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Dienstag, 8. September 2009

Fars News: Es gab keine Vergewaltigungen


Polizeichef bestreitet Vergewaltigungen von Häftlingen in Kahrizak

TEHERAN (FNA)- Der Polizeichef Irans,Brigadegeneral Esmail Ahmadi Moqaddam, hat am Dienstag Berichte eines wichtigen Politikers über sexuellen Missbrauch an nach den Wahlen Inhaftierten in der Haftanstalt Kahrizak zurückgewiesen.



Original (Englisch):
http://english.farsnews.co
m/newstext.php?nn=8806171494
Übersetzung: Julia

08. September 2009

"Gemäß ihrer Rechenschaftspflicht und zur Erhöhung der Transparenz hat die Polizei in Kooperation mit den nationalen Medien (dem staatlichen Fernsehen) vor Kurzem einen umfassenden Bericht zur Information der Öffentlichkeit vorgelegt", sagte Ahmadi Moqaddam gegenüber Reportern in der im Südosten gelegenen Stadt Saravan.

Er fügte hinzu: "Die Maßnahme (der Bericht über die Bedingungen in der Haftanstalt Kahrizak) erfolgte, um überzogene Behauptungen über Folter und sexuelle Misshandlungen zu verhindern, die ganz und gar nicht zutreffend sind".

Iran hat Anfang Juli ein nicht standardgemäßes Gefängnis im Süden Teherans namens Kahrizak geschlossen und folgte damit einer Anordnung des Obersten Führers der Islamischen Revolution, Ayatollah Seyed Ali Khamenei.

Der iranische Polizeichef machte deutlich, dass die Polizei auf der Grundlage von relevanten Berichten, Dokumenten und Befragungen früherer Häftlinge einen Fall wegen (angeblicher) Folter und schlechten sanitären Bedingungen in der Haftanstalt eröffnet und abgeschlossen habe.

Er unterstrich: "Der Fall, der keinerlei Unklarheiten oder dunkle Flecken aufweist, wurde den Justizbehörden übergeben".

Ahmadi Moqaddam hatte zuvor bekannt gegeben, dass der Leiter des Wachpersonals in der Haftanstalt Kahrizak in Haft genommen worden sei, nachdem er wegen "nicht standardgemäßer Bedingungen" seines Gefängnisses seines Postens enthoben worden war.

Irans stellvertretender Polizeichef Ahmad Raza Radan wiederholte später, alle Beamten und Gefängniswärter, die sich in der betreffenden Haftanstalt Rechtsverletzungen schuldig gemacht hätten, würden streng bestraft werden.

Samstag, 5. September 2009

Vergewaltigung in den Gefängnissen der Mullahs

Quelle (Englisch): http://iranquest.com/?p=13789
Übersetzung: Julia

Anmerkung:
Der Artikel wird kontrovers diskutiert und enthält offenbar auch einige Recherchefehler. Dennoch habe ich mich entschlossen, ihn zu übersetzen, weil er z. Zt. einer der wenigen mir bekannten Artikel ist, die die momentan bekannt werdenden Menschenrechtsverletzungen in einer weiter gefassten Perspektive beleuchtet.


Nachtrag 9. September:

Zu Saeedeh Pour-Aghaies Geschichte gibt es mittlerweile zwei Gegendarstellungen (Englisch, habe es noch nicht geschafft, sie zu übersetzen):
http://www.qlineorientalist.com/IranRises/saideh1/
http://www.qlineorientalist.com/IranRises/saideh2/

Vergewaltigung in den Gefängnissen der Mullahs


Seit der Gründung des islamischen Regimes in Iran in 1979 haben Vergewaltigungen politischer Gefangener zugenommen, wenn auch selten darüber berichtet wurde. Viele mutige Opfer haben in letzter Zeit über ihre erlittenen Vergewaltigungen gesprochen. Nach den Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 überraschte der unterlegene Kandidat Mehdi Karroubi mit Enthüllungen über systematische und perfide Vergewaltigungen sowohl von Männern als auch von Frauen, die bei den Protesten nach der Wahl inhaftiert wurden.

Nach der Eroberung des alten Persien durch arabische Moslems im Jahre 644 wurden Zehntausende, möglicherweise sogar Millionen iranischer Frauen vergewaltigt, versklavt und als Kriegsbeute in die arabisch-islamischen Gebiete geschafft, um auf Sklavenmärkten verkauft zu werden. Das persische Wort "Tajovoz" bedeutete nicht nur "Vergewaltigung" durch einen Mann, der von einer Frau Besitz ergreift oder sie entführt. Es bedeutet auch Zerstörung und Besetzung des eigenen Umfeldes durch Invasoren. In das Glaubenssystem, innerhalb dessen ein unbeteiligtes neunjähriges Mädchen von ihrem "Ehemann" vergewaltigt werden darf, führten arabische Moslems die Vergewaltigung von Frauen durch eine solche patriarchalische gesellschaftliche Kontrolle als eine der schrecklichsten, schändlichsten und demütigendsten Elemente in der Kultur des besetzten Iran ein. Seit der arabisch-muslimischen Okkupation werden die einst mit den männlichen Iranern gleichberechtigten Frauen als Besitztum der Männer betrachtet - zuerst ihrer Väter, später ihrer Ehemänner. Kam es im islamisierten Persien zu Vergewaltigungen, waren Frauen von den Anklagen und der Scham mehr betroffen als ihre Vergewaltiger.

Vergewaltigung weiblicher Gefangener

Kurz nach der Revolution von 1979 wurden viele Intellektuelle, politische Aktivisten und Sympathisanten der linksgerichteten Opposition verhaftet, und viele von ihnen wurden kurzerhand hingerichtet. Weibliche Gefangene, die noch Jungfrauen waren, wurden in der Regel vor ihrer Hinrichtung vergewaltigt. Der Grund dafür liegt in der Interpretation des islamischen Rechts durch das islamische Regime, nach der die Tötung einer Jungfrau verboten ist, weil ihre Seele nach dem Tod in den Himmel statt in die Hölle kommt. Um diesem Dilemma zu entgehen, wurde die Jungfrau in der Nacht vor ihrer Hinrichtung mit einer der Wachen verheiratet und die Ehe über Nacht vollzogen. Dann wurde die Hinrichtung ausgeführt.

