “Allah Akbar”, and the privileges and limitations it brings. At the end we talk about a certain spirituality, which is supposed to take out the violence from the religion. This spirituality is called secularism.
A phenomenon in the prison
Saturday, August 1, 2009- the first fabricated court was held for those detained in the protests against the election results. Afterwards a press conference was held for two of the detainees. They also gave a television interview which was aired on that same day. In these confession shows, the two detainees announced that during their time in prison, they reached the “truth”. This is not the first time that we have heard such “confessions”, and until this regime remains, these confessions remain as well. Why is it that the “truth” of and Islamic government always appears in prisons? We can answer this question phenomenologicaly. Phenomenology is a branch of philosophy, founded by Edmund Husserl (1859-1938). It revolves around the idea that in order to pass a suspicion and reach the truth of a phenomenon, we should do experiments that let us get closer to that phenomenon. If we want to prove that in the summer, the weather is warmer in the city Abadan compared to Hamedan, we have to travel to both locations and compare our experience. A geometry hypothesis can be proved in a specific way, and the chemical effects of a substance can be proved in another way. In phenomenology, there is a relation between the subject and the experiment.Do you want to know the characteristics of Nitric Acid? Then go to a chemistry lab! Do you want to feel the weather of Abadan in the summer? Travel there in August! Do you want to taste an unknown fruit for the first time? Eat it! We cannot interchange these experiments. For example we cannot say that in order to prove the Pythagoras theory, we should go to Abadan, or in order to see how hot Abadan is, we should eat an unfamiliar fruit.Do you want to see how hot the South of Iran is in the summer? Go there in August! Using the same phenomenological method: Do you want to know what is the truth of the Islamic Republic? Go to their prisons! Prison, is the Hira Cave of the Islamic Republic. Honest angels are in its honest walls, revealing their saintly truth to you. We asked: why is it that the truth of the Islamic government always appears in the prison? The answer is that the truth of this regime is indeed its prisons. If there was any other explanation, then their miracle-working investigators would hold conferences and speeches outside the prison, to spread the truth to everyone else as well. We know that their investigators are also editors, writers and orators. However, their word does not sink in, unless they say it in prisons. If Husserl were alive, he would say: the pure blossoming of Islamic Republic is in the prisons. From this view we understand that each original phenomenon has a relative-innate nature, which means that the production of that phenomenon is dependent on the innate mind which is kept in a certain situation. The truth of the regimeThe “truth” which is “realized” by the prisoner through the investigators, is that the system has rights, and these rights are religious rights. Religious truth is not negotiable. You cannot find this truth, by reason and discussion. When there is a veil over the eyes, ears and heart of a person from the very beginning, it means that his nature does not permit him to see the truth, and he is constantly in “darkness”. So the veil has to be torn down for the truth to be seen. Not by discussions, but by special experiences in certain situations. This experiment can be a miracle or a semi-miracle. In the Islamic government it mainly occurs in prisons. That veil which is mentioned in Quran (Baghareh 7) is that same one which does not let the eyes, ears and heart to see the truth, and that is the veil that tears in prison. On August 25, 2009, the fourth fabricated court was held in Tehran. In this court they discussed how the veil of darkness was torn for reformist Saeed Hajjarian. They said that he confessed to being highly effected by Max Weber, and he thought that he could analyze Iran’s system by the theories of this famous socialist on the structure of Islamic governments of the east, and considering it a kind of royalism. All those years he spent considering Weber’s theory, was destroyed in his short time in prison. They said that he has understood that he was wrong about the system. At this point the viewer is expecting an argument. This is the argument: “the legitimacy of Velayat Faghih is approved by Imam Zaman, and therefore it is irrelevant to relate Weber’s theory to current situation of Iran.” This argument is also stated as: “the decisions of Velayat Faghih show the decisions of Prophet Mohammad.” Therefore it is not royalty. What here we called “argument”, is only acceptable if you actually accept the reason for the argument which is “the legitimacy of Velayat Faghih is approved by Imam Zaman”. Believing this statement is intuitive, this means that upon seeing Velayat Faghih, one should consider them the continuation of the rest of Allah. Hajjarian has seen two Vali Faghih and he has served them both. Based on his experiences he has concluded that their system is a kind of “royalism”. The confession wants to say that his conclusion was wrong. The true conclusion is achieved in prison, and this conclusion makes him-or better say the writer of the confession- see that “the decisions of Velayat Faghih show the decisions of Prophet Mohammad.” This conclusion is intuitive, and the intuition, as was said before, comes in prison. In prison, the result of a lifelong pondering and research goes to waste and in a very short time the eyes of the prisoner open to the truth. In the Mesha Wisdom(?حکمت مشّا،) which is the most influential and serious part of Islamic Philosophy, the truth of each object is its original nature. Avicenna wrote in “The Book of Healing” (second vol. pg 292):”each thing has a nature that gives it an identity, and that nature is the truth of that thing.” If we accept that the truth of each being is how it comes to be in an original form, and we accept as Avicenna says that the truth is the original nature of that being, we will conclude that the truth of Islamic government is actually what we see by the miracle of torture and sexual abuse in prisons. The truth of this regime is what the torturer in trying to prove to the victim. When we carefully examine the reports from the tortures, and everything that was said by the investigators, we can see one common point in all of them: The truth that should be understood by the prisoner is that the regime has special rights, which enables it to determine what is and what should be the “truth”. Before the revolution, when they tortured the prisoners, they wanted to know what happened in the past, what information does the prisoner have, what do the prisoner and his friends do, and what is the truth. For the investigators of today, the questions about what information the prisoner has are not that important. The main important thing is for the prisoner to “confess”, and accept that the truth is what the investigator is saying. One prisoner has described this process of acceptation as an act of “going nuts”. On August 2, 2009, in the televised confessions of two reformist prisoners, Mohammad Atrianfar and Mohammad Abtahi, these sentences were said:Atrianfar:”we are nuts, but in a beautiful way, this is an important and beautiful matter…”Abtahi:”But I didn’t go nuts like that.”Atrianfar:”But I did really go nuts! And I changed, and this change is due to an understanding.”…“Going nuts” in the above conversation means “getting information and subjects all mixed up in the head” and “not being able to differentiate two things from one another”. There will come a time when the prisoner does not know what the “truth” is. Only one thing remains and that is the tortures of the investigator, and this investigator has the power to destroy one truth and make another. The investigator creates the “truth”. This is his special right. Where does he get that right from? The act of creating, in the religion, is known to be an act of God, and it is God who is aware of the unknown. The investigator is both a creator and knower of the unknown. The investigator is one of those who are close to God. He is an agent of a Divine Government. By analyzing the words of the investigators, we see that what the investigator tries to put in the prisoner’s head is that the prisoner is trapped in the prison of a Divine Government, and this government can create and state the truth on behalf of God. It is not important what the prisoner has seen or heard; there was a veil over his eyes and ears and heart. The veil is torn, and now the prisoner has to confess to a truth that he was not able to experience before. If he has never exited the country, but they say that he has traveled many times to Israel, he should accept that. Suspension of the truth is accompanied by the suspension of the norm. Passing from the truth experienced by the prisoner, and reaching the truth of the investigator, is like passing hell, where there is no norm. Here, nothing contradicts rape and sexual abuse in order to get the prisoner to admit that there is no higher ethics than religious ethics. In this hell hole, rape is a part of ethics. Ethics is anything that the investigator does. Rape is a kind of behavior that its ethics are created after itself.
