Dienstag, 29. September 2009

Wovor hat Iran Angst?



Sehr wenige Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass es noch eine weitere Option gibt. Was fürchtet die iranische Führung letztlich wirklich? Ich wette, es sind keine Sanktionen, und möglicherweise auch kein Bombenangiff. Ein wirtschaftlicher Boykott kann immerhin mit Hilfe Venezuelas oder der russischen Mafia umgangen werden, und ein Angriff auf iranischem Boden könnte dem Regime wieder einmal zu einer Konsolidierung seiner Macht verhelfen.
Im Gegensatz dazu muss eine anhaltende und finanziell gut ausgestattete Menschenrechtskampagne eine wahrhaft schreckliche Aussicht sein. Was, wenn wir dem iranischen Regime daher sagen würden, dass sein Insistieren auf der Entwicklung nuklearer Waffen uns keine andere Wahl lässt, als die finanzielle Unterstützung für Dissidentengruppen im Exil zu erhöhen, Geld ins Land zu schmuggeln, den Äther mit Anti-Regime-Programmen zu bombardieren und vor allem die Myriaden von Verbrechen der Islamischen Republik Iran großflächig zu veröffentlichen? Was, wenn Präsident Obama bei seiner nächsten Pressekonferenz ein Foto von Neda, dem jungen Mädchen, das von iranischen Behörden ermordet wurde, hochhielte? Was, wenn er das bei jeder Pressekonferenz tun würde? Ich wette, dies würde Präsident Mahmoud Ahmadinejad und selbst den Obersten Führer mehr aus der Fassung bringen als der Verlust von ein paar Werkzeugmaschinen-Importen aus Deutschland oder holländischen Tomaten.

Mir ist klar, dass viele bei diesen Vorschlägen die Augen verdrehen und argumentieren werden, wie es die Regierung Obama diesen Sommer tat, dass ein aggressiver Fokus auf die massenhaften Menschenrechtsverletzungen im Iran diesem erlauben würden "ausländische Einmischung" zu schreien und seine Gegner als ausländische Spione zu attackieren. Ja und? Der Iran tut das bereits. Angesichts des Katastrophenpotentials, das hinter nahezu jeder anderen politischen Option lauert, haben wir bei einem Versuch mit Sicherheit nichts zu verlieren.

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