Neben dieser Art Vergewaltigung wird im Mullah-Regime Vergewaltigung auch routinemäßig benutzt, um durch Folter Informationen oder Geständnisse zu erzwingen, oder schlicht um die Gefangenen zu demütigen.

Vergewaltigung männlicher Gefangener

Vergewaltigungen von männlichen Opfern erfolgt durch erzwungene Penetration des Anus durch den Penis oder andere Objekte, wie einige iranische Vergewaltigungsopfer berichtet haben. Wegen der traditionellen Selbstzensur ist Vergewaltigung von Männern bis vor Kurzem im Iran nicht öffentlich thematisiert worden. In der Wahrnehmung einer patriarchalischen Kultur sollte ein Mann maskulin, stark und in der Lage sein, sich zu schützen. Darum gibt es für einen stolzen Mann nichts Schlimmeres, als unterworfen und vergewaltigt zu werden. Junge Männer, die die jüngsten Vergewaltigungen überlebt haben, leiden nun an schweren psychischen Verletzungen. Vergewaltigungen an Männern in den Mullah-Gefängnissen führen zu schweren Schäden an den inneren Organen der Opfer, aber auch zu Depressionen. Weil männliche Opfer sich schämen, ihre Identität preiszugeben, gehen sie ärztlicher Behandlung aus dem Weg, es sei denn, das Opfer ist wirklich schwer verletzt.

[Bezüglich der folgenden Passage verweist die Übersetzerin ausdrücklich auf den folgenden Artikel: http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/09/was-mesbah-yazdi-nicht-gesagt-hat.html]

Es wird angenommen, dass Ayatollah Mesbah Yazdi, der Mentor und spirituelle Guru von Präsident Ahmadinejad, vor Kurzem die religiöse Erlaubnis zu Vergewaltigungen auch an Männern gegeben hat. Islamische Autoritäten streiten normalerweise ab, dass Vergewaltigungen in ihren Gefängnissen stattfinden, denn sie fürchten heftige Reaktionen der Öffentlichkeit sowohl im In- als auch im Ausland. In einem Interview im Rahmen eines Treffens in Jamkaran nach den Enthüllungen über Vergewaltigungen in den Gefängnissen wurde Mesbah Yazdi gefragt: "Kann ein Befrager einen Gefangenen vergewaltigen, um ein Geständnis zu erhalten?" Yazdi antwortete: "Der Befrager muss als notwendige Vorsichtsmaßnahme vorher eine rituelle Waschung vornehmen und während der Vergewaltigung beten. Wenn es sich um eine weibliche Gefangene handelt, ist eine Vergewaltigung durch Vagina oder Anus zulässig. Es ist besser, wenn keine Zeugen anwesend sind. Bei einem männlichen Gefangenen ist die Anwesenheit von Beobachtern akzeptabel."

Zahra Bani Yaghoub, Azar Al Cana’an und Roya Toloui sind einige der weiblichen Gefangenen, die in den vergangenen Jahren unter diesem Islamischen Regime vergewaltigt und ermordet wurden. Hinzu kommen mindestens zwei junge weibliche Opfer der Repression nach der Wahl im Iran im Teenager-Alter: Tamineh [wahrsch. gemeint: Taraneh, d. Übers.] Mousavi und Saeedeh Pour Agha'i wurden, wie Medien dokumentierten, verätzt oder verbrannt, um das scheußliche Verbrechen zu vertuschen.

Um die Erlaubnis von Vergewaltigungen durch Mesbah Yazdi zu beleuchten:
Es wird angenommen, dass frühe Muslime unter dem Propheten bei unzähligen Überfällen ("Ghazawat") Männer töteten, Eigentum raubten und alle Frauen nahmen, die sie wollten, diese vergewaltigten und als ihre eigenen Sklavinnen zu ihren Stämmen brachten.

Es mag sein, dass viele Muslims für derartige Brutalität im Islam keine Toleranz aufbringen und sie als Mythos betrachten. Es ist jedoch die Mentalität des brutalen islamischen Regimes, das Iran regiert und solche abscheulichen Verbrechen begeht.

Wenn man das Phänomen der Vergewaltigung psychologisch analysiert, scheinen Vergewaltiger letztlich einer Subkultur der Gewalt zu entstammen, deren Werte von denen der Mehrheit abweichen. Ein Vergewaltiger ist oft ungebildet und gehört einer niedrigeren sozioökonomischen Schicht mit krimineller Vorgeschichte an. Es ist möglich, dass ein Mann mit diesem Hintergrund seine Härte und Maskulinität auf gewalttätigere und unsozialere Art beweist, doch im Falle eines Vergewaltigers in einem Mullah-Gefängnis ist dies nicht der wichtigste Faktor.

Vergewaltiger in den Mullah-Gefängnissen sind nicht unbedingt psychopathische und und gesellschaftsfeindliche Folterer, sondern höchstwahrscheinlich "fromme" Moslems, verheiratet, und vielleicht sogar liebevolle Väter. Sie folgen lediglich der "göttlichen" Führung des islamischen Regimes und betrachten diese Vergewaltigungen nicht als Verbrechen, empfinden nach dem Übergriff keine Reue. Diese Sexual"täter" können für ihre sexuellen Übergriffe nicht zur Verantwortung gezogen werden, denn Vergewaltigung wird von islamischen Geistlichen des Regimes erlaubt bzw. toleriert.

Vergewaltigung in Gefängnissen der Mullahs beruht nicht auf einer individuellen Entscheidung eines Befragers, wie viele glauben; sie ist ein systematischer Prozess, der auf einem Glaubenssystem beruht und eine politische Agenda unterstützt. In den Gefängnissen der Mullahs werden Vergewaltigungen oft geplant. Das primäre Motiv für eine Vergewaltigung ist kein sexuelles. Vergewaltigung wird als Routine-Pflicht angesehen, entsprechend den Vorschriften islamischer Kleriker hohen Ranges wie Ayatollah Mesbah Yazdi und der Akzeptanz des gesamten Mullah-Regimes. Vor diesem Hintergrund ist ihr Akt der Vergewaltigung keine bloße psycho-kriminelle Frage, sondern ein begründetes Verbrechen.