Divine Governments
That hell hole is the place of reincarnation, the place to be reborn and recreated. The real world and its norms will come after this hell. During the reincarnation, there is no such thing as ethics. We enlarge the dimensions of this step, so much as to match it with the worlds of great systems and metaphysics and divinity, and create a new world. This act is permitted, because men create Gods like themselves, and when those Gods are created, and when it is time for mastery of coherent religions, those Gods create humans who resemble them. Therefore we have the right to question the origin of the divine, creating power of the investigators in the Divine government, and so we also have the right to research into great metaphysical and divine systems to understand the world of hell and torture. We study “prisonology” to understand God, and we study theology to understand prison.That “Demiurge”, the world creator who Plato mentions in Timaeus, does not operate in an absolute hollow of norms. A fine idea, called “super idea” exists, and the world creator uses this super idea to build the world. Hellenism, at the end of the ancient age, transferred the thought of this kind of world creation to Christ. So an idea entered a Semitic religion, which does not agree with that religion’s nature, as we see in the Old Testament. In the Old Testament it is said that the world is created from nothingness. Absolute nothingness. In that nothingness there is no existor, and no norm. only the will to create the world exists and later on in Quran this is explained as “Kon Fayakoon” (be, so it is). In “Journey of Creation” God does not create light to represent a good thing:”and God saw that light is good, and separated it from darkness.” The structure of the Earth is also not based on a fine idea, on the contrary, the fine idea is resulted from witnessing the structure of the world:”and God named the dry land “Earth” and called the waters “sea” and God saw that his work is fine.” And everything else is done the same way. God does something and then understand that it is “fine”. Protestantism, in its original form and its fundamentalism, goes back to this will, which is beyond good and bad. The strong indicator of its faith, Cultural Protestantism, remotes God from Earth, and puts man in charge of his own will, and now it is man that creates, and understands if it is fine, or not. That blind will power, is respectfully exiled, and is not dangerous anymore, and the human world is left to itself. The developments happen in this already-made world. The Protestantism is neutralized by culture. “Religion within the limits of reason alone” is written by Kant, a Protestant Philosopher. He has brought the beyond-the-mind will power, intro the limited walls of the mind.Philo of Alexandria, a Hellenistic Jew, is known to be the one who trapped the God of Torah in the limits of the mind. He made popular the metaphoric interpretation of Torah. He had learned this method of interpretation from the Greeks, and their analysis of the stories of Homer. He brought absolute separation between God and the world, and he explained the effective power of God on the world the same way that the Greeks explain Lugus, speech and reason and the wisdom behind the reason of being and discussions about it. Jewish Philo is the name that comes up, when we talk about how Christianity was Greekified. The will power of God becomes reasonable, by the Greekifation of Philo.Christianity has always had two Gods. As human culture grows, God becomes more reasonable and transcendental. When there is need for violence, revenge and angry will power, the other God surfaces. In this age, the God of Christianity is mostly calm and wise. It is not possible to use his name for inquisition and torture. Islam also has two Gods. A cultural God, who has lost his huge ego, and is now working within the walls of wisdom and norms. The production of such God was a long, difficult task for Islamic societies. Those like Avicenna, Saadi, Molavi and Hafiz have made God more elegant, great and a bit calmer and more tolerant. The entire accomplishment of the Islamic culture is making Allah merciful (Rahim). If social groups cause cultural and civilization crisis, God will lose his cultural form, and take an abnormal shape. God will become disorderly, furious, and deceitful, and returns to its original form. Islam came into a community with civilized Gods. They were known to have a “good nature”. The culture that is taught by Zoroastrian, believes that God does good. In “Bundahishn” we read:”Ahura Mazda was not God before creation. After the creation he became God, well wisher, wise, anti-bad, visible, giver to all, supplier, and worried for everyone. His first creation that came to be, was “being good”. When he brought about the creation, he made himself good, because he was the God of creation.” When an empire rose from the heart of the Islamic religion, it found its own place and books and rules, and so the taming of God reached a qualitative point. The amount of anger was reduced, and wisdom was instead increased. Interpretations were written for his Book, and this was a method of taming. To control God, they separated his being from his descriptions, and they used those descriptions to put him in a cage. They made some of these descriptions inherent, and so innately God became bounded. Naturally, one of those descriptions was being good. The culture took all that it knew as good and put it into adjectives that were