Jahanshah Rashidian – Mideast Youth.com

Read the original Mideast Youth article here.

Donnerstag, 3. September 2009

Babak Daad über "Fath-ol-mobin"/Kahrizak/iranische Gefängnisse - Deutsch

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Quelle: http://azarmehr.blogspot.com/2009/08/fath-ol-mobin-codename-for-rape.html


Fath-ol-mobin, Codename für Vergewaltigungen in Irans Gefängnissen

Nach dem mutigen Brief von Mehdi Karroubi, der die Gräuel systematischer Vergewaltigungen an verhafteten Wahlprotestteilnehmern in Iran entlarvt, gab es verschiedene Rufe seitens der "Stellvertreter Gottes auf Erden", Karroubi vor Gericht zu stellen.

Babak Daad ist ein iranischer Journalist und Blogger, der zur Zeit auf der Flucht ist und sich versteckt hält. In seinem schockierenden Interview sprach er über die Ereignisse in Irans Gefängnissen und wie die Lakaien des Staatsstreichs beauftragt werden, die iranische Jugend zu brechen.

"Es ist eine Sache, eine Nachricht zu hören, und eine andere Sache, sie aus erster Hand selbst zu sehen und das ganze Grauen dessen zu realisieren, was da stattgefunden hat. Man kann in den Nachrichten von einem Unfall hören, aber wenn man den Unfall nicht aus nächster Nähe miterlebt, versteht man die Realität von Blut nicht. Die Vergewaltigungen in iranischen Gefängnissen ist für die, die darüber lesen oder hören eine Nachricht. Ich aber habe einen 18jährigen Jungen gesehen, dessen Vater ihn als ein Stück Fleisch ohne Seele beschrieb. Sein Name ist Mehdi, und ich hoffe, dass die Gesetzesübertreter, die dieses Verbrechen an dem Jungen begangen haben, bald vor einem internationalen Gericht stehen werden - natürlich auch diejenigen, die die Anordnung dazu gaben, den Geist und die Hoffnungen der nach Gerechtigkeit suchenden jungen Generation Irans zu entwurzeln.

Herr Karroubi hatte den Mut, diese Berichte zu untersuchen. Vor 15 Tagen verfasste er einen Brief über das, was sich ereignete, und übergab diesen an Hashemi Rafsanjani. Er wartete 10 Tage auf eine Reaktion von Hashemi Rafsanjani, und sagte, er würde den Brief veröffentlichen, wenn nicht innerhalb von 10 Tagen eine Antwort von Rafsanjani erfolgen würde. Demnach wissen beide, Herr Karroubi und Rafsanjani, bereits seit einiger Zeit Bescheid über die Ereignisse.
.....
Diese Berichte sind keine Einzelfälle, aber es gibt noch mehr Berichte, die aus Angst und wegen des kulturellen Stigmas, das an diesen Menschen haftet, nicht an die Öffentlichkeit gelangen.
Doch die jungen Menschen, die diese Dinge erlitten haben, diese Opfer, sollten ihr Haupt erheben und sich voller Stolz als Opfer des Weges der Freiheit für das Land verstehen. Jene, denen diese Tragödie widerfahren ist, tragen dieselbe Ehre wie die Märtyrer dieser epischen Grünen Bewegung.

In Kahrizak hat man die lebhaften Häftlinge ausgewählt, die, die Widerstand leisteten. Man vergewaltigte sie, um sie von ihrem Ziel der Gerechtigkeit und Freiheit abzubringen, man wollte sie derart brechen, bis diese jungen Leute in Depressionen verfallen und sich selbst hassen würden.

Der Codename für diese Vergewaltigungen war Fath-ol-Mobin ["leuchtende Eroberung" - auch ein Codename für eine Offensive während des Krieges gegen den Irak im Jahre 1982]. Seht, wie weit sie zu gehen bereit waren in ihrer Befleckung des Glaubens und dem, was den Menschen heilig ist. Wie sie die Religion als Werkzeug zur Unterdrückung der Menschen nutzen, um ihre illegitime Macht erhalten können.

... Ein 18jähriger Junge wird angegriffen, nur weil er am 15. Juni an einem friedlichen Schweigemarsch teilnahm und ein grünes Band am Handgelenk trug. Er wird verhaftet und in Kahrizak zwei Wochen lang ständig vergewaltigt. Dann wird er in ein anderes Gefängnis verlegt, wo er sich etwas erholen darf, bevor er seinem Vater zurückgegeben wird.
Es tut mir Leid, dass ich diese Dinge erwähne, aber es ist nicht länger angebracht zu schweigen. Er hat Risswunden im Rektum und im Darm, seine Infektion war so schlimm, dass sie ihn nicht länger behalten konnten. Dieser 18jährige war dazu noch gezwungen, Vergewaltigungen an anderen Häftlingen mit anzusehen. Er konnte einen Vollzugsbeamten (den wir hoffentlich identifizieren und eines Tages vor Gericht bringen können) schreien hören: "Nehmt euch diese Bande, schwängert sie, damit sie Bescheid wissen"

Dutzende von Häftlingen haben berichtet, dass viele arabische Gefängniswärter mit libanesischem Akzent unter den Vergewaltigern waren. Und es tut mir Leid, dass ich das sagen muss, aber ich möchte, dass die Familien das hören, damit ihre Entschlossenheit wächst und nicht ihre Angst - Mehdi konnte zunächst nicht glauben, dass ein stämmiger, unflätig redender Wachmann sich gerade anschickt, ihn zu vergewaltigen; als sie ihn schlugen und zwangen, sich nackt auszuziehen, flehte er sie an "im Namen des Imams Mehdi, ich bin ein Namensbruder eures verborgenen Imams, bitte tut mir das nicht an", und der, der ihn befragt, beleidigt sogar Imam Mehdi, während er den zitternden 18jährigen Mehdi nach unten drückt und zu dem stämmigen Wachmann sagt "er ist gekommen, um seine Stimme zurückzuholen, gib ihm seine Stimme zurück, damit er es nie vergisst".

In zwei Wochen wird dieser Teenager 20 Mal vergewaltigt, er leidet an Infektionen des Rektum und des Darms, und nachdem er für die Dauer einer Woche in ein anderes Gefängnis verlegt wurde, ist das, was sie seinem Vater übergeben, eine lebendige Leiche mit einem seelenlosen Blick, er wird nur unter der Bedingung entlassen, dass er sagt, er sei während der Haft gut behandelt worden, er habe kein Recht, sich zu beklagen.