appropriate enough for the name of Allah. It is obvious that the person who lived ten centuries age, did not have the same perspective on goodness as today’s human does. But still that first description of goodness was good enough to keep God from doing anything he pleased. In writing of Quran, punctuation marks are not used. If in this statement from Quran:”Be so it is” we use a comma after “be” then we will have “Be, so it is” which can mean that the two steps are separated from each other. In the first step the speaker is willing to order “Be” and in the next level something is accepting the order and “starts being (existing)”. Does the goodness also exist in the “Be” step, or does the goodness become visible after the comma? Due to its special education, Islam never became like a Lugus lesson, and this means that it was never able to tame providence and therefore the religion. The only metaphysical plan which can be regarded as a rationalist, is the plan of Avicenna, who determined a deep distance between God and the World, and filled in the distance by parts of creation which is called “Wisdom”. This distance is so deep that inhibits any king from claiming he has the will power of God, and inhibits any clergy from determining what the will power of God would do. Avicenna considered that comma a grace, and he thought of this grace as “good”. His God is a forgiver, not a forbidder. His God, if taken seriously, cannot reveal his truth in prisons and under torture. Philosophers have involved God in a promising discussion. There is a popular thesis, saying that we can imagine all divine systems as a discussion between those who created the system and God. For example we can write the divine theories of Avicenna as a conversation between him and God:- Please explain how you created the world.- First, wisdom was born from me.- And then?- From the first wisdom, a second wisdom was born.- And this went on?- Yes, until we reached the tenth wisdom.- And after that the world was created?- Yes, the world under the moon.- Why were all these steps taken?- So the path from unity to abundance would make sense!- Oh, I understand!(Commentary of a third witness: The creator has created this long path so the philosophers would not criticize him!)Between the Avicenna of today and God such conversation might also happen:- What do you think of the Islamic Republic?- (Mockingly and angrily): Islamic Republic? I do not care about little details of the world.- But they say that they are under your direct orders.- They lie.The Gods don’t get into such conversations when they are first created. A discussion like this needs time and peace. Whenever a God is born, he can take two paths: he might develop into an evil soul, and be known as deceptive, or he might be lucky enough to stay away from the bad and become “good”. It all depends on the balance of the powers. However the Gods are not just created out of nothingness. They each have a past. Their ranking of good and bad also is not stable. They’ve all had ups and downs during their existence. They usually have multi genes, which mean that their originality is a hybrid, therefore they have varied talents.The God of Islam ruled over Mecca and Medina, and then expanded its territory. Had Mohammad lost in one of his great battles and had his tactics not worked, this God would have had become something else. Maybe just a story would remain of that spirit in the Arab world, who once everyone worshiped, but then it turned evil and its followers were defeated. Unique and special phenomenons are all accidents. If Lat and Azza and their friends had not lost their value, and didn’t have enemies who could defeat them, they could have stayed in the center of the ignorant Arab world, and they could have reached a point where they had the power to force their beliefs upon others, and maybe today in our country it was their Gods who we knew and worshiped. And maybe the religious intellectual, Abdolkarim Soroosh, was trying to find the “good” in the dominant religion, and separate it from its bad history. The Islamic God found a “good nature” when it entered the Islamic civilization. This change of the nature happened by joined wisdoms. In an empire where there used to be Zoroastrians, Manicheans, Christians and Jews, there was already a pre assumption about what a God should be like, and it was impossible to spread a religion where the first order, “be”, was not for good. The governmental wisdom also required for God to become reasonable and less angry, and to stay away from current events so not everyone could be able to use him as a tool. Mu’tazili, who were the first to introduce the divine system of taming the Islamic God, got their ideas about goodness from Christianity. It is documented that their idea that God is good, he is the origin of all goodness, he is not bad, and he does not bring others into badness, came from John of Damascus. They discuss the descriptions of God based on the views of this Christian Saint. They made goodness into something divine, and since they accepted Quran and religion as creatures, they did not consider the goodness of the good as something religious. Goodness is good because of its good nature. Badness is bad because of its bad nature.This idea that ethics is more valuable that religion, is not wholly accepted in any religion. In all religions that have come our way there have been strong talents for contradicting ethics, and these religions have always showed their talents in the course of history.