Jetzt heißt es, die Vorwürfe müssten bewiesen werden. Genau dieselben Menschen, die die Wahl komplett manipuliert und alle ihnen vorgelegten Beweise ignoriert haben, erwarten, dass die vergewaltigten Menschen ihnen ihre Beweise vorlegen. Aber ich habe Foto- und Filmbeweise für einen Fall, und ich bin sicher, nicht einmal dieser Fall reicht aus, um zu beweisen, was diese Häftlinge durchgemacht haben.


Hier haben Sie es also - Ahmadinejads Lakaien vergewaltigen Irans Häftlinge, Jungen wie Mädchen, um ihren Geist zu brechen. Die Beweise kommen jetzt von allen Seiten zum Vorschein. Wie werden europäische Demokratien jemals rechtfertigen können, dass sie ein Regime anerkannt haben, das Jungen und Mädchen, die an friedlichen Demonstrationen teilgenommen und dort verhaftet wurden, systematisch vergewaltigt? Warum marschieren die nützlichen europäischen Idioten nicht auf den Straßen, wie sie es für Guantanamo und Abu Ghraib getan haben?

Und was werden die Galloways, Yvonne Ridleys und die "Rüssel von der SWP" ["SWP " bezieht sich vermutlich auf die Socialist Workers' Party/Hezbe Sosialiste Kaaregari. Die Verwendung von "oinks" ist mir nicht klar, d. Übers.] jetzt sagen? Dass die Vergewaltiger im Recht waren, weil es Kinder der Arbeiterklasse waren, die "Kinder des reichen Teheraner Nordens" vergewaltigten?

Und ich denke daran, wie Ahmadinejad von Channel 4 Sendezeit für eine alternative Weihnachtsbotschaft bekam und der Nachrichtensprecher von Channel 4, Krishna, mit einem Lächeln zu mir sagte "aber sie sind recht zurückhaltend den Leuten gegenüber, ich meine, sie schießen nicht auf sie..." während Baroness Haleh Afshar in ihrem Yorker Studio zustimmend nickte und lächelte und weiter an den ihrer Überzeugung nach in Iran existierenden "einwandfreien Rechtsweg" glaubte.

Mittwoch, 2. September 2009

Karroubi: Vergewaltigungsopfer verschwunden

Karroubi: Vergewaltigungsopfer ist verschwunden

Quelle (Englisch): http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iueCOHmT-8oLUcZLqCaRzwGBUPhg
Übersetzung: Julia

TEHERAN — Der iranische Oppositionsführer Mehdi Karroubi, der Vorwürfe über Vergewaltigungen von Häftlingen der Wahlunruhen erhoben hatte, teilt mit, dass eines der Opfer nach einem Verhör verschwunden ist. Dies berichtete seine Webseite Etemaad-e Melli am Mittwoch.

Wie die Webseite berichtet, sagte Karroubi, die Justizbehörden hätten das anonym gebliebene Opfer bei der Befragung "eingeschüchtert" und "abgeurteilt".

"Der Betroffene wurde derart unerhört behandelt, dass er seitdem verschwunden ist; wir haben keine Nachricht von ihm", erklärte der bei den Präsidentschaftswahlen am 12. Juni unterlegene reformorientierte Geistliche.

Das Opfer soll unter den Protestteilnehmern gewesen sein, die verhaftet und später freigelassen worden waren.

Karroubi sagte nichts darüber, ob der Mann freiwillig untergetaucht sei, sich möglicherweise etwas angetan haben könnte, oder ob die Behörden nach seiner Entlassung gegen ihn vorgegangen seien.

Jedoch machte er den ehemaligen Teheraner Generalstaatsanwalt Saeed Mortazavi und seine Vertreter verantwortlich für "all die beklagenswerten Dinge, die diesem Mann und seiner Familie widerfahren."

Karroubi erweckte den Zorn der Hardliner mit seiner Behauptung, dass einige der während der Straßenproteste gegen Mahmoud Ahmadinejads Wiederwahl verhafteten jungen Männer und Frauen in der Haft vergewaltigt wurden.

Am 24. August hatte das mutmaßliche Opfer auf der Webseite Etemaad-e Melli einen Bericht über ein Treffen mit Vertretern der Justizbehörde am 20. August veröffentlicht, bei dem es um seine Vergewaltigungsvorwürfe ging. In diesem Bericht sprach er davon, dass er stundenlang zu Dingen befragt worden sei, die für den Fall "irrelevant" seien.

Das Opfer berichtete, er sei gefragt worden, ob er bestochen worden sei, damit er die Behauptungen aufstelle. Weiterhin habe man ihm peinliche Fragen gestellt, zum Beispiel nach dem "Grad der Penetration" und ob "die andere Person (der Vergewaltiger) befriedigt worden" sei.

Der neue iranische Justizchef Ayatollah Sadeq Larijani hat den Hardliner-Staatsanwalt Mortazavi entlassen, der auch hinter den Massenprozessen gegen Protestteilnehmer stand.

Dutzende Menschen wurden bei den Demonstrationen getötet, 4000 wurden zunächst verhaftet.

Das Gefängnis Kahrizak südlich von Teheran wurde geschlossen, nachdem die Fälle dreier Protestteilnehmer bekannt geworden waren, die an den ihnen im Gefängnis zugefügten Verletzungen gestorben waren.

Iranische Behörden hatten Behauptungen über Vergewaltigungen von Protestteilnehmern in Gefängnissen zurückgewiesen. Karroubi veröffentlichte den Bericht des Opfers "als Reaktion auf diejenigen, die sagen, dass es keine Beweise für sexuelle Misshandlung von Inhaftierten gibt", heißt es auf seiner Webseite.

Copyright des Englischen Originals © 2009 AFP

Montag, 24. August 2009

Vergewaltigungsopfer in iranischem Gefängnis: selbst Schuld

Iran: Beamte geben mutmaßlichem Vergewaltigungsopfer die Schuld für die im Gefängnis auf ihn verübten Übergriffe

Übersetzung aus dem Englischen: Julia
Original veröffentlicht bei Iran Quest am 24. August 2009 (Titel: "Iran: Officials blame alleged rape victim for his own jailhouse attack" http://iranquest.com/?p=10410)

Iranische Behörden haben ein mutmaßliches Opfer von Vergewaltigung im Gefängnis durch Sicherheitskräfte befragt. Doch anstatt ihn zu trösten, stellten sie ihm unangenehme Fragen und gaben ihm die Schuld für die Gewalt.

Gemäß einem auf der Webseite eines prominenten Reformpolitikers veröffentlichten Bericht über die vermutete Vergewaltigung sagten sie, der junge Mann sei wegen seiner Teilnahme an den Protesten gegen die Wahlergebnisse vom 12. Juni selbst Schuld.

“Ich fragte sie, warum ich und andere im Gefängnis vergewaltigt wurden". Der junge Mann sagte, er habe zwei Verhörbeamte und einen Richter gefragt, die der Anhörung seiner Geschichte zugestimmt hätten, so die Webseite des früheren Parlamentssprechers Mehdi Karroubi. Einer der drei habe geantwortet: "Als der Oberste Führer das Wahlergebnis bestätigte, hätte es jeder anerkennen müssen."
Die Geschichte des jungen Mannes über seine Vergewaltigung, die letzte in einer Serie grauenhafter Geschichten aus Irans Haftanstalten, wurde heute auf der Webseite von Karroubis Partei Etemaade Melli veröffentlicht.

Der junge Mann sagte, er sei nach seiner Inhaftierung in Teherans mittlerweile berüchtigtem Internierungslager Kahrizak von Wachmännern vergewaltigt worden. Er sei durch diese Erfahrung zunächst tief gedemütigt gewesen und habe sich das Leben nehmen wollen, wurde dann aber von dem Geistlichen Karroubi getröstet, der ihm geholfen habe, seine Fassung und seine Selbstachtung zurückzugewinnen.

“Er hat sich wie ein Psychiater für mich eingesetzt, um mich davon zu überzeugen, dass ich unschuldig bin", sagte er dem Bericht zufolge. "Er führte religiöse Beispiele and, und schließlich war ich überzeugt, dass jemand, der mit gefesselten Händen und Füßen vergewaltigt wird, kein Sünder ist, sondern im Gegenteil ein Unterdrückter."
Am 24. Juli traf das mutmaßliche Opfer mit einem Beamten im Büro des Generalstaatsanwalts zusammen, den er als respektvoll und mitfühlend beschreibt.
Etwa vier Wochen später begannen der Richter und die beiden Befrager, ihn einem Kreuzverhör zu unterziehen und forderten ihn auf, alles aufzuschreiben, was geschehen war. Sie stellten ihm peinliche Fragen über das Ausmaß der Penetration, und ob er die Vergewaltigung genossen habe.
Er sagte, sie seien weniger daran interessiert gewesen, zu erfahren, wer die Täter waren, als daran, warum er Karroubi um Hilfe gebeten hätte.
Karroubis Webseite bezeichnete den Bericht des jungen Mannes als den ersten von weiteren, die möglicherweise in den kommenden Tagen veröffentlicht werden würden

– Los Angeles Times

Samstag, 22. August 2009

Iranian boy tells of prison rape - Deutsch

Der 15-jährige sitzt weinend in einem Unterschlupf irgendwo in Zentraliran, gebrochen in Körper und Geist. Reza geht nicht hinaus - er hat schreckliche Angst, allein gelassen zu werden. Er sagt, er will seinem Leben ein Ende setzen - warum, ist nicht schwer zu verstehen: Weil er es wagte, das grüne Armband der iranischen Opposition zu tragen, wurde er 20 Tage lang eingesperrt, geschlagen, wiederholt vergewaltigt und dem Abu-Ghraib-Stil sexueller Demütigung und Missbrauch unterzogen, für den das iranische Regime die Vereinigten Staaten anprangert.

“Mein Leben ist vorbei. Ich glaube nicht, dass ich jemals wieder auf die Beine komme", sagte er, als er der "Times" über seine Erfahrungen berichtete - unter der Bedingung, dass seine Identität nicht preisgegeben wird. Eine Ärztin, die ihn unter großen Risiken für sich selbst behandelt, bestätigte, dass er suizidgefährdet ist und dass die entsetzlichen Verletzungen zu seiner Geschichte passen. Die Familie ist verzweifelt und sucht nach Möglichkeiten, aus Iran zu fliehen.

Reza ist ein lebendiger Beweis für die von Oppositionsführer Mehdi Karroubi erhobenen Anschuldigungen, dass Gefängnisbeamte systematisch sowohl männliche als auch weibliche Gefangene vergewaltigen, um ihren Willen zu brechen. Das Regime hat Karroubi beschuldigt, die Feinde Irans durch Verbreitung von Lügen zu unterstützen und gedroht, ihn zu verhaften.

Was dem Jungen widerfahren ist zeigt auch, wie weit das Regime, das den Anspruch erhebt, sich für islamische Werte einzusetzen, für die Unterdrückung von Millionen seiner Bürger zu gehen bereit ist, die behaupten, dass Präsident Ahmadinejads Wiederwahl manipuliert war.

Verwandte Links:
Ahmadinejad critics replaced by cronies in Cabinet
Is this the man who killed Neda Soltan?

Rezas Tortur begann Mitte Juli, als er mit ca. 40 anderen Teenagern während einer Demonstration der Opposition in einer großen Provinzstadt verhaftet wurde. Viele von ihnen waren zu jung, um zu wählen. Sie wurden an einen Ort gebracht, den er für einen Stützpunkt der Basij-Miliz hielt. Dort verband man ihnen die Augen, zog sie bis auf die Unterwäsche aus, peitschte sie mit Kabeln aus und sperrte sie dann einen Frachtcontainer aus Stahl.

In der ersten Nacht wurde Reza von drei Männern in Zivil ausgewählt, die sich als Häftlinge ausgaben. Während die anderen Jungen zusahen, stießen sie ihn zu Boden. Einer drückte seinen Kopf nach unten, ein anderer setzte sich auf seinen Rücken, und sie urinierten auf ihn, bevor sie ihn vergewaltigten.

“Sie sagten uns, dass sie das für Gott tun, und wer wir denn dächten, wer wir seien, dass wir demonstrieren könnten", sagte Reza. Die Männer erzählten den Jungen, man würde dasselbe mit ihnen machen, wenn sie beim Verhör am nächsten Tag nicht kooperierten.

Dann wurde Reza hinausgebracht, an einen Metallpfahl gebunden und die ganze Nacht dort gelassen. Am nächsten Morgen kam einer der Männer zurück. Er fragte, ob Reza seine Lektion gelernt hätte. “Ich war wütend. Ich spuckte ihm ins Gesicht und fing an, ihn zu beschimpfen. Er stieß mir ein paar Mal seinen Ellbogen ins Gesicht und schlug mich." Zwanzig Minuten später, so Reza, kam der Mann mit einer Tüte voller Exkremente zurück, drückte sie Reza ins Gesicht und drohte damit, dass er ihn zwingen würde, sie zu essen.

Später wurde Reza in ein Verhörzimmer gebracht, wo er seinem Befrager erzählte, dass er vergewaltigt worden war. "Ich habe einen Fehler gemacht. Er klang freundlich, aber meine Augen waren verbunden. Er sagte, er würde der Sache nachgehen, und ich war voller Hoffnung", sagte Reza.

Stattdessen befahl der Befrager, Reza zu fesseln, und vergewaltigte ihn noch einmal. Er sagte: "Dieses Mal mache ich es so, dass du lernst, diese Märchen nirgendwo zu erzählen. Du verdienst, was du bekommst. Ihr Jungs solltet vergewaltigt werden, bis ihr sterbt". Er wurde nochmals brutal sexuall missbraucht und dann für drei Tage in eine Einzelzelle gesperrt.

Dann wurde Reza gewzungen, ein "Geständnis" zu unterschreiben, in dem er sagte, dass ausländische Kräfte ihn und seine Freunde angewiesen hätten, Gebäude von Banken und staatlichen Medien in Brand zu setzen. Er wurde aufgefordert, als Rädelsführer einen 16-jährigen Freund zu identifizieren, der so schlimm geschlagen worden war, dass er im Krankenhaus lag.

“Ich habe so gezittert, dass ich nicht einmal hören konnte, was sie sagten", so Reza. "Ich habe einfach unterschrieben, was sie mir vorlegten, ohne es anzusehen. Ich hatte Angst, dass sie mich noch einmal vergewaltigen würden."

Am nächsten Tag wurden Reza und andere Häftlinge in eine polizeiliche Arrestanstalt überführt, wo er eine weitere Woche festgehalten wurde.

Am dritten Tag kamen Polizisten mitten in der Nacht in die Zelle, verbanden ihm die Augen und brachten ihn zur Toilette, wo er wieder vergewaltigt wurde. "Meine Hände haben angefangen zu zittern, meine Beine waren schwach und ich konnte nicht richtig aufstehen. Ich fiel hin und stieß meinen Kopf heftig gegen den Boden, um mich umzubringen. Ich fing an zu schreien und sie zu rufen, damit sie mich umbringen. Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen. Ich hasste mich selbst", sagte er und weinte bei der Erinnerung daran.

Am darauffolgenden Morgen wurde er von einem Polizeikommandanten einbestellt, der ihn fragte, warum er in der Nacht so geschrieen habe. Er erklärte es und wurde daraufhin aufgefordert, seinen Vergewaltiger zu identifizieren. Der Junge sagte, er habe verbundene Augen gehabt. Der Kommandant schlug ihn und beschuldigte ihn der Lüge. Er wurde gezwungen, einen Brief zu unterschreiben, in dem er zugab, grundlose Anschuldigungen gegen die Sicherheitskräfte erhoben zu haben.

Rezas Tortur war noch lange nicht vorüber. Er wurde mit ca. 130 anderen Gefangenen zum Revolutionsgericht der Stadt gebracht, wo sie in einem Hof zusammengetrieben wurden. Der Richter sagte, er würde diejenigen hängen, die sich der Islamischen Revolution gewaltsam widersetzt hätten, und las die Namen von zehn Teenagern vor, darunter auch Rezas Name. Die Botschaft war klar: Sollten sie weiterhin sagen, dass sie vergewaltigt wurden, würden sie hingerichtet.

Der Richter schickte sie in das Hauptgefängnis der Stadt, wo Reza Handschellen angelegt wurden. Er wurde mehr als 10 Tage lang mit sechs anderen Jungen zusammen in einer kleinen Zelle festgehalten. Abends wurden die Jungen von Polizisten geschlagen und verhöhnt: "Ihr wolltet eine Revolution verursachen?"

Ab und zu kam der diensthöchste Polizist und brachte die Jungen weg, immer drei auf einmal. "Wenn sie zurückkamen, waren sie sehr still und bedrückt", sagte Reza. Als er an die Reihe kam, wurden er und die anderen in einen kleinen Raum geführt, wo man ihnen befahl, sich auszuziehen und miteinander Sex zu haben. "Er sagte zu uns, dass wir dadurch gereinigt würden - wir würden so zerrüttet sein, dass wir einander nicht länger ansehen könnten. Das würde uns helfen, uns zu beruhigen."

Nach 20 Tagen konnte Rezas Familie endlich seine Entlassung bewirken - gegen eine Kaution von ca. 45.000 £ und mit einer letzten Warnung, nichts über seine Behandlung im Gefängnis zu sagen. Sein Bruder sagte: "Ein Freund von mir arbeitet in dem Gefängnis, in dem Reza war. Er hat mir erzählt, dass er krank war. In der Nacht seiner Entlassung weinte er unkontrolliert, dann brach er zusammen und erzählte meiner Mutter alles."

Die Familie konnte eine Krankenhausärztin, die sie kannten, dazu überreden, ihn zu behandeln, obwohl sie sich damit in Gefahr brachte. Sie hat seine körperlichen Verletzungen behandelt und ihm Antibiotika und Sedativa gegeben, kann aber keine inneren Untersuchungen durchführen. Reza ist schwer traumatisiert, hat schreckliche Angst, wieder ins Gefängnis zu kommen und schläft kaum.