Divine metamorphosis
If God has become good as a result of becoming wise, then why is it that religion and ethics are so contradictory? A theological answer to this question could be: God is the king of all existence, and the more powerful nature he has, the more he is in danger of losing his ethics. Kings defend kings. Sometimes one king might make the inhabitants rise against another king. But the rule is that all the kings sit together at the end and unite against the inhabitants. God was the one behind the uprisings against Shah. When Khomeini became the king, he stood by God. God becomes ethicless, because his importance is in his power and his actions (?به فعال مایشا بودنش)Fernando Pessoa stated in one of his works, “The Book of Disquiet”: “Gods, whether they exist, or they don’t, we are their slaves. There is no doubt that God is a true social power. He has different features, both in war and peace, and in badness and goodness…..God means that we also exist, and this is not the end of the story.” From a social point of view we can interpret this statement as: God exists, because we do not always help each other out, and sometimes there is nothing we can do. Instead of helping, we ban each other, and we fight and kill. We need God both for killing and for justice. If oppression does not exist, God will not exist either, and if he does exist, its existence is not the same as what we have read in our history. In a clear criticism of religion, God is introduced as a made up illusion, an object, which is used as a force that keeps the humans in chain, from inside it ties up their souls and minds and from outside it becomes an organization, which helps the brutality and ignorance to stay. But God is more a Subject than an object. It is the name of a self-active force that we cannot use for everything. Masters themselves become slaves of this force. At the beginning of the creation of what will later be called God, there is no difference between a bad spirit and a good spirit. Each spirit can be either good or bad. However, they can all be dangerous. Knowledge of Gods is knowledge of how naturally dangerous they are. One big part of each culture is how to control Gods. This frightening thought always rests that Gods might go back to their scary nature, and forget all the culture they have learned. Prayers, divinity, metaphysics, spirituality and art are all serving to produce a safe path for the authority of God, so crisis is not raised and the system of the world is not disturbed.Abdolkarim Soroosh has an idea which is not in accordance with the historical researches about religions. He separated the nature of Islam from its authority. He takes this nature out of the history, and believes that “authority”: is what has been forced onto the nature throughout time and historical events. He does not pay attention to the fact that wherever culture is not improves, and “authority” was not able to control the “nature”, religion has returned to its original nature and made crisis. “Authority” can tame the religion; however there are special authorities that let religion be violent and forceful. Therefore, criticizing the religion is criticizing the culture, even if we carry on the criticism of religion independently. The situations that cause religion to go to its mean nature are those valuable situations that cause the phenomenology of political religion.Educating and taming of religion by the use of culture has not been easy. In many parts of the history of Islam we see times when the disorderly, furious and deceptive God has resurfaced and shown his true nature. These returns are specific to huge cultural or social crisis. In recent years we have faced a new crisis, which is wrongfully regarded as the protest of tradition against modernism. If tradition means customs, manners, characters and insights of those who lived before us, we can say that those cultures had their own tamed God, who is very different from the angry God that the current regime in Iran, and others like Mulla Omar, Mohammad Ata, and Osama Bin Laden are representing. This God in Iran and in other places is the production of a modern metamorphosis, even though its ingredients are from old times. In this metamorphosis, the will power of God surfaces as an angry and systematic technique. The anger of the God in this age is a terroristic-technical phenomenon. In this new metamorphosis which creates the new angry God, the gene of anger has reactivated, and has become the base. The thoughtfulness of an ancient culture is lost, and it has lost its taming effect, and the abnormal God has returned; the one who is only made of power and anger.Damage recognition and responsibilityWho is responsible for such God? Who is responsible for a God whose servants can rape, torture, murder, lie and found a religious system that causes all these crimes?Atheists say: “this is not our concern. We have said from the beginning that we don’t have any Gods.” Religious intellectuals say:”we are not responsible for this God. Our God is kind, and a defender of human rights.” Those clergies who are against this regime say:”this is not a religion-based system. Its agents are abusing religion.” Spirituals say:”our God is all about love and fun, and he does not torture.” Ordinary people say:”these torturers are not religious, they are thieves and gang members and a bunch of dirty Mullas.” And when the heads of the regime see all the scandals of their divine system, they relate them to “enemies”.However we are all responsible for that God, because we wrote a play (?زیرا همسرنوشتیم) and God is the actor of this scene. Nothing can cause a failure for a culture more that an out of control God, and nothing is a better evidence of such matter more than when a divine power turns into an uncontrollable earthly force. The Islamic culture was unable to produce a God who forbids lies, duplicity and rape. In Islam, one can easily lie, cheat, rape, murder. On one hand, God of Islam is very powerful, on the other hand this God can be easily misused. This means that culture was not able to well educate the religion, and it has acted weakly. Everyone is responsible for this weakness. Religion leans toward Lompanism, and this is one side of the story. On the other side, civilization and cultural weaknesses let Lompanism to spread the Mullas and Lompins in critical times. The torturing and abusive God is a result of ignorance, bad habits, and the tendency to be forceful and cruel. When sympathetic teachers see the crimes of the regime, they should ask themselves:” where did I go wrong? What was the problem with my method of educating others, that caused so many people to enter into such ignorant and criminal paths?” In Islam there is a high tendency towards terrorism. Other religions have also done cruel acts, and they still due, but none of them were as much fond of terrorism as Islam. The problem is not only because of out-of-orderly systems of some Islamic communities. The boarder that was set between the order “be” and the action “so it is” which was set by culture, could not control the power of the person who gives the order of “being”; and this power has the tendency to combine with any other source of power who can give such order. The life of a human has no value in the eyes of such powers, especially if that human is not Muslim. A Muslim can easily be called a non-Muslim. Islam, is a religion for the whole world, but the Islamic God was not able to become the God of the whole world. This God has always been God to one certain tribe and one community. This power was easily torn in between different tribes, and they all fought amongst themselves. Discrimination between one group and another group has always been one of the main principals of this God: Be united in your own group, and be cruel to the other group. This God is in a rush, anxious, greedy, and holds grudges. He is not sympathetic toward ”sinners” and he believes that a power outside the world upon which he rules, has caused them to sin. When he gets furious at someone, he calls them deaf and blind, and considers them of an unknown dirty nature; it is not clear how they were even created. Its social medicine is only the surgical blade. The wise historian, Eric Hobsbawm, says that the twentieth century was the century of century of extravagance. This century was also the century of Islam, as much as it was the century of greediness. The century of extravagance is yet not over for Islam. Recognition of damages of this God and this religion is naturally recognition of damages of the culture and the community. Anywhere that the culture is weaker and the community is more disorderly, religion takes a more violent action. The difference between Iranian clergy and the Taliban in Afghanistan is that in Iran the words of Hafiz were able to penetrate the souls of Iranians, and make them kinder. If such cultural barriers which those like Hafiz have put in the ways of Faqihs and Mullas did not exist, the society would not have a developed structure, and modernism would not have entered the people’s behavior and beliefs, and then our situation would not have been any different from Afghanistan. The culture of Iran is an Islamic culture. This means that its culture has put all its power into controlling Islam, but it has not succeeded yet. “Allah Akbar”Will it be successful? Now we focus on using the religion to tame the religion. This is a cultural possibility. Culture has gained this historical talent of putting one God in front of another. Culture however, is a mixture of talent and stupidity. The stupidity of culture is ignorance toward the dangers of this second God.The Islamic slogan “Allah Akbar” has a controlling ability. “Akbar” is both a great description and a predilection ( صفت عالی است، هم تفضیلی?), and in this slogan, the act of taming is used by emphasizing the predilection, and saying that Allah is better that another made up God. When people shout “Allah Akbar” from their rooftops, they want to say that they depend on a God who is greater than the God of the government. This way, the God of the regime becomes just an idol, and it is confronted by the true God. “Allah Akbar” shows the divine greatness. In Islam, God is both tended toward greatness, and toward the opposite way, where he becomes involved in the most detailed matters, and presents himself as a greedy, unforgiving businessman or a grudge-keeping king, or a mixture of both. On one hand, this God is the creator of everything, and no movement in the world goes unnoticed by him. On the other hand, he can sink so low that he can argue with just one person and curse at him. It is interesting that sometimes that greatness and this lowness mix together and a disgraceful human description like “deception” is made into a great adjective like “the best of deceivers” and is used to describe the God. “Allah Akbar” an both be a destroyer of deception and a producer of deception, because it both criticizes power, by showing off a better power, and also produces power by stopping the greatness, and bringing down the king of the skies and making him into an earthly king.. “Allak Akbar…Khomeini Rahbar” (which means God is great…Khomeini is the leader): the first part shows greatness, the second part shows descent.This mechanism of limiting the greatness, and tending toward descent is one of the problems of Islam with secularization. If Islam was a religion of complete greatness, it would not be against secularization. If its God followed the wisdom of Avicenna and would not get into the details of the world, he could give this right to the people to fix up their society. Some believe that the problem of Islamic societies with secularization of the political, legal and social systems goes back to their spiritual tendency. But it is the exact opposite way. The main problem of Islam with secularization is the existence of a God who prefers descent to greatness, ignorant minds, a discriminating system, materialized religious icons, dirty laws, and a religion that can easily be used as a power tool. Therefore the struggle over secularization of the political system is not only about political power. A big part of it is a struggle for spirituality, education, art, and graceful minds and behaviors. The fight for secularization is a fight against vulgarity. It is vulgarity that is gathered into power in a religious system, and shows itself in the form of rape and sexual abuse in prisons.Can religion be freed of vulgarity? History is yet to be made, and religion can become what its devotees want it to be. The devotees have the right and liberty to change their religion into something else. Essentiality is not against liberty. It is obvious what is essential: they should make their God great. In order to stop him from becoming the God of the torturers, they should forbid him from becoming an employee of the prison. Prison is the origin of power. Those who want to inhibit God from guarding the prisons, should take him down the power seat. The spiritual secular reasoning of our world, gives our devotees the choice of spirituality or vulgarity, torture or ethics. Secularism means succession of ethics over religion.
September 1, 2009
Samstag, 22. August 2009
"Basiji in the Islamic Republic" - auf Deutsch
Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Quelle: "Devouring their own - Basiji in the Islamic Republic"
http://www.huffingtonpost.com/narges-bajoghli/devouring-their-own-the-b_b_264939.html
von Narges Bajoghli
Amir Hosseini* folgte dem Aufruf Ayatollah Khomeinis zur Verteidigung der Nation und der Revolution, als Irak am 22. September 1980 in den Iran einmarschierte. Er fand sich im benachbarten Hauptquartier der Basij ein und meldete sich mit 17 Jahren freiwillig an die Front. Die Basij entstanden kurz nach der iranischen Revolution von 1979 als "große Volksmiliz", in den Worten Ayatollah Khomeinis, der der Höchste Führer der neu gegründeten Islamischen Republik wurde. Diese paramilitärische Gruppe stand unter der Federführung der Revolutionsgarden, und beide spielten im Iran-Irak-Krieg von 1980 bis 1988 eine große Rolle. Amir Hosseini schloss sich 1980 ihren Truppen an und ging kurz darauf an die Front.
Als hingebungsvoller Basiji, der zu einem versierten Kämpfer geworden war, kehrte Amir jedoch schon 1986 auf das Schlachtfeld zurück. Ein Jahr später, in einem Minenfeld im Süden des Landes, verlor er beide Beine und musste für den Rest seines Lebens im Rollstuhl sitzen, während die Chemikalien allmählich seine Lungen verätzen.
Amir ist einer dieser Männer, die mit grimmigem Stolz zu ihren Jahren an der Front stehen. Seine Jugend verbrachte er in den Schützengräben im Kampf gegen die Iraker (die von Europa und Amerika mit ausgeklügelten Waffen ausgestattet waren), während dieser ersten grausigen Schlachten mit nichts anderem als Maschinengewehren und Molotovcocktails, um die Iraker von iranischem Terrain zu vertreiben. Er ist ein Veteran des längsten Krieges des 20. Jahrhunderts, der mehr als 1 Millionen Menschenleben sowohl in Iran als auch in Irak forderte.
Zu Beginn der auf den Krieg folgenden Wiederaufbauphase im Iran wurde Amir jedoch zunehmend desillusioniert über die Mächtigen. Er erkannte, dass das, wofür er gekämpft hatte, nichts mit dem zu tun hatte, was die politische Elite im Namen des Krieges tat. Er sah, wie "Kriegsveteranen", die ihren gesamten Dienst in Büros weitab der Front verbracht hatten, lukrative Geschäfte zugeschanzt bekamen, er war Zeuge, wie die Wandbilder seiner toten Freunde allmählich als Werbung die Anschlagtafeln in ganz Teheran zu zieren begannen: ihr gerechter Kampf wurde wie ein Wunder-Reinigungsmittel verkauft, mit dem alle Flecken und Makel, die ganze Korruptheit der Regierung beseitigt werden sollten.