Die Ärztin sagte der Times, dass andere Häftlinge ähnliche Schicksale erlitten hätten. "Wir haben im Krankenhaus viele Fälle, aber wir können sie nicht melden. Sie lassen uns keine Akte anlegen. Sie wollen keine Dokumentation", sagte sie.

Drewery Dyke, ein Rechercheur von Amnesty International Iran, sagte, Rezas Fall "stimmt mit anderen Berichten überein, die wir bezüglich des Ausmaßes der Missachtungen der menschlichen Würde, der ungehinderten Misshandlungen ohne irgendwelchen rechtlichen Rückhalt, der Involvierung in die Vergewaltigungen sogar von juristischen Personen und die Vorenthaltung des Grundrechts auf medizinische Versorgung erhalten haben."

Reza hat zumindest überlebt, um der Welt seine Geschichte zu erzählen. Der 16-jährige Freund, den er als Rädelsführer nennen musste, ist mittlerweile im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben.

Die Identität aller in diesem Artikel genannten Personen wurde zurückgehalten.

Freitag, 21. August 2009

Memories of Prison and Raped Prisoners (auf Deutsch)

Erinnerungen an das Gefängnis und vergewaltigte Gefängnisinsassen

Übersetzung aus dem Englischen: Julia

Quelle: http://www.madyariran.net/?p=1437

Die Praxis der Vergewaltigung von Gefängnisinsassen, die von Karroubi in seinem Brief an Rafsanjani zur Sprache gebracht wurde, existiert in der Islamischen Rebpublik Iran seit drei Jahrzehnten. Viele Inhaftierte haben in ihren Memoiren darüber geschrieben, und es hat immer Gerüchte über dieses Thema gegeben. Vergewaltigung von Gefängnisinsassen ist eine der furchtbarsten Formen der Menschenrechtsverletzung im Iran, aber bis jetzt ist nicht viel darüber gesagt worden, obgleich diese Praxis weit verbreitet ist. Des sozialen Stigmas wegen legten die Menschen bei diesem Thema große Zurückhaltung an den Tag, und ein Eingeständnis dieser Praxis hätte für die Islamische Republik tiefgreifende Folgen gehabt.

Jetzt jedoch ist das Tabu gebrochen; Rafsanjani, die zweitmächtigste Figur des Regimes, wurde öffentlich über die Vergewaltigungen in den Gefängnissen informiert. Eine Tür wurde geöffnet, und nun muss das Thema diskutiert werden.

Ich habe während meiner Haft viel über Vergewaltigungen gesehen und gehört. Nun, da die Diskussion über dieses Thema eröffnet ist, möchte ich einige dieser Geschichten aus meiner Erinnerung hervor holen und sie weitererzählen, damit wir mehr darüber wissen, wer diese Vergewaltiger sind.

Was ich in meinen eigenen Befragern (es waren mehr als zehn) gesehen habe oder von anderen gehört habe, hat mir gezeigt, dass es unter ihnen sexuelle Komplexe gab, für die ich keine Erklärung habe. Vielleicht ist das eine Folge ihres Berufs oder der Ausbildung, die sie erhalten haben. Wer weiß? Ich möchte über einige wenige Fälle berichten, damit ihr Bescheid wisst.

Eins.
Vielleicht erinnert ihr euch an den Blogger-Fall von 2004 oder habt davon gehört. In einer Sitzung mit Ayatollah Shahroudi brachten die Blogger die sexuelle Natur der Fragen zur Sprache, die ihnen während der Verhöre gestellt wurden. Was der Ayatollah über ihre Behandlung erfuhr, quälte ihn derart, dass er alle Anklagen gegen sie fallen ließ.
Zu der Zeit, als die Blogger dem Chef der Justiz von ihren Qualen berichteten, befand ich mich in Einzelhaft und wurde von meinen Befragern einer ähnlichen Verhörpraxis unterzogen. Die Begriffe "Cola-Flasche" und "Schlagstock" wurden von ihnen ständig benützt, sie drohten mir damit, dass sie diese Gegenstände bei mir anwenden würden, aber das war für mich nicht das Wichtige. Was mich in dieser Zeit am meisten verletzte, waren ihre Fragen über meine sexuellen Beziehungen zu Mädchen, die meine Klassenkameradinnen oder Kolleginnen waren. Ich wurde außerdem über die sexuellen Beziehungen meiner Freunde ausgefragt. Während der langen Verhöre geschah dies immer wieder.

Zwei. Die Vernehmungsräume der Abteilung 352 des Gefängnisses der Islamischen Revolutionsgarde umfassten 6 Zimmer. Die Zimmer lagen am Ende eines kurzen Korridors, der für Pausen genutzt wurde. In manchen Nächten waren alle sechs Räume belegt, andere Insassen wurden dort verhört. Oft konnte man ihre Schreie und Rufe hören, die in den Himmel stiegen, während sie gefoltert wurden (dies zur Kenntnisnahme für diejenigen, die die Häftlinge vor Gericht bringen und ihnen verbieten, über Folter zu sprechen). In manchen Nächten befanden sich sechs Blogger in den sechs Verhörräumen, und wir konnten die lauten Stimmen der Befrager und die qualvollen Schreie unserer Freunde hören (in den ersten 40 Tagen meiner Einzelhaft wurden 20 weitere Blogger eingeliefert). Zwei der Blogger waren befreundet und waren zusammen verhaftet worden. Ich werde ihre Namen nicht nennen, damit sie nicht erkannt werden. Man schlug sie beide, damit sie zugaben, eine sexuelle Beziehung miteinander zu haben. Der eine wurde gefragt, ob er mit der Freundin seines Freundes Sex habe, und der andere, ob er jemals mit 2 Mädchen gleichzeitig Sex gehabt habe. Diese Verhörweise hatte beide unter extremen psychologischen Druck gesetzt. Ich hörte die Befragungen mit an und war wie erstarrt. Ich konnte mir nicht einmal vorstellen, was sie durchmachten.

Drei. Einer der beiden Freunde (ich werde ihn A nennen) war fast 2 Monate lang in der Zelle neben meiner untergebracht. Nachts, wenn die Wachen nicht in der Nähe waren, unterhielten wir uns durch die kleinen Luken in den Zellentüren mit anderen Häftlingen. Eines Nachts gegen 3 Uhr hörte ich, wie seine Zellentür geöffnet wurde. Ich dachte, sie würden ihn zum Verhör abholen (die meisten Verhöre fanden in den frühen Morgenstunden statt). Ich konnte hören, wie A mit dem Wächter sprach, konnte aber den Inhalt ihres Gesprächs nicht vollständig erfassen. Ab und zu hörte ich ihn flehen und bitten. Das dauerte eine halbe Stunde.