Der Krieg war vorbei, die Anstrengungen zum Wiederaufbau des Landes waren im Gange, und die Revolutionsgarden waren nicht mehr länger eine Institution zum Schutz der Nation und der Revolution - sie wurden zum größten unabhängigen Wirtschaftsimperium innerhalb des Regimes. Durch die Kombination der Wirtschaftspolitik unter Präsident Rafsanjani (1989 - 1997) mit den politischen Manövern des neuen Höchsten Führers, Ali Khamenei, ist die Islamische Republik trotz der Warnungen Ayatollah Khomeinis zu einem militarisierten Staat geworden. Tatsächlich hatte Khomeini in den 1980er Jahren erklärt, dass das Militär und die Revolutionsgarden sich aus der Politik heraushalten müssten. In seinem Testament, das ein Manifest für die Islamische Republik in der Ära nach Khomeini ist, schrieb Khomeini:
"Mein ausdrücklicher Rat an die Streitkräfte ist, sich an die Regel der Nichteinmischung des Militärs in die Angelegenheiten der politischen Parteien zu halten. Die Streitkräfte einschließlich der Armee, der Polizei der [Revolutions]Garden, der Basij und anderer dürfen keiner politischen Partei beitreten und müssen sich von politischen Manövern fernhalten. Die Revolution gehört dem Volk, und ihr Schutz ist die Pflicht aller, es ist die patriotische und islamische Verpflichtung der Regierung, des Volkes, des Verteidigungsrats und des Majlis [Parlament, d. Übers.], sich den Streitkräften sofort entgegenzustellen, wenn sie - seien es die Befehlshaber und die oberen Ränge oder die niederen Ränge - gegen das Interesse des Islam und des Landes handeln oder wenn sie politischen Parteien beitreten oder sich an politischen Manövern beteiligen wollen, was sie ohne Zweifel ruinieren wird. Es ist die Pflicht des Führers und der Revolutionsgarde, derartige Aktoinen mit Gewalt zu verhindern, um Schaden vom Land abzuwenden." (1989: 45).
Nichtsdestotrotz hat Rafsanjanis Wirtschaftspolitik zum Wiederaufbau des Landes ihn dazu gebracht, die Erhöhung der Einkünfte zur Priorität für alle Regierungsbehörden zu machen. Während des Krieges selbst hatten die Revolutionsgarden ihre wirtschaftliche Macht über die iranische Gesellschaft vergrößert. Ihr riesiges Budget war im Majles (Parlament) nicht rechenschaftspflichtig, und ihre Partnerschaften mit der einflussreichen und mächtigen Märtyrer-Stiftung (Bonyad-e Shaheed) und der Stiftung der Unterdrückten (Bonyad-e Mustazafen), beide direkt nach der Revolution gegründet, unterlagen keiner Aufsicht. Diese Stiftungen gehören zu den am großzügigsten ausgestatteten Organisationen im Staat.
Im Juli 2007 erklärte das Energieministerium, dass die Auftragnehmer der Revolutionsgarden alle öffentlichen Infrastrukturprojekte einschließlich Wasser, Elektrizität und Brücken zunächst in Westiran leiten würden. Viele dieser Verträge wurden (und werden immer noch) ohne Ausschreibung vergeben, was gegen das iranische Gesetz ist, das offene Ausschreibungen vorschreibt. Zusätzlich zu ihren Verträgen betreiben die Revolutionsgarden auch ihre eigenen "Freihandelshäfen", in denen der durchschnittliche iranische Geschäftsmann, der Waren importieren oder exportieren möchte, hohe Zölle zahlen muss.
Mit einer Mischung von Wirtschaftspolitik und politischen Manövern haben die Revolutionsgarden und die Basij alle Bereiche des öffentlichen Lebens im Nachkriegsiran betreten.
Nach den Studentenprotesten von 1999 in Teheran erklärten 24 führende Offiziere der Revolutionsgarden in einem an Khatami adressierten Brief in der konservativen Zeitung Jomhuri-e Eslami, die Revolutionsgarden könnten "diese Situation nicht länger tolerieren" und würden handeln, sollte Khatami seine Politik nicht ändern. Als Khatamis Präsidentschaft zu Ende ging, wurden die reformorientierten Mitglieder der Revolutionsgarden in den Hintergrund gedrängt, während ihre konservativen Kollegen innerhalb der politischen und wirtschaftlichen Gefilde gut positioniert wurden, um ihre Macht zu vergrößern.
In den Präsidentschaftswahlen von 2005 waren fünf der sieben Bewerber für das Amt entweder Mitglieder der Revolutionsgarden oder hatten irgendwann die Revolutionsgarden befehligt. Die Wahl von 2005 war der Wendepunkt, an dem die konservativen Mitglieder der Revolutions-garden und Basij die wichtigsten politischen Ämter im Land beanspruchten. Nachdem Mahmoud Ahmadinejad (selbst ein ehemaliges Mitglied der Revolutionsgarden) die Wahl von 2005 gewonnen hatte, waren viele seiner Kabinettsmitglieder und fast 80 Parlamentsmitglieder formal Mitglieder der Revolutionsgarden.
Am 13. Juni, nach der Verkündung der Wiederwahl Ahmadinejads zum Präsidenten mit einer großen Stimmenmehrheit, gingen Amir, seine Frau und ihr 25-jähriger Sohn auf die Straße und schlossen sich Millionen von Iranern an, die gegen das Wahlergebnis protestierten.
Auch am zweiten Tag gingen sie mit Millionen friedlicher Demonstranten, in einem Schweigemarsch, um ihre Stimmen hörbar zu machen. Angespornt von der unglaublichen Energie der Straße verließen Amir und seine Familie auch am dritten Nachmittag ihre Wohnung. Sein Sohn schob Amirs Rollstuhl, und sie schlossen sich der Menschenmenge an. Es war der Tag, an dem die Basij (dieselbe Gruppe, der Amir einst voller Stolz beigetreten war) seinen Sohn mit ihren Schlagstöcken und Gift attackierten. Amir schrie sie von seinem Rollstuhl aus an, appellierte an ihr Erbarmen. Um ihn zum Schweigen zu bringen, wandten sie sich ihm zu, schlugen ihn, um dessen Handgelenke die grünen Bänder von Mir Hossein Moussavi gewickelt waren, bis er aus seinem Rollstuhl fiel. Blutig und zerschrammt wurde er von seinen Nachbarn nach Hause gebracht. Obwohl das im Vergleich zu seinen Kriegswunden nichts war, weinte Amir in dieser Nacht unkontrolliert. Er war nicht imstande zu glauben, dass das System, für das er während seiner ganzen Jugend gekämpft hatte, das System, für das er stolz und ohne sich zu beklagen seine beiden Beine verlor, sich gegen ihn gewendet hatte. Er hatte 20 Jahre ohne seine Beine gelebt und seine Abende am Beatmungsgerät verbringen müssen, weil seine Lungen nicht mehr selbstständig atmen konnten. Und jetzt hatten sie ihn geschlagen.
Am nächsten Tag erlitt Amir einen Herzinfarkt.
Er liegt noch immer auf der Intensivstation in einem Krankenhaus in Teheran, seine Familie und seine Freunde aus Kriegszeiten sind bei ihm. "Dafür haben wir nicht gekämpft", sagen sie zu mir, und Ärger klingt in ihren Stimmen mit. "Diese Kinder da draußen mit den Schlagstöcken, die sind wie ein Krebsgeschwür für unsere Gesellschaft", sagt einer, mit Augen, die rot sind vor Ungläubigkeit und Empörung.
* Der Name wurde zum Schutz seiner Identität geändert
Narges Bajoghli, Doktorandin der soziokulturellen Anthropologie an der Universität New York, Wissenschaftlerin am MacCracken-Institut, beschäftigt sich mit der Produktion von Medien in revolutionären Gesellschaften, insbesondere mit der Rolle der Basij in der Medienproduktion im Iran.
Donnerstag, 20. August 2009
Teheran-Depesche: Basijis für Mousavi
Von Iran Quest am 20. August 2009
Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Quelle: http://iranquest.com/?p=10047
Nicht alle Befürworter von Mousavi sind weltlich eingestellt. Viele, wie mein Freund Omid, sind strenggläubige Moslems, die dem Regime nicht länger vertrauen.
Das eingerahmte Portrait des verstorbenen Imam Khomeini im Schulbüro ragte hoch über unseren Köpfen auf.
Der Direktor, ein Invalide und Basij-Veteran des Krieges zwischen Iran und Irak und Organisator der Kampagne für Präsidentschaftskandidat Mir Hossein Mousavi, war sichtlich erschüttert. “Als der Imam starb, dachte ich, es könnte nichts schlimmeres geben. Aber was in diesen letzten Tagen passiert ist..." Eine Woche nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Iran waren viele von Omids Freunden und Kollegen der Kampagne bereits verhaftet oder zum Verhör gebracht worden, Männer, mit denen er während des Krieges ein Vierteljahrhundert zuvor an der Front gestanden hatte. Sie hatten zusammen gearbeitet, um die Wahl für Mousavi zu entscheiden in einer Kampagne, die für sie nicht weniger war als die Verteidigung der Revolution, eine Chance, um das Vermächtnis Khomeinis vor dem unwiderbringlichen Verlust zu bewahren.
Jetzt, wo die Wahl vorüber und es fast sicher war, dass sie gestohlen wurde, hatte Omid angesichts der Möglichkeit, verhaftet zu werden, seine Hoffnung verloren. Er fühlte sich nicht länger sicher in dem Land, dass er einst als Teenager verteidigt hatte. “Bad berim. Bayad az Iran berim.” "Wir müssen Iran verlassen.”
Stimmen wie die von Omid sind in der Berichterstattung über Irans Präsidentschaftswahl kaum zu vernehmen, zweifelsohne deshalb, weil sie nicht in die allgemein anerkannte Handlung der Geschichten passt, die uns aus Teheran erreichen. Diese Geschichten, die zum Teil durch die westlichen Medien unterstützt werden, legen nahe, dass die Opposition primär aus jungen, gebildeten Städtern besteht, die der Authorität des Klerus müde sind und unbedingt eine endgültige Trennung von Religion und Politik wollen. Sie wiederum stehen einem Regime gegenüber, das seine Stärke aus den frommen, armen Städtern und Landbewohnern bezieht, einer hochgradig traditionellen Bevölkerungsgruppe, die eine Annäherung an den Westen ablehnt und die schleichende Modernisierung des letzten Jahrzehnts verdammt, die Satellitenschüsseln und fremden Kulturen, die allmählich die nationale Identität Irans abtragen. Und der Wille dieses Regimes wird auf den Straßen von den Basijis durchgesetzt, den religiösen paramilitärischen Freiwilligen, die eine jüngere Version von Omid sind.
Die Wahrheit ist, dass das Herz der Opposition aus Männern und Frauen wie Omid besteht. Für diese aufrechten Bürger war ihr Glaube Grund genug, für Mousavi zu stimmen, einen Mann, der weithin anerkannt ist für seine Frömmigkeit, Wahrheitsliebe und Loyalität zum verstorbenen Imam. Sie sind Gläubige, Iraner, die sich dem Versprechen der Islamischen Republik als einem ethischen Projekt verpflichtet fühlen, einem Mittelweg aus Autonomie und tragfähiger Modernität, ohne die materiellen Exzesse und den Säkularismus in Europa und den U.S.A., China und Indien. Tief religiös und dem Andenken Khomeinis verpflichtet, haben sie in großer Zahl für Mousavi gestimmt, um die Kontrolle über ihre Vision des Islam und die postrevolutionäre Staatsbürgerschaft zurück zu gewinnen, die nun von Ahmadinejad und seinesgleichen entstellt wird.