Im Gefängnis pflegten wir 3 Mal gegen die Wand zur Nachbarzelle zu klopfen, um einander zu rufen. Wenn der andere Gefangene das Klopfen hörte, ging er zur Luke, und man konnte miteinander sprechen. In den folgenden zwei Tagen klopfte ich immer wieder gegen die Wand, aber A antworte nicht. Nach zwei Tagen klopfte er selbst. Als er mir erzählte, was geschehen war, war ich wie erstarrt. Der Wärter hatte den Raum betreten, ohne jegliche Verlegenheit oder Bedenken seine Hosen heruntergelassen und ihn aufgefordert ...
Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger verstehe ich es. Ich begriff, dass der Wärter dies schon vorher mehrmals getan hatte. An den Tagen, wo dieser Wärter Dienst hatte, rief A niemals nach den Wärtern, um in den Waschraum gehen zu können. Das ging solange, wie A in meiner Nachbarzelle war. Eines Tages, als zwei Beamte (ich weiß nicht mehr, woher sie waren) zu Besuch waren, erzählte ich ihnen von A. Sie sagten, sie würden der Sache nachgehen, aber nichts geschah.

Vier.
Sechs Monate später wurde ich ins Ghezel Hessar Gefängnis in eine Abteilung verlegt, wo wegen Mordes angeklagte Afghanen untergebracht waren. Afghanische Häftlinge wurden schlecht behandelt, weil sie draußen niemanden kannten, der sich um ihre Fälle oder ihre Rechte kümmerte. Eines Tages gegen 7 Uhr morgens wurden wir von Stöhnen und Weinen geweckt, das aus den Wächterquartieren kam. Uns wurde gesagt, dass einer der Afghanen aus unserer Zelle einen Streit mit einem der Wächter gehabt habe und vor 20 Minuten fortgebracht worden war. Ich schlug vor, dass der Zimmerälteste gehen und nachschauen sollte, was geschah. Er ging fort, und als er wieder kam, konnte er nicht sprechen. Er sagte, unser afghanischer Zellengenosse sei von einem Schlagstock penetriert worden. Ich konnte meine Beine nicht mehr spüren und musste mich hinsetzen. Ich konnte nicht glauben, dass das, was ich da hörte, wirklich passiert war.
Eine Stunde später brachten andere Insassen Mostafa R (den besagten Afghanen) zurück in den Raum. Seine Hose war blutig. Er ging, um zu duschen. Während er fort war, schrieb ich eine Beschwerde über die Wärter an den Aufseher des Gefängnisses. Als Mostafa vom Duschen zurück kam, bat ich ihn, den Brief zu unterschreiben, was er tat. Wir schickten den Brief an den Aufseher, und eine halbe Stunde später kamen sie zurück und brachten Mostafa ins Büro. Am Nachmittag kam er mit Kuchen, Saft und Geld zurück. Während ich ihn noch erstaunt betrachtete, wurde mein Name aufgerufen. Der diensthabende Wächter und der Aufseher warteten auf mich. Der Aufseher sagte, ich solle meine Nase nicht in die Angelegenheiten von anderen Häftlingen stecken. Ich sagte, sie müssten der Beschwerde nachgehen. Sie antworteten: "Welcher Beschwerde?" und zeigten mir einen von Mostafa unterschriebenen Brief, in dem stand, dass er gegen niemanden eine Beschwerde eingereicht habe und dass ihm nichts Schlimmes angetan worden sei. Sie hatten bei ihm offenkundig die alte Taktik "Zuckerbrot und Peitsche" angewandt.

Fünf.
Häftlinge, die jünger als 20 sind, werden oft von anderen Häftlingen vergewaltigt, die körperlich stärker sind als sie. Die Gefängnisleitung geht diesen Fällen nie nach und nimmt sie nicht ernst. Wenn ich all meine Erinnerungen an solche Fälle aufschreiben würde, hätte ich über viele Fälle zu berichten. In diesem Artikel sind nur einige wenige Beispiele erwähnt, die ich gesehen habe. In den zwei Jahren meiner Haft gab es hunderte von Vergewaltigungsfällen, die ich miterlebt und von denen ich gehört habe. Ich werde sie später nach und nach aufschreiben.

Postskriptum

Ich habe in dem Notizbuch geblättert, in dem ich meine Erinnerungen an meine Tage im Ghezel Hessar-Gefängnis aufgeschrieben habe. Ich hatte gehofft, sie nach meiner Freilassung auf meinem Weblog zu veröffentlichen und all die Tage zu kompensieren, in denen ich es nicht aktualisieren konnte (ich habe sie noch nicht veröffentlicht, aber vielleicht werde ich es eines Tages tun). Auf vielen Seiten dieses Notizbuches stand der Name meiner geliebten Freundin Shiva Nazar Ahari. Während meiner Haftzeit hatte Shiva mir immer beigestanden und hatte alles getan, um mir zu helfen. Ich rief sie jeden Tag an, und sie las mir die Nachrichten des Tages am Telefon vor. Beim Lesen der Notizen stieß ich auf eine Seite, und mir kamen die Tränen:

"Heute habe ich nach einer Woche endlich Shiva anrufen können, ... war anwesend. Sie sagte: "Wo warst du? Ich vermisse dich und verzeihe dir nicht, dass du nicht angerufen hast. Ich habe mir furchtbare Sorgen gemacht und dachte, sie hätten dir etwas angetan..."

Shiva ist seit fast zwei Monaten im Gefängnis, und sie kann mich nicht anrufen; sie kann nicht einmal ihre Mutter anrufen. Ich vermisse sie so sehr, und ich mache mir furchtbare Sorgen um sie.

madyar

Ein weiterer Bericht zum Thema (auf Englisch):
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/middle_east/article6805885.ece
Deutsche Übersetzung:
http://lilalinda-juliasblog.blogspot.com/2009/08/iranian-boy-tells-of-prison-rape.html