In den Monaten und Wochen vor und nach der Wahl hatte ich die Gelegenheit, mit vielen solchen Wählern zu sprechen. Die meisten waren ehemalige Basiji, Männer wie Omid, die sich in den 1980er Jahren, als sie noch auf die Oberschule gingen, freiwillig zum Kampf gegen Saddam Husseins angreifende Armeen gemeldet hatten. Sie arbeiten heute als Direktoren und Lehrer in vielen der besten privaten islamischen Schulen Teherans, die in dem Ruf stehen, ehrerbietige, ihrem Glauben und der Wissenschaft verpflichtete Absolventen hervorzubringen.
Als geehrte Kriegsveteranen und respektierte Lehrer stehen diese Menschen auf dem Kreuzweg der Vergangenheit und der Zukunft Irans. Es ist eine Zukunft, die viele von ihnen zum ersten Mal in ihrem Leben in Frage stellen.
In unseren Gesprächen betonten sie, dass sie diese Wahl und die darauffolgenden Entwicklungen als einen Kampf um Authentizität sehen, um das Recht, zu definieren, was einen guten Moslem ausmacht. Sie fühlten sich angegriffen von einer Regierung und einer Führung, die nicht willens ist, triviale Politik von dem zu trennen, was sie als erhabene Botschaft des Propheten und des Imams ansahen. Als Lehrer waren sie durch das Vorgehen der Regierung während und nach den Wahlen in ein Dilemma geraten, vor allem durch das Vorgehen des Obersten Führers Ali Khamenei. Ein Politiker wie Ahmadinejad, der in eine Kamera blickt und Lügen über die Inflation und die Arbeitslosigkeit erzählt, ist eine Sache - was aber sollten sie über Khameneis dann folgende Bestätigung dieses Präsidenten denken? Was sollten sie ihren Schülern sagen, wenn sie im Herbst wieder in die Schulen kommen würden?
Einer der Direktoren sagte mir, er und seine Kollegen würden versuchen, diesen Kindern beizubringen, gerecht und ehrlich zu sein. Indem er einen Mann unterstützte, der keins von beidem ist, war Khamenei seiner Verantwortung nicht gerecht geworden. "Dieser Mann kann nicht länger Führer sein".
Ein anderer Direktor, mit dem ich sprach, war sich weniger sicher über das weitere Vorgehen. "Wenn unsere Väter "Tod dem Schah" riefen", sagte er, "dann geschah das, weil sie dessen Regime als islamfeindlich ansahen. Aber meinen eigenen Sohn "Tod Khamenei" rufen zu hören - das ist zu viel. Ich finde es schwierig zu akzeptieren, weil er gegen eine Regierung der Religion, eine Regierung des Islam protestiert."
Konflikte wie diese haben sehr viele meiner Interviewpartner veranlasst, zu überdenken, ob die Islamische Republic an sich noch realisierbar sei. Vor allem betonten sie, dass der Islam bewahrt werden müsse. Wenn das System verändert werden müsse, so solle dies geschehen. Vielleicht war nur Ayatollah Khomeini zum Obersten Führer befähigt, wie der "Charismatische Führer" des Soziologen Max Weber, der keinen ebenbürtigen Nachfolger hat. Einer der Lehrer drückte es so aus: "Vielleicht ist diese Position [des faqih, oder des Obersten Führers], diese Verantwortung, wie eine reife Frucht. Köstlich, süß, dem Auge schmeichelnd, lockt sie irgendwann Fliegen an."
Veränderung ist das Thema dieses Jahres, eifrig aufgenommen von den Massen im Iran und in den Vereinigten Staaten. Veränderungen erfordern es, dass wir den anhaltenden und schädlichen Vermutungen über den Iran ein Ende setzen - der Wahrnehmung, dass die Religiösen reflexartig von Ahmadinejads Art der Politik angezogen werden, oder dass es einen "authentischen" Iran gibt, der irgendwo südlich des Vanak Square angesiedelt ist. Wenn wir verstehen wollen, wohin sich die noch im Aufbau begriffene gesellschaftliche Bewegung im Iran bewegen könnte, würden wir gut daran tun, unser Augenmerk auf unerwartete Orte zu richten, auf Menschen wie Omid zu achten. Die Tiefe der iranischen Oppositionsbewegung sollte an den Protesten und Aufschreien dieser Menschen gemessen werden und nicht nur denen der jugendlichen Abtrünnigen der Nation, diesen nicht Gläubigen, die die Idee einer Islamischen Republik niemals überhaupt je akzeptiert haben.
Omid und seine Gefährten marschieren nicht deshalb auf den Straßen, weil sie weltlich sind oder ein Interesse daran haben, Iran den USA ähnlicher zu machen. Nein, sie stellen sich der gegenwärtigen Regierung in deren eigener Sache entgegen, im Namen des Islam.
Von Shane M. - Salon.com
Anmerkung der Redaktion: Aus Gründen der persönlichen Sicherheit hat der Autor seinen Namen geändert. In früheren Artikeln hat er sowohl "Anonymous" als auch das oben genannte Pseudonym verwendet.
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Themenbezogener Link (auf Englisch):
http://www.huffingtonpost.com/narges-bajoghli/devouring-their-own-the-b_b_264939.html
Deutsche Übersetzung: http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/08/basiji-in-islamic-republic-auf-deutsch